Schelte vom neuen Wehrbeauftragten: In seinem ersten Bericht diagnostiziert Hellmut Königshaus Defizite bei Ausbildung und Ausrüstung in der Bundeswehr - und greift Verteidigungsminister zu Guttenberg an.
Die Vorwürfe kommen für Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zur Unzeit: Während der Verteidigungsminister erwägt, den Wehrdienst komplett abzuschaffen, wird Kritik laut, der CSU-Politiker gefährde mit seiner Knapserei das Leben deutscher Soldaten.
Bild vergrößern
Ausbildungs- und Ausrüstungsmängel noch nicht behoben: Der neue Wehrbeauftragte Hellmuth Königshaus (FDP) wirft dem Verteidigungsministerium von Karl-Theodor zu Guttenberg Versäumnisse vor. (© ddp)
Anzeige
Der neue Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), hat dem Verteidigungsministerium laut einem Zeitungsbericht vorgeworfen, Mängel bei der Einsatzvorbereitung und Ausrüstung von Soldaten zu ignorieren. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) vorab berichtet, kritisiert Königshaus in seinem ersten Zwischenbericht an den Verteidigungs- und Haushaltsausschuss, die schweren Defizite in diesen Bereichen seien nach wie vor nicht abgestellt worden.
"Bemühungen um Abhilfe konnten nicht festgestellt werden"
Nach dem Tod von insgesamt sieben deutschen Soldaten in Afghanistan war im April eine Debatte über Ausbildungs- und Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr entbrannt. Bundesverteidigungsminister und Kanzlerin hatten damals zugesichert, alles zu tun, um die Sicherheit der Soldaten im Einsatz sicherzustellen.
Vor allem bei der Ausbildung der Soldaten habe die Bundeswehrführung jedoch nicht auf frühere Klagen über gravierende Mängel reagiert, schreibt Königshaus in dem Bericht über das erste Halbjahr 2010, der der FTD vorliegt: "Bemühungen um Abhilfe konnten nicht festgestellt werden."
Besonders gravierende Mängel bestehen nach Ansicht des Wehrbeauftragten auch bei der Ausbildung der Soldaten in der Heimat. Die Defizite beträfen sowohl die Grundausbildung als auch die Vorbereitung auf Einsätze. Einsatzsoldaten klagten weiterhin über "die unzureichende oder zum Teil gänzlich fehlende Ausbildung an Schusswaffen".
Königshaus bemängelt darüber hinaus die Ausrüstung der Soldaten: Es stünden nicht genügend geschützte Fahrzeuge zur Verfügung, um alle Soldaten hinreichend an den Geräten zu trainieren, zitiert die FTD aus dem Bericht. Besonders in der Kritik stehen demnach die eingesetzten Sanitätsfahrzeuge des Typs Yak, die von Soldaten und Vorgesetzten als "nicht geeignet" beurteilt worde seien. Mitte April war ein Oberstabsarzt in einem Yak bei einem Angriff von Taliban ums Leben gekommen. Auch seien bereits in früheren Berichten festgehaltene Schwächen bei Panzerwagen des Typs Dingo noch nicht behoben worden.
In seinem Bericht stellt Königshaus laut FTD einen direkten Zusammenhang zwischen dem Sparzwang bei der Bundeswehr und Sicherheitsrisiken für die Soldaten her. Durch Kürzungen der Haushaltsmittel für den Betrieb der Hubschrauber im Heer und der daraus resultierenden weiteren Reduzierung der Flugstunden seien "die Flugsicherheit und letztlich Leben und Gesundheit der Besatzungen" gefährdet, kritisiert der FDP-Politiker.
- Thema
- Bundeswehr RSS
- Verteidigungsminister Guttenberg Rücktrittsgerüchte und Dementis 12.06.2010
- Guttenberg in der Kritik Die einsame Show des bayerischen Barons 14.06.2010
- Guttenberg: Einschnitte bei der Bundeswehr Der König der Sparminister 02.06.2010
- Entscheidung im Bundestag Wehrdienst auf sechs Monate verkürzt 18.06.2010
- Bundeswehr unter Sparzwang Guttenberg sägt an Wehrpflicht 11.06.2010
- Umstrittener Internet-Clip Die Bundeswehr als Ballerspiel 18.11.2011
- Umstrittener Internet-Clip Die Bundeswehr als Ballerspiel 18.11.2011
(sueddeutsche.de/AFP/jobr/woja)
Als der Hofhund den Papagei fraß
Rücktrittsgerüchte und Dementis
Die einsame Show des bayerischen Barons
Der König der Sparminister
Wehrdienst auf sechs Monate verkürzt
Guttenberg sägt an Wehrpflicht
Wehrpflicht vor dem Aus
Königshaus war Mitglied im Verteidigungsausschuss - dieser spielt eine wichtige Rolle bei der Verabschiedung des Verteidigungsbudgets und bei der Beschaffung von Ausrüstung und Material für die Bundeswehr.
offentsichtlich ging das alles an ihm vorbei!!!
