Dresdens Polizei gerät ins Visier der Justizministerin: Die FDP-Politikerin Leutheusser-Schnarrenberger unterstützt Sachsens Initiative, nach dem Handy-Skandal die Rechte der Polizei zu beschränken. Bei Protesten gegen eine Neonazi-Demonstration in Dresden waren massenhaft Handy-Verbindungen ausgewertet worden.
Es war eine digitale Rasterfahndung: Bei Protesten gegen eine Neonazi-Demonstration in Dresden am 19. Februar waren massenhaft Verbindungsdaten von Handynutzern ausgewertet worden - der kürzlich aufgedeckte Datenskandal hat inzwischen den Dresdner Polizeichef seinen Posten gekostet. Nun fordert Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) schärfere gesetzliche Vorkehrungen gegen die massenhafte Abfrage von Mobilfunkdaten. "Die Voraussetzungen für solche tiefen Eingriffe in die Privatsphäre müssen klarer formuliert werden", sagte sie am Mittwoch der Süddeutschen Zeitung.
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In Dresden sind nach Protesten gegen Neonazi-Aufmärsche Datensätze von 300.000 Handynutzern abgefragt worden. (© dpa)
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Die liberale Ministerin unterstützt damit ausdrücklich einen Vorstoß ihres sächsischen Amtskollegen und Parteifreunds Jürgen Martens. Der hatte am Dienstag Eckpunkte für eine Bundesratsinitiative zur Einschränkung der sogenannten Funkzellenabfrage vorgelegt. Dabei werden - auf richterliche Anordnung - in bestimmten Funkzellen alle angefallenen Verbindungsdaten eingesammelt und nach Hinweisen auf Straftäter durchforstet. Davon sind in der großen Mehrzahl Unbeteiligte betroffen: In Dresden sind in mehreren Funkzellen südlich des Bahnhofs etwa eine Million Datensätze von 300 000 Handynutzern abgefragt worden. Es ging um schweren Landfriedensbruch - doch bisher konnten laut Staatsanwaltschaft keine Täter ermittelt werden.
Martens will die Funkzellenabfrage nur beim Verdacht auf schwere, im Gesetz aufgelistete Straftaten erlauben; bisher reicht eine "Straftat von erheblicher Bedeutung". Außerdem will er Vorgaben zur Verhältnismäßigkeit, zur Dokumentation der Anordnung und zum Datenschutz formulieren. Es müsse noch genauer geprüft werden, ob die massenhafte Erhebung dieser Daten in einem angemessenen Verhältnis zur Bedeutung der Straftaten stehe.
Leutheusser nannte die Initiative, härtere und transparentere Regeln zu schaffen, einen wichtigen Vorstoß. "Funkzellenabfragen dürfen nicht beliebig vorgenommen werden." In Dresden seien Tausende von Handynutzern "unter Generalverdacht" geraten, nur weil sie zufällig mit ihrem Mobiltelefon in der Nähe der Neonazi-Demonstration gewesen seien. "Anwohner, Journalisten, Rechtsanwälte und selbst Abgeordnete wurden durch Auswertung ihrer Verbindungsdaten erfasst und durchleuchtet", kritisierte die Ministerin. Deshalb sei der sächsische Vorstoß richtig, die Hürden für solche Abfragen anzuheben und die Rechte der Betroffenen zu stärken. Ob sie als zuständige Ministerin einen eigenen Gesetzentwurf formulieren will, ließ sie offen.
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Protest gegen dritte Startbahn
Vielleicht begreifen wieder ein paar Menschen mehr in diesem Land das nicht politische Randgruppen die groesste Gefahr fuer die Freiheit des Einzelnen darstellen, sondern, neben der Kapitalkonzentration in wenigen Haenden, der Staat und seine Organe.
Und zu den Kommentatoren die das als Stasiproblem ansehen, ja das mag gerade da sehr viel mit der Stasinostra zu tun haben, aber keine Sorge, VS und BKA duerfte ueber das selbe Potential an Minusmenschen verfuegen, koennte daran liegen das derartige Aufgabenfelder einen solchen Menschentypys erfordern.
Man kann den Menschen aus der Stasi bekommen, aber offenbar nicht die Stasi aus dem Menschen.
Solange die Stasi-Mentalität noch in den Köpfen sitzt, kann man die Grenzen so eng ziehen, wie man will, es wird nichts nützen.
Seit der Wiedervereinigung geht es mit den Bürgerrechten bergab. Erst schleichend und mit der großen Staatsratsvorsitzenden Angela M. und ihren Spießgesellen mit atemberaubender Geschwindigkeit. Daran ändert auch das liberale Feigenblättchen Sabine L.-S. nichts.
sollte man doch einmal Sachsens Polizei danach durchforsten, wieviel vom DDR-Erbe man da übernommen hat.
Es pfeifen die Spatzen seit 1990 von den Dächern, daß Sachsen ein ziemlich sicheres Domizil für Stasi-Mitarbeiter geworden sei.
Allerdings haben die Sachsen dummerweise mit ihrem Führungszuwachs aus dem Westen auch so manches Kuckucksei ins Nest gelegt bekommen.
Die Aktionen der Dresdener Polizei bei der Ausspähung von Handydaten gehen schon über die in der DDR üblich gewesene Praxis geheimdienstlicher Überwachung hinaus. Folgt man dem Prinzip: Die Katze läßt das Mausen nicht, gäbe es eben nur eine Schlußfolgerung.
Heißt aber auch, wenn es einer richterlichen Genehmigung bedurfte, daß man bei der Polizei gar nicht halt machen kann.
"olleluja schreibtGesetzesänderungen hin oder her
das Grundproblem sind Polizei, Staatsanwälte und Richter. Wenn diese nach Sachsen eingewanderte Gruppe das Recht politisch auslegt und missbraucht, sind Gesetze überflüssig."
Vor der Einwanderung reichte halt ne einfach Denunziation für ein warmes Plätzchen in Bautzen.
Welch ein "Rückschritt".
Werden Beiträge, die euch nicht passen, einfach gar nicht gebracht?
Paging