"Undifferenziert und emotional": Erzbischof Zollitsch greift Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger für Äußerungen zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche scharf an.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) wegen ihrer Äußerungen zu den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen scharf angegriffen. Noch nie habe es in der Politik eine "ähnlich schwerwiegende Attacke auf die katholische Kirche gegeben", sagte der Erzbischof in Freiburg anlässlich der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe.
Erzbischof Robert Zollitsch ärgert sich über ein Interview von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. (© Foto: dpa)
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Leutheusser-Schnarrenberger hatte in einem Fernsehinterview gesagt, die katholische Kirche erwecke bislang nicht den Eindruck, dass sie auch nur bei Verdachtsfällen mit den Strafverfolgungs- behörden konstruktiv zusammenarbeiten wollte. Zollitsch nannte die Äußerungen "undifferenziert und emotional". Er erwarte, dass Leutheusser-Schnarrenberger sie innerhalb von 24 Stunden zurücknehme.
Die Ministerin hat Zollitsch zufolge zudem suggeriert, dass die inzwischen rund 120 Missbrauchsfälle auch aus der jüngeren Vergangenheit stammten. Fakt sei, dass diese Fälle 25 bis 30 Jahre zurücklägen. "Ich wehre mich nachdrücklich gegen falsche Tatsachenbehauptungen und maßlose Polemik", sagte Zollitsch. Er habe bereits am Montag keinen Zweifel daran gelassen, dass alle Fälle lückenlos aufgeklärt werden müssen.
"Die staatlichen Behörden sind schnellstmöglich eingeschaltet", sagte der Bischof. Die Staatsanwaltschaft erhalte alle Einblicke.
Er habe der FDP-Politikerin einen Brief geschrieben und wolle außerdem noch am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefonieren, sagte Zollitsch weiter. Die Äußerungen der Ministerin seien nicht akzeptabel. "Irgendwo gibt es Grenzen", sagte er.
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(sueddeutsche.de/dpa/aho)
New Yorker Bürgermeister will Soft-Drinks verbieten
"3.02.2010 16:57:29
Kleiner Fisch:
Offensichtlich brauchen die Deutschen immer eine Religionsgemeinschaft, auf die sie einhauen können. ..."
Welch dummdreister Kommentar. Schämen Sie sich.
Ja mei,so sams halt,die Bischöf.
Jeder will Kardinal werden,
und da müaßns halt nach oben buckeln,
und na uanten tretn.
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Mit was für einer Überheblichkeit die Kirche hier auftritt. Erst kehren sie alles unter den Teppich. Danach stellen sie Ultimaten. Mir fehlen die Worte.
P.S. Ist ja nicht so, daß dies nur in Dtl. der Fall ist. Überall vergingen sich Priester nach einem ähnlichen Muster...
Hoffentlich knickt die Justizministerin nicht ein. Denn wenn sie ihre Aussage zurücknähme, würde sie die Wahrheit widerrufen.
Tatsache ist doch dass die KK bisher auf sexuelle Übergriffe ihres Bodenpersonals mit Vertuschung und nicht mit Anzeigen bei den Strafverfolgungsbehörden reagiert hat. Und deshalb hat Frau Doppelname auch kurz vor der NRW-Wahl mit möglicherweise vielen katholischen Wählern nichts zurückzunehmen.
Dem beleidigten Herrn Zollitsch kann man nur viel Spaß vor Gericht wünschen. Es wird doch ein Heiden-Spaß, wenn die Kirche einem Gericht beweisen muss, in welchen Fällen sie schon einmal bei sexuellen Übergriffen ihrer Mitarbeiter mit den Behörden kooperiert hat.
Im Übrigen sollte Merkwürden Zollitsch zur Kenntnis nehmen, dass es in unserem Staat eine Verfassung gibt, die im Artikel 5 Meinungsfreiheit garantiert. Nach gängiger Rechtsprechung wird lediglich Schmähkritik von dieser Meinungsfreiheit-Schutzgarantie nicht gedeckt. Und auch wenn die Kirche, die sich mit Kritik generell schwertut, das anders empfinden mag: In der Äußerung der Ministerin ist nichts Schmähendes zu entdecken.
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