Russischer Oligarch Großbritannien verlängert Abramowitschs Visum nicht

Roman Abramowitsch konnte das FA-Cup-Finale seines Fußballvereins in London nicht besuchen.

(Foto: Anthony Anex/dpa)

Der russische Milliardär und Besitzer des Fußball-Clubs FC Chelsea kann derzeit nicht ins Vereinigte Königreich einreisen. Die britischen Behörden liefern bisher keine Erklärung für die Verzögerung.

Roman Abramowitsch besitzt laut Medienberichten kein Visum mehr zur Einreise nach Großbritannien. Das melden unter anderem die russische Nachrichtenagentur Tass und die britische Financial Times. Die Einreisegenehmigung des dem Kreml nahe stehendenden Oligarchen war im vergangenen Monat abgelaufen und bisher nicht erneuert worden.

So konnte Abramowitsch beispielsweise nicht das Cup-Finale des britischen Fußballverbandes am Samstag besuchen, in dem sein Verein FC Chelsea 1:0 gegen Manchester United gewonnen hatte.

Zwar wurde ein Antrag auf Verlängerung eingereicht, der 51-Jährige wartet aktuell aber darauf, dass dieser bearbeitet wird. Abramowitschs Sprecher John Mann teilte mit, keinen Kommentar abgeben zu können, weil es sich "um eine persönliche Angelegenheit" handele.

Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte der Financial Times, dass der Antrag nicht abgelehnt worden sei, die britischen Behörden jedoch länger für die Bearbeitung benötigen würden als normalerweise - ohne jedoch eine Erklärung für die Verzögerung abzugeben. "Wir kommentieren grundsätzlich kein Einzelfälle", sagte der britische Minister for Security Ben Wallace.

Zwischen Russland und Großbritannien herrscht seit dem Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Skripal im englischen Salisbury Anfang März politische Spannung.

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