Mitten im westlichen Hightech-Land Israel betreiben ultraorthodoxe Juden Geschlechtertrennung auf Taliban-Art. Immer häufiger gehen die Frömmler mit Gewalt gegen vorgebliche Sittenverstöße in Jerusalem vor. Doch nun formiert sich Widerstand in der Bevölkerung.
Es ist ein Ort mit wohlklingendem Namen. Or Hachaim heißt dieses Geschäft, Licht des Lebens, und der Laden strahlt eine Ruhe aus, wie sie nur in Buchhandlungen zu finden ist. Es wird geblättert und geraschelt, die Kundschaft huscht durch die Reihen brauner Holzregale, und in die Stille hinein raunzt der Verkäufer David Rotenberg: "Tüten mit Scheiße haben sie uns hier reingelegt, direkt neben die heiligen Schriften. Da siehst du mal, wie krank die sind."
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Ultraorthodoxe Juden während einer Protestaktion gegen eine Homosexuellen-Parade in Jerusalem. (© REUTERS)
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Ein schmutziger Kampf, einer, der zum Himmel stinkt, tobt um diesen Buchladen mitten in Mea Schearim, dem ultraorthodoxen Wohnviertel im Zentrum von Jerusalem - und dies hier ist nur einer der unübersichtlich vielen Schauplätze, an denen derzeit um die Zukunft des ganzen Landes gerungen wird. Es kämpfen die säkularen Kräfte gegen die radikal-religiösen, es geht um jüdische Demokratie versus jüdische Theokratie.
In Mea Schearim ist dieser Kampf eigentlich schon längst entschieden, die Frommsten der Frommen bestimmen alle Regeln. Haredim werden sie genannt, die Gottesfürchtigen, weil sie von früh bis spät nur Thora und Talmud studieren. Doch Furcht verbreiten auch sie selbst überall dort, wo sie einen Verfall der Sitten wittern. Und sogar in ihrer Hochburg Mea Schearim sind sie noch fündig geworden - in den Regalen von Or Hachaim.
Fäkalwurf, verpackt in der Tüte
Unanständige Bücher haben sie dort ausgemacht, es ging um Zionismus und solche Sachen, und das schreit nach Aktion. "Ich weiß gar nicht mehr, wie oft sie die Fensterscheiben eingeworfen haben", sagt David Rotenberg, "bestimmt fünf oder sechs Mal, und die Polizei hat nie etwas dagegen unternommen." Am Ende kam dann noch die Sache mit den Fäkalien in Tüten, dann sind die Buchhändler eingeknickt. Rotenberg spricht von einem "Kompromiss", der darin besteht, dass die Radikalen freundlicherweise keine Steine mehr werfen und dafür bestimmen dürfen, welche Werke aus den Regalen zu verschwinden haben.
Heute finden sich bei Or Hachaim nur noch Bücher mit dem Koscher-Siegel der jüdischen Glaubenskrieger. Da gibt es den Erziehungsratgeber mit dem Titel "Frag den Rabbi", den Bildband "Erhabenheit und Ruhm" über die schönsten Synagogen Israels und natürlich heilige jüdische Schriften auf Hunderten laufenden Metern. Am Eingang zum Laden musste überdies ein Schild angebracht werden. "An unsere weiblichen Kunden", steht darauf geschrieben, "wir bitten Sie von ganzem Herzen, das Geschäft nur in züchtiger Kleidung zu betreten." Die Radikalen, so viel ist klar, haben die Schlacht gewonnen. Wieder einmal.
Angefangen hatte es ja schon vor zehn Jahren mit den Bussen, in denen sie die Geschlechtertrennung erzwungen haben - vorn sitzen die Männer, hinten die Frauen. Dann wurden zum Laubhüttenfest in Mea Schearim die Wege zur Synagoge mit einem Vorhang geteilt, damit sich Männer und Frauen nicht begegnen konnten. Und als vorige Woche die Wahlen zur Bezirksvertretung anstanden, ging der Kampf um getrennte Wahlurnen los.
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"Heute finden sich bei Or Hachaim nur noch Bücher mit dem Koscher-Siegel der jüdischen Glaubenskrieger. "
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Koscher, koscherer, fundamental-koscher ....
Man glaubt es nicht, auf welche Irrwege Menschen gelangen können, wenn sie vom Religionsbazillus befallen sind.
der Israelis gefallen läßt ist schon erstaunlich und eigentlich nicht hinnehmbar.
Eine Gruppe von religiösden Nichtsnutz , schmarotzt im Staate, trägt zu dessen Funktion und Erhalt nichts bei und trotzdem bestimmen sie maßgeblich wo es lange geht, denn sie gehen wählen das haben die raus, ihre hohe Anzahl macht den Unterschied.
Die Sekularen müssen sich wehren sonst bleibt ihnen nur auswandern.
Nun- auch wenn dieser Bericht dankenswerterweise die kleinen Wahrheiten teilweise aufdeckt-
zum Beispiel dass die immer wieder herbeigeschworene "christl- jüdische gemeinschaft" nur ein politischer kampfbund gegen den bösen islam ist-
so bleibt doch die Frage, ob nicht -zum Schutz der welstl. Wertegemeinschaft und Demkokratie- mal deutsche Natosoldaten vorbeischauen und für Recht und Ordnung sorgen sollten-----
Nein!!- das sollten Sie natürlich genausowenig wie in islamischen Ländern.
Aber es sollte weiterhin gegen das positive Vorurteil der vermeintlich ähnlichen Religion Judaismus Aufklärung betrieben werden- Dieser religiöse und politische Fundamentalismus bringt nur Krieg.
Dieser Budenzauber dauert schon viel zu lange. Religiösen Fanatismus gibt es in jeder Kultur und er gehört bekämpft, wo immer er sein hässliches Haupt hebt. Ich wünsche Mickey Gitzin und seinen Mitstreitern viel Erfolg, Kraft und einen langen Atem.
Unter den ultra-orthodoxen Juden gibt es einfach zu viele, die Gewalt für ein probates Mittel zur Durchsetzung ihrer Ansichten halten. Und der Staat hat sie viel zu lange gewähren lassen. Wird Zeit, dass sich das ändert.
Wenn Sie sie die Berechtigungen für den im Artikel beschriebenen Klerikal Terror a la Israel nur am radikalislamischen Iran messen, dann gehen Sie doch dorthin, da dürfen Sie Ihre Frauen auch noch auspeitschen und steinigen (wenns überhaupt stimmt) und dann können Sie mit Ihren Atomwaffen gemeinsam die zivilisierte Welt zum jüngsten Tag bomben. Da wollen sie doch schon seit Jahrtausenden (5772) hin.
Das Alles ist krank, Man könnte Israel ja auch zu einer Aussenstelle der Psychartrie von Camarillo erklären.
Paging