Linken-Chef protestiert in Athen Riexinger verärgert CDU

Er kritisiert die Euro-Politik von Kanzlerin Merkel und will auf einer Protestkundgebung in Athen als Redner auftreten. Damit hat Linken-Chef Riexinger die CDU gegen sich aufgebracht. CDU-Europapolitiker Krichbaum nennt sein Verhalten skandalös. Durch seine Teilnahme heize er die Proteste in Athen weiter an.

Die Ankündigung von Linken-Chef Bernd Riexinger, zu den Demonstrationen in Athen zu reisen, verärgert die Union. Der CDU-Europapolitiker Gunther Krichbaum hat Riexinger vorgeworfen, die Proteste durch seine Teilnahme anzuheizen. "Dass er sich hier an Demonstrationen beteiligt, gewissermaßen da auch Öl ins Feuer gießt, das ist schon wirklich skandalös", sagte Krichbaum am Dienstag im Deutschlandfunk.

Riexinger will bei Protesten gegen den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen als Redner auftreten - und hat seine Kritik an der Kanzlerin erneuert. Er wirft ihr vor, mit ihrer Politik eine Erholung der griechischen Wirtschaft zu verhindern. "Wir machen sie dafür verantwortlich, dass jetzt die Wirtschaft in Griechenland auf diesem Weg nicht auf die Beine kommt", sagte er im Deutschlandfunk. Man sehe, dass die griechische Wirtschaft abgewürgt werde und die Politik tatsächlich scheitere. Zu den Demonstrationen anlässlich des Besuchs von Merkel in Athen am Dienstag sagte Riexinger, er könne gut verstehen, dass die Menschen erbost über die Politik seien.

Was von der Hoffnung übrig bleibt

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Unionspolitiker Krichbaum hingegen lobte Merkels Besuch als gutes Signal. "Ich halte es für eine gute Geste von Angela Merkel, jetzt nach Griechenland zu reisen", sagte er. "Ich bin sehr davon überzeugt, dass die große Anzahl der Griechen das sehr wohl zu schätzen weiß." Der Politiker warnte davor, die Proteste in Athen überzubewerten. Griechenland habe viele Jahre über seine Verhältnisse gelebt und müsse jetzt seine Hausaufgaben erledigen. "Auf der anderen Seite gibt es aber eben auch die Solidarität, dass man das Land nicht fallenlässt."

Für den Besuch Merkels gilt in Athen die höchste Alarmstufe. Am Dienstagmorgen sperrte die Polizei das gesamte Regierungsviertel ab. Polizisten wurden auch entlang der Zufahrtsstraße vom Flughafen nach Athen gesichtet. Demonstrationen innerhalb des Regierungsviertels waren am Vorabend verboten worden. Verdächtig aussehende Passanten wurden nach Augenzeugenberichten am Morgen kontrolliert. Später sollten aus Sicherheitsgründen auch sechs U-Bahnstationen und zwei Schulen geschlossen werden.