Griechenlands Ministerpräsident Papandreou hat mit seinem innenpolitisch motivierten Alleingang nicht nur das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der EU untergraben, sondern auch Zweifel an ihren Hauptakteuren geweckt. Merkel wie Sarkozy stehen düpiert da und versuchen das Heft des Handelns wieder in die Hand zu bekommen. Ob das gelingt, ist fraglich.
Vertrauen ist das wichtigste Kapital der Politik. Das Vertrauen der Bürger, das der Partnerländer und das der Märkte. Weil das so ist, rafften sich die Staats- und Regierungschefs der EU und die der Euro-Länder in der vergangenen Woche endlich dazu auf, die hartnäckigen Zweifel an ihrem Krisenmanagement aus der Welt zu schaffen. Erschöpft, aber erleichtert verließen Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und ihre Mitstreiter in den frühen Morgenstunden des vergangenen Donnerstag in Brüssel die Verhandlungen zur Rettung Griechenlands und der ganzen Euro-Zone. Ein kompliziertes Paket war geschnürt, die Banken waren an Bord, und Europa hatte gezeigt, dass es sehr wohl mit seinen Problemen fertig werden kann. Vorerst also keine Krisengipfel mehr. So kann man sich täuschen.
Referendum in Griechenland Merkel will Klarheit
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Nur ein kurzer Blick in die Wirtschaftszeitungen genügte am Mittwochmorgen, um zu verstehen, dass das mühselig zurückgewonnene Vertrauen schon wieder verloren ist. Sehr wahrscheinlich endgültig, denn was sollen nicht nur internationale Investoren, sondern auch der europäische Bürger von einer EU halten, deren Beschlüsse und Versprechen nur noch eine Halbwertzeit von ein paar Tagen haben? Dass einer wie Papandreou die mit Sicherheit wichtigste Entscheidung der Europäer zur Rettung Griechenlands und damit auch der EU zum Spielball eines innenpolitischen Machtkalküls macht, weckt Zweifel daran, wie seriös die Europäer wirklich Politik betreiben. Vorerst jedenfalls steht die EU als Verliererin da. Die Quittung der Börsen kam prompt und hart. Wegen Papandreou wird eine griechische Staatspleite wieder ernsthaft einkalkuliert. Und schon konzentrieren sich die Spekulanten auf Italien. Das Land musste am Mittwoch für seine Staatsanleihen Zuschläge zahlen wie noch nie.
Die ersten Symptome der Ansteckung
Das sind die ersten Symptome der Ansteckung, vor der sich in der EU alle fürchten und die hinter dem Spruch der deutschen Kanzlerin steckt, das Ende des Euro sei auch das Ende der EU. Wie ernst die Krise ist, die der griechische Ministerpräsident mit seinem innenpolitisch motivierten Alleingang hinter dem Rücken derer ausgelöst hat, die allein sein Land retten können, zeigt eine kurze Meldung am Mittwoch: Der Bundesverband der deutschen Banken lässt mitteilen, man werde dem beim Krisengipfel verabredeten 50-prozentigen Schuldenschnitt für Griechenland vom Ausgang der Volksabstimmung abhängig machen. Ohne Schuldenschnitt gibt es aber auch kein Hilfspaket für Griechenland. Und ohne Hilfspaket ist der Bankrott Athens unausweichlich.
Papandreou hat mit seiner Aktion nicht nur das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Handlungsfähigkeit der EU untergraben, sondern auch Zweifel an ihren Hauptakteuren geweckt. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy, die das Griechenland-Paket im Wesentlichen geschnürt haben und die den internationalen Banken einen großen Schuldenerlass für Athen abgerungen hatten, stehen jetzt düpiert da. So stark, wie vor allem Angela Merkel vor einer Woche auftrat, scheinen die beiden nun doch nicht zu sein. Wenn der griechische Premier es nicht einmal für nötig hält, Berlin und Paris, die die Hauptlast des Rettungspaketes tragen, über seine Abstimmungspläne vorab zu informieren, dann fragt sich, wer denn die Europäische Union überhaupt noch führt.