Was die Mi24 angeht haben Sie absolut Recht!, einer der besten und robustesten Hubschrauber, bis heute, vor allem die modernisierten Modellle Mi35, da Transporter, Kampfhubschrauber und fliegende Artillerie in einem, stark gepanzert und robust, schnell, stark, robust gegen Sand und Hitze und kostet einen Bruchteil von dem was ein Tiger oder NH90 kostet, obwohl er beiden als Gesamppaket sogar überlegen ist, denn der Tiger ist ein reiner KAmpfhubschrauber, konzipiert für die europäishce Klimazone, und der NH90 ein reiner Transporter mit kaum Bewaffnung.
@Dampflokomotive, teilweise Zustimmung, nicht aber zum Thema Afghanistan, denn dieser Logik nach hätten sich die GI´s bis heute nicht aus Vietnam und die Russen bis heute nicht aus Afghanitan zurückgezogen und die Opferzahlen wären auf beiden Seiten dadurch verzigfacht.
Wir sind leider mit dort, der Krieg ist aber längst verloren, Taliban und andere Wiederständler sind militärishc nicht zu besiegen, werden aber so lange weiterkämpfen bis alle Besatzer aus dem Land sind.
Bedeutet, Abzug ist die einzigste Option, besser früher als später und NUR eine politische Lösung wird möglich sien, zu der sogar die Taliban mehrfach verhandlungsbereitshcaft signalisierten, aber bisher immer die USA dies ablehnten, klar, denn gäbe es eine Einigung, gäbe es keinen Grund mehr das Land weiter bestezt zu halten, aber die Amis sind gekommen um zu bleiben, denn as Land ist geostrategishc und ökonomisch viel zu wichtig für die US Imperialen Träume in der Region und man hat schon viel zu viele Milliarden und das Leib und Leben eigener Soldaten geopfert
ist schon seit Jahren das was man im Grunde Hochverrat nennen kann.
In meiner Kompanie haben wir nach enormen Anstrengungen 40% der Fahrzeuge in einen Zustand bekommen in dem man ausbilden konnte. Gefechte fuehren? Vollkommen undenkbar. Nach meiner Beobachtung war das die Norm in der Brigade, dennoch sind immer 70-80% als einsatzbereit ausgewiesen worden.
Unvergesslich bleibt mir der Befehl das wir fuer die Einsatzkraefte unseren einzigen Satz dicke Unterwaesche abzugeben haetten.Befohlen, getan, nach der naechsten Musterung durch den Brigadekommandeur wurde die Nutzung der, meist von Zeitsoldaten privat beschafften, "Zivilunterwaesche" geruegt, dass gaebe ein schlechtes Beispiel fuer die Rekruten, welche sich schliesslich auch den Ar... mit dem dienstlich gelieferten bzw. nicht gelieferten Zeug abfrieren muessen.
Solche Geschichten kann glaub ich jeder berichten, der Ende der Neunziger gedient hat, denn in der scharfen Kampfausbildung wurde es noch viel schlimmer.
Ihr Beitrag ist richtig und ich kann ihn nur zustimmen,bis auf Afghanistan,da sind wir nun mal im Boot. Heraus koennen wir erst wenn es fuer die Menschen dort etwas besser ist. Ob es richtig war dorthin zu gehen,da wird man sich noch sehr lange streiten. Der Beitrag von Koenigshaus stimmt, was die Hubschrauber betrifft sowieso,da ist nichts mehr mit sparen.. Auch das Dissaster mit der NH-90 geht auf den Irrsinn des falschen Sparens zurueck. Es geht nur eines,entweder ich habe eine Armee,dann muss ich auch dafuer sorgen das sie Zeitgemaess Ausgeruestet ist und gefuert wird. Oder ich schaffe sie ganz ab,mit all den Folgen fuer unser Land. Auch ist es interessant,das die US Armee die russische Mil-24 Einsetzt und ihre Piloten in der Techien dafuer ausgebildet werden,die Bundeswehr hat sie alle verschenkt und der Rest gammelt in Ungarn noch heute vor sich her. Die Bundeswehr hat in den letzten 20 Jahren mit ihren Verteidigungsministen keine gute Hand gehabt,es waren nur Leute die diesen Steinbruch zum Sparen gebraucht haben. Von und zu Guttenberg ist nur ein weiterer Sargnagel dafuer und die Kanzlerin duckt sich ab.
Paging