Rüstungsindustrie Weltweiter Waffenhandel nimmt stark zu

Ein deutscher Rüstungsexport-Schlager: Der Kampfpanzer vom Typ Leopard 2.

(Foto: dpa)
  • Der Handel mit schweren Waffen ist auf der ganzen Welt mehr geworden.
  • Das hat das Friedensforschungsinstitut Sipri mit Sitz in Stockholm ermittelt.
  • Die USA sind demnach der größte Waffenexporteur, Deutschland landet auf Platz vier.

Der weltweite Handel mit schweren Waffen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Wie das in Stockholm ansässige Friedensforschungsinstitut Sipri bekannt gab, wurden im Zeitraum 2013 bis 2017 insgesamt zehn Prozent mehr dieser Waffensysteme verkauft als im Fünf-Jahres-Zeitraum davor. Deutschland steht auf Platz vier der fünf größten Exporteure - hinter den USA, Russland und Frankreich und vor China. Größter Importeur weltweit ist Indien, gefolgt von Saudi-Arabien und Ägypten.

Rund drei Viertel der Exporte zwischen 2013 und 2017 gehen dem Sipri-Bericht zufolge auf das Konto der genannten fünf Haupt-Waffenexporteure. Konflikte in Nahost und Spannungen in Asien waren die Triebkräfte für einen besonders starken Anstieg der Importe in diese beiden Regionen.

Mit Abstand der größte Waffenlieferant bleiben die USA, die allein einen Anteil von 34 Prozent halten. Sie verzeichneten demnach einen Zuwachs um ein Viertel im Vergleich der Berichtszeiträume 2008 bis 2012 und 2013 bis 2017. Dabei ist der Abstand zwischen den USA und Russland immens: Die Exporte der USA übertreffen die Russlands um 58 Prozent. Russlands Exporte waren zuletzt rückläufig.

Mit Abstand größter Kunde der USA war Saudi-Arabien. 18 Prozent am Gesamtvolumen der US-Waffenexporte gingen in das Königreich. Das entspricht einer Steigerung um 448 Prozent im Vergleich der beiden Berichtszeiträume. Die US-Exporte "erreichten 2013 bis 2017 ihr höchstes Niveau seit den späten 1990er Jahren", teilte die Sipri-Expertin für Rüstungsausgaben, Aude Fleurant, mit. Die Zuwächse gehen auf Verträge zurück, die unter US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Barack Obama geschlossen wurden. Weitere im vergangenen Jahr geschlossene Großverträge sichern den USA demnach auch in den kommenden Jahren ihre Spitzenposition.

Westeuropäische Staaten und die EU insgesamt kommen auf einen Anteil von 23 Prozent am weltweiten Handel mit schweren Waffen im Zeitraum 2013 bis 2017. Deutschlands Exporte gingen um 14 Prozent zurück. Regional betrachtet war laut Sipri ein deutlicher Zuwachs bei deutschen Lieferungen nach Nahost zu verzeichnen: um 109 Prozent. Die drei größten Kunden für deutsche Großwaffensysteme waren 2013 bis 2017 Südkorea (14 Prozent), Griechenland (elf Prozent) und Israel (8,7 Prozent). Chinas Exporte nahmen um 38 Prozent zu. Insgesamt 72 Prozent der Waffenexporte gingen in die Region Asien/Ozeanien. Größter Bezieher chinesischer Waffen war Pakistan. China weitet nach Sipri-Angaben seine Fähigkeiten zur Herstellung modernen Hightech-Systeme zusehends aus.

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