Die Deutsche und der Franzose spüren wohl sehr genau die Zweifel, die jetzt wieder an der EU aufkommen - und auch die Zweifel an ihrer Stellung. Und so telefonierten sie sich am Dienstagabend zu einem neuen Krisengipfel am Mittwochabend in Cannes zusammen. Dort wird am Donnerstag der G-20-Gipfel beginnen, auf dem die Europäer eigentlich stolz ihre Lösung für die Schuldenkrise präsentieren wollten. Daraus wird nun nichts. Stattdessen ging es tags zuvor im kleinen Kreis um Schadensbegrenzung. Merkel und Sarkozy versuchten, das Heft des Handelns wieder in die Hand zu bekommen.
Papandreou war von Merkel und Sarkozy vorgeladen worden. Frankreichs Präsident hatte ihm am Dienstagabend noch die Leviten gelesen. Volksabstimmungen seien ja immer eine gute Sache, aber die Solidarität in der Eurozone erlaube es nicht, dass irgendetwas ohne die Zustimmung der anderen getan wird. Und falls Athen glaubt, dass es mit der Drohung des Referendums noch günstigere Bedingungen für sich heraushandeln könnte, dann irrt es. Deutsche wie Franzosen lassen keinen Zweifel, dass die Abmachung vom vergangenen Donnerstag so bleibt wie sie ist. Auch Deutschland wird kein Geld mehr lockermachen zusätzlich zu dem verabschiedeten Paket.
Wenn es aber keine Zugeständnisse in der Sache an Athen geben soll, warum dann ein Gipfel, an dem neben Merkel, Sarkozy und Papandreou auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde und - der Höflichkeit halber - die Präsidenten der EU-Kommission und des Europäischen Rates teilnehmen? Berlin und Paris hielten die durch Papandreou ausgelösten Turbulenzen offensichtlich für so dramatisch, dass sie das Gewicht beider Länder in die Waagschale werfen, um das Vertrauen in die Euro-Beschlüsse und in die Stärke der EU wiederherzustellen. Ob das gelingen kann, ist allerdings zweifelhaft. Denn die griechische Aktion hat aller Welt offenbart, dass auch die stärksten Mitglieder der Europäischen Union zu schwach scheinen, für jene Disziplin in den Reihen der Union zu sorgen, ohne die eine Krise nicht gemeistert werden kann.
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(SZ vom 03.11.2011/beu)
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Es würde mich nicht wundern, wenn die Guillotinen schon irgendwo bereit stehen.
Das Vertrauen der Märkte ist also das wichtigste Kapital der Politik.
Es ist also die wichtigste Aufgabe der Politik, um jeden Preis das Vertrauen der „Märkte“ (das sind -im Klartext- die Leute, die sich mit Euro-Wetten anstrengungs- und risikolos auf Kosten der europäischen Steuerzahler möglichst lange die Taschen mit Geld vollstopfen wollen) zu erhalten, damit diese weiter gegen Zinsen Geld an die Staaten verleihen, was die Staatsverschuldung weiter hochtreibt und damit die Abhängigkeit von den „Märkten“ verstärkt.
Das ist die „Lizenz zu Gelddrucken“ für die habgierigen „Märkte“.
Da ist gesundes Misstrauen angebracht.
„Hör auf mich, glaube mir …“ singen die „Märkte“:
http://www.youtube.com/watch?v=D7aAnW81OTs
"Papandreou hat mit seiner Aktion nicht nur das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Handlungsfähigkeit der EU untergraben, sondern auch Zweifel an ihren Hauptakteuren geweckt."
Wer hat denn noch Vertrauen in diesen "erlauchten", demokratisch NICHT legitimierten, diktatorischen Club, der sich da "EU-Kommission" nennt, die sich selbst über das Europäische Parlament hinwegsetzt, die die Bürger mit völlig durchgeknallten, einsamen und wahnsinnigen "Beschlüssen" wie dem "Verbot von Glühbirnen" oder der "Größe von Äpfeln" terrorisiert, ...????
