Neue Umfrage zur Bundestagswahl Schwarz-Gelb hält SPD trotz TV-Duell auf Distanz

Ernüchternde Zahlen für Steinbrück: Zwar ist die Beliebtheit des Kanzlerkandidaten dem ZDF-Politbarometer zufolge deutlich gestiegen, seine Partei verharrt aber in der Sonntagsfrage bei 26 Prozent. Der Wunschpartner Grüne verliert sogar zwei Punkte.

Auch nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück zeichnet sich einer aktuellen Umfrage zufolge kein Stimmungswechsel bei den Wählern ab. Gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl kann Schwarz-Gelb weiter rechnerisch auf eine knappe Mehrheit hoffen, wie das am Donnerstag in Mainz veröffentlichte ZDF-Politbarometer ergab.

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU/CSU demnach weiter auf 41 Prozent, die SPD auf 26 Prozent, die FDP bliebe bei sechs Prozent. Die Linke könnte um einen Punkt auf acht Prozent (plus eins) zulegen. Die Grünen müssten hingegen deutliche Verluste hinnehmen: Sie erreichten derzeit nur noch zehn Prozent (minus zwei), das ist ihr schlechtester Wert in der Umfrage seit November 2009. Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) läge bei unverändert drei Prozent und alle anderen Parteien zusammen bei sechs Prozent (plus eins).

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Gesunken ist im Vergleich zur Vorwoche die Zahl der Unentschlossenen. 59 Prozent der Wähler sind sich sicher, wen sie wählen wollen. In der Vorwoche waren es noch 54 Prozent. Ein Großteil der vorhandenen Unsicherheit bezieht sich den Angaben zufolge auf "koalitionstaktische Überlegungen".

Merkel führt weiter bei Beliebtheit

Bei der Frage, wen die Deutschen nach der Wahl lieber im Kanzleramt sähen, nannten 59 Prozent Merkel und 30 Prozent Steinbrück (jeweils minus eins).

Bei der Beliebtheit erzielten die zehn deutschen Spitzenpolitiker meist bessere Werte als noch Ende August. Das deutlichste Plus verzeichnete Steinbrück: Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf rückte der SPD-Kanzlerkandidat mit einem Wert von 0,9 (zuvor 0,3) auf Platz vier vor. Souverän auf Platz eins liegt allerdings weiter Merkel mit einem ebenfalls verbesserten Wert von 2,4 (zuvor 2,0), gefolgt von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, die mit Werten von 1,4 und 1,2 ebenfalls besser bewertet wurden als zuletzt.

Auch im eigenen Lager legten Merkel und Steinbrück zu: Die Kanzlerin erreichte bei den Unionsanhängern einen Durchschnittswert von 4,0 (zuvor 3,8). Steinbrück wurde von den SPD-Anhängern mit 3,0 statt zuvor 2,2 bewertet.

Deutsche gegegen Militärschlag der USA in Syrien

In der Debatte um einen möglichen Militärschlag in Syrien lehnte eine deutliche Mehrheit der Befragten ein bewaffnetes Eingreifen der USA ab. Nur 22 Prozent sprachen sich für eine militärische Intervention der USA in Syrien aus, nachdem dort Giftgas eingesetzt worden war. 70 Prozent waren gegen einen solchen Militärschlag. Gleichzeitig erwarteten aber 65 Prozent, dass die USA demnächst militärisch in Syrien eingreifen werden.

Für das ZDF-Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen in dieser Woche telefonisch 1296 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent etwa +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent etwa +/- zwei Prozentpunkte.

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