Käufliche Politik? Die FDP änderte laut einem Medienbericht ihre Haltung zur Solarförderung - kurz nachdem sie eine Spende aus der Branche erhalten hatte.
FPD und CDU haben jeden Zusammenhang von Parteispenden aus der Wirtschaft und ihren politischen Entscheidungen nachdrücklich bestritten. "Wir machen Politik nicht abhängig von Spenden", sagte FDP-Sprecher Wulf Oehme am Samstag der Nachrichtenagentur DAPD.
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Zuckerl für die FDP: Hat die Partei ihre Haltung zur Solarförderung geändert, nachdem sie eine Großspende aus der Branche erhalten hat. (© Foto: ddp)
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Der Spiegel schrieb, die Liberalen hätten wenige Wochen nach einem von Solarworld-Chef Frank Asbeck mitorganisierten Spenden-Abendessen im September ihre Haltung in der Solarpolitik geändert. In den Koalitionsverhandlungen hätten die Unterhändler von Union und FDP die staatliche Förderung von Photovoltaik-Anlagen um mindestens 30 Prozent einschränken wollen, berichtete das Nachrichtenmagazin.
Im Koalitionsvertrag wurde dann jedoch lediglich vereinbart, "in den Dialog mit der Solar-Branche und Verbraucherorganisationen zu treten, mit welchen Anpassungen kurzfristig Überförderungen bei der Photovoltaik vermieden werden können". Inzwischen hat die Bundesregierung angekündigt, die Fördermittel für Solarstrom in diesem Jahr um weitere 15 Prozent zu kürzen.
FDP-Sprecher Oehme verwahrte sich gegen den Eindruck, es gebe einen Zusammenhang zwischen dem Fundraising-Dinner am 12. September in Bonn und politischen Positionen seiner Partei. Er wies zudem darauf hin, dass keine Einzelspende an jenem Abend über der Grenze von 50.000 Euro gelegen habe, ab der diese Zuwendungen umgehend angezeigt werden müssen. Auf der Homepage der Liberalen heißt es, bei dem Abendessen im alten Wasserwerk in Bonn sei eine Rekordsumme zusammengekommen.
Bereits vor einigen Tagen hatte Parteichef Guido Westerwelle nach dem Bekanntwerden der Spende einer Hotelkette betont: "Die FDP ist nicht käuflich."
Spende von BMW-Großaktionären nach Bundestagswahl
Laut Spiegel spendeten wenige Tage nach der Bundestagswahl drei Mitglieder der Familie Quandt/Klatten insgesamt 450.000 Euro. Noch vor der Veröffentlichung der Spende der BMW-Großaktionäre hätten "Union und FDP einen neuen Rabatt bei der Besteuerung von Jahreswagen für Mitarbeiter und ebenso einen weiteren Steuerrabatt für die Privatnutzung von Firmenwagen" vereinbart.
Der Parteienrechtler Martin Morlock sagte dem Nachrichtenmagazin: "Gerade in solchen Fällen zeigt sich, dass die Veröffentlichung von Großspenden nicht erst nach mehreren Wochen erfolgen darf." Eine CDU-Sprecherin versicherte auf Anfrage, die Partei treffe ihre politischen Entscheidungen völlig unabhängig von Spenden.
Nach der umstrittenen Steuersenkung für die Hotelbranche forderte die SPD eine rechtliche Überprüfung der Parteispenden eines Hoteliers. "Der Bundestagspräsident muss juristische Schritte gegen die FDP und die CSU prüfen", sagte Parteichef Sigmar Gabriel dem Hamburger Abendblatt.
Die FDP habe damit gegen das Parteiengesetz verstoßen. Die zeitliche Nähe der Millionenspende zu einer Entscheidung sei auffällig.
Gabriel forderte zudem FDP und CSU auf, die Spenden zurückzuzahlen. "Und sie müssen die Mehrwertsteuersenkung für die Hotellerie zurücknehmen", verlangte der SPD-Chef. "Sonst setzt sich die Bundesregierung dauerhaft den Verdacht aus, sie sei käuflich." Es gebe noch mehr Belege dafür, "dass Wirtschaftslobbyisten großen Einfluss auf die Gesundheits- und auf die Umweltpolitik bei dieser Mövenpick-Koalition haben", sagte Gabriel. Er spielte damit auf die FDP und die CSU an.
Allein die Liberalen bekamen zwischen Oktober 2008 und Oktober 2009 von einem Miteigentümer der Mövenpick-Hotelgruppe insgesamt 1,1 Millionen Euro. Gabriel sprach sich dafür aus, Parteispenden auf 100.000 Euro zu begrenzen. Man könnte Großspenden auch deckeln, selbst wenn sie gestückelt gezahlt würden.