"Zuverlässig" und "Handlungsfähig" sind diese Damen und Herren im Kassieren von Bestech... äh... "Parteispend..." äh.... "Beraterverträgen" oder dergleichen. Ein typisches Beispiel ist ein gewisser berühmt-berüchtigter Martin Bangemann, ehem. EU-Kommissar für Telekommunikation, direkt nach seiner Tätigkeit als EU-Kommissar kassierte er seine Schmier- und Bestechungsmillionen von der spanischen Firma "Telefónica"...
"Zweifel an den Hauptakteuren"??? Wer da noch zweifelt, muss blind und taub sein! Denn diese sog. "Hauptakteure" sind korrupte, klägliche Totalversager, werden von Bangstern "gekauft" ("Parteispenden", "Beraterverträge", ...) und lassen sich von diesen massiv erpressen ("Bankenrettung", "Griechenland-Rettung", ...) ...
Weitere ehrliche und völlig korrekte und richtige und wahrheitsgemäße Bemerkungen zu diesen Po-Litikern würden hier zensiert werden...
Der Größenwahn hat Europa in eine Zwangsgemeinschaft geführt, bei der die störrischen Bürger die Politiker nur stören in ihrem Einigungswahn. Angst vor dem "Bedeutungsverlust" gegenüber Asien führt dazu, dass die "Idee Europa" über alles andere gestellt wird, als Wahl zwischen Krieg und Frieden. Papandreous Ego-Trip eines Referendums wird am meisten gefeiert in Großbritannien und Irland, deren Bevölkerung wohl aus der EU austreten würde, würde man sie lassen. Man mag darüber denken, wie man will, aber es zeigt, dass momentan Politik gegen die Bürger gemacht wird. Gerade Merkel, der man unterstellen kann, dass sie schlaflose Nächte verbringt, um die Eurozone zu retten, schlägt in Europa fast Hass entgegen - man denke nur an die vielen Vergleiche mit Nazis. Vielleicht ist es ein Glück, wenn Griechenland aus der Eurozone austritt und allen zeigt, wohin das führt. Ob das so viel teurer wäre als wenn das Land weiter mit endlosen Rettungsfonds bedient wird, ist fraglich.
Mißtrauen kann ich nicht ausmachen. Das Betrugssystem am Bürger funktioniert zu lange unter den gleichen Regeln. Die USA betreiben das Spiel perfekt seit über 30 Jahren. Bei jeder Entdeckungsgefahr wird der Bürger dort "reichgerechnet" über das Anfeuern von Finanzblasen, was diesen wiederum dazu verleitet, geld auszugeben, das er nicht hat und der Staat macht es genauso.
Inzwischen scheint allerdings ein Limit erreicht zu sein, das auch dem finanzwirtschaftlich unbedarften Bürger die Folgen weiteren Mißwirtschaftens erahnen läßt.
Allein die einfache Frage, warum ein Staat, der zusätzliches Geld (nehmen wir einmal ausnahmsweise an: für sinnvolle Konjunkturmaßnahmen) ausgeben möchte, dieses Geld nicht VORHER bei seinen Bürgern einsammelt, sondern statt dessen kreditfinanziert, führt zwangsläufig zu der Antwort: er traut sich nicht , das notwendige zu tun. Das wiederum führt zu der Feststellung, daß der Politiker allgemein zu feige ist, denn für diesen zählt ausschließlich die Wiederwahl. Also ist das System falsch. Wer sich nicht traut, das notwendige zu tun, ist für Führungsaufgaben unbrauchbar.
Für alle, die so sehr von ewigem Wachstum träumen: Sollte einmal der unwahrscheinliche Fall eintreten, daß über längere Zeit Steuerüberschüsse entstehen, denen keine Schulden mehr gegenüberstehen, so ist es für eine Steuersenkung früh genug.
Alles was zu tun wäre, ist festzustellen, wer in welcher Weise in diesem Land leistungsfähig genug ist, um die Mehrbelastung zu schultern.
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