Linksfraktionschef Gregor Gysi versucht, eine Debatte um die Nachfolge von Oskar Lafontaine im Keim zu ersticken. Unterdessen diskutiert die Linkspartei über eine angebliche Spitzelaffäre.
Der Chef der Linkspartei, Oskar Lafontaine, hat seine Krebsoperation offenbar gut überstanden. Fraktionschef Gregor Gysi sagte, er rechne mit einer Rückkehr Lafontaines in die Bundespolitik im Januar. Debatten über einen Nachfolger für Lafontaine bezeichnete er als "völlig daneben".
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Soll in seine Ämter zurückkehren: Oskar Lafontaine (© Foto: AP)
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Ein Parteisprecher äußerte derweil Zweifel an einem Bericht des Magazins Focus, demzufolge Lafontaine vor zwei Jahren Opfer einer Bespitzelungsaktion geworden sein soll. Privatdetektive hätten Lafontaine beschattet, berichtet das Magazin. Sollte das stimmen, würde dies "ein bezeichnendes Licht auf diese Gesellschaft werfen", sagte der Sprecher der Linksfraktion, Hendrik Thalheim.
Dem Bericht zufolge waren über mehrere Wochen vier Detekteien an der Aktion beteiligt. Mehrere Teams hätten am 10. Dezember 2007 beobachtet, wie Lafontaine mit Gysi in einem Berliner Restaurant gesessen habe. Von dort habe sich Lafontaine zu seiner Wohnung bringen lassen, wo die damalige Europaabgeordnete Sahra Wagenknecht eingetroffen sei.
Einige Detektive hätten das Taxi Wagenknechts verfolgt, andere seien vor Lafontaines Wohnung gewesen. Wer hinter der Aktion stecke, sei nicht bekannt.
Thalheim sagte, die Fakten stimmten nicht. Am 10.Dezember 2007 habe die Fraktion ihre Weihnachtsfeier abgehalten, jedoch in einem anderen Lokal. Dort seien auch Lafontaine und Gysi gewesen.
Reformer in der Linkspartei drangen am Wochenende gegen den Willen Lafontaines auf einen sofortigen Beginn einer Programmdebatte. Es sei nicht ausreichend, aus Wahlprogrammen ein paar Teilprogramme herzuleiten, heißt es in einem Beschlussentwurf des Forums demokratischer Sozialismus, aus dem die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zitierte.
Der Appell soll am kommenden Wochenende auf einem Bundestreffen der Reformer verabschiedet werden. Bisher hat die Linkspartei kein umfassendes Parteiprogramm.
Im Saarland bleibt Rolf Linsler Parteichef der Linken. Die Delegierten eines Landesparteitages wählten den 67-Jährigen am Sonntag für weitere zwei Jahre an die Spitze der Partei. Linsler erhielt 82 von 127 gültigen Stimmen, 36 Delegierte stimmten mit Nein, neun enthielten sich.
In Nordrhein-Westfalen führt Bärbel Beuermann die Landesliste der Linken an. Ein Parteitag in Mülheim wählte die 54-Jährige am Samstag mit 84 Prozent.
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(SZ vom 23.11.2009/bavo)
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Die Bespitzelung hatte natürlich den Sinn eine Liebknecht und Luxemburg Schmonzette zwischen Lafontaine und Wagenknecht zu stricken, damit z.B. Herr Westerwelle sich mal wieder empören kann.
Oh ja, und wenn die Linke gut beraten ist, dann verschiebt sie Programmdebatte bis auf die Zeit nach der Landtagswahl in NRW.
Glufamichl, Sie sind einfach nur arm.
"Von dort habe sich Lafontaine zu seiner Wohnung bringen lassen,
wo die damalige Europaabgeordnete Sahra Wagenknecht eingetroffen
sei." - Herlichen Glueckwunsch Sueddeutche Zeitung, da haben Sie's ja
tatseachlich geschafft die Story noch mal anzubringen! Und wie man an
dem Kommentar des users Glufamichl sieht, hat sich bei Ihnen ja auch
schon die richtige Leserschaft eingefunden!
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