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(APD/dpa/segi)
Staatsbesuch in Israel
Ich fürchte, dass wir eher eine Regierung in der Form der Diktatur bekommen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse werden diesen Schritt ob lang oder kurz, erzwingen. Bleibt nur die Frage: welcher Färbung wird diese Diktatur sein?
49.500 Euro sind auch kein Pappenstiel, es läppert sich doch ein schönes Sümmchen (siehe Beitrag). Diese Regelung ist einfach eine Einladung zur Korruption. Warum nicht ALLE Spenden anzeigen?
Ich glaube nicht, dass es so viele sind, dass sie die Informationskanäle verstopfen werden. Oder liege ich falsch?
Vielen Dank, fassungslos, für ihre Replik und ihre Einschätzung zu den Beiträgen von Pira. Eigentlich antworte ich nicht darauf, will aber hier mal eine Ausnahme machen.
ad 1.Weder die Journalisten noch ich haben ein Verbot der Parteispenden gefordert. Ich kann mir allerdings ein System vorstellen, welches Spenden allgemein zulässt ohne direkte Parteibindung und auch die übrigen politisch relevanten Gruppen berücksichtigt.
ad 2.Sparmaßnahmen stünden auch den Parteien in den eigenen Haushalten gut zu Gesicht. Die FDP ist ja schließlich mit ihrem Sparbuch vor der Wahl über die Märkte getingelt.
ad 3.Das ist so, aber die Parteien haben nicht das Monopol auf die politische Willensbildung.
ad 4.Ich bin hoffentlich nicht der Einzige, dem die Art und Weise der Waschmittelwerbung im Wahlkampf auf die Nerven geht.
ad 5. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch die Linke ein Programm hat, auch wenn ich es nicht komplett durchgelesen habe. Dass es Ihnen, Pira, wie vom Leibhaftigen geschrieben, erscheint, wundert mich nicht, aber das ist Ihr gutes Recht.
" Wer den Parteien die Finanzierung streichen will ist somit gewissermaßen gegen das GG ..."
1) Sie liegen, wie immer, falsch. Grundkurs Demokratie: die politische Willensbildung obliegt der Mehrheit (und nicht der Unternehmerverbände) und bestimmt die Politik.
Also Pira: wenn Sie schon mit wesentlichen Demokratischen Gepflogenheiten (hier politische Willensbildung durch Mehrheiten) derart haarsträubende Schwierigkeiten haben dann unterlassen Sie es einfach, andere zum Grundgesetz zu belehren.
2) eine weiters Problem ist, dass Sie offenbar auch mit dem Lesen Schwierigkeiten haben. Niemand fordert, wie von Ihnen beigetragen, den Parteien die Finanzierung zu streichen. Es geht lediglich darum die Einflussnahme von Minderheiten vermittels Geldspenden vollständig zu unterbinden, ganz nach den Prinzipien einer Demokratie.
Abschließend: Ihre Stilmittel, auslassen, falsche Wiedergabe von Äußerungen etc missfallen mir. Sie sind ein weiteres Zeugnis Ihres problematischen Verhältnisses zur Demokratie. Unabhängig davon äussere ich mich, nicht zuletzt aufgrund Ihrer intensiven Ideologisierung, selten zu Ihnen. Das nun aber ausgerechnet Sie sich anmassen, über Inhalt und Intention unserer Verfassung zu schwadronieren fordert den Wiederspruch demokratisch denkender und fühlender Menschen geradezu heraus.
wurde, wie schon bemerkt, das Thema Parteispenden besprochen.
1 Interessant fand ich , dass keiner der beteiligten Journalisten eine wirkliche Alternative zur bisher gängigen Praxis der Parteienfinanzierung benennen konnte oder wollte.
2 Auch die Höhe der Budgets wurde nicht ernsthaft hinterfragt.
3 Parteien sollen bei der politischen Meinungsbildung helfen.
4 Dazu halte ich es nicht für nötig, vor den Wahlen die Städte mit Plakaten zuzukleistern und auf Marktplätzen Luftballons und Kugelschreiber zu verteilen.
5 Mir würde es vollkommen genügen, wenn zu den Wahlunterlagen ein Kurzprogramm der Parteien beigelegt würde und die Medien vor der Wahl in verständlicher Sprache die verschiedenen Optionen beschreiben würden. Da ist ein gewaltiges Einsparpotential vorhanden, Geld das man sinnvoll verwenden sollte.
1 also genauso wie hier im Forum - bis auf verbieten kam kein Vorschlag, wie sich die Parteien denn finanzieren sollen
2 Warum auch? Wenn schon keine Alternativvorschläge kamen?
3 Ja. So in etwa stehts im Grundgesetz. Wer den Parteien die Finanzierung streichen will ist somit gewissermaßen gegen das GG. Ein Verfassungsfeind.
4 Das sollte man den Parteien überlassen.
5 Ihnen - ja. Aber die SED-Linke hat nicht mal ein Parteiprogramm.
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