Krieg in Libyen USA sollen sich mit Gaddafi-Gesandten getroffen haben

Zwischen den USA und dem Regime des libyschen Machthabers ist es nach einem CNN-Bericht erstmals zu direkten Gesprächen gekommen. Ein Sprecher der Gaddafi-Regierung interpretierte dies als "ersten Schritt" zum Dialog, die US-Vertreter waren da allerdings anderer Meinung.

Zwischen den USA und dem Regime des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi soll es am Wochenende erstmals zu direkten Gesprächen gekommen sein. Ein Sprecher der libyschen Regierung nannte die Beratungen in Tunesien vom Samstag einen "ersten Schritt", berichtete der US-Fernsehsender CNN. Es sei nicht verhandelt worden, verlautete dagegen aus dem US-Außenministerium. Zweck des Gesprächs sei lediglich gewesen, "zu übermitteln, dass Gaddafi gehen muss".

Der Sprecher der Regierung in Tripolis, Musa Ibrahim, habe unterstrichen, Libyen begrüße weitere Schritte seitens der USA. "Wir sind bereit, über Ideen für das weitere Fortkommen zu beraten, dass Menschen nicht weiter zu Schaden kommen, dass dieser Konflikt endet und dass die beschädigten Beziehungen zwischen Libyen und den USA und anderen Nato-Staaten wieder in Ordnung kommen", so Ibrahim.

CNN zitiert derweil einen ranghohen Beamten des Außenministeriums in Washington, nach dessen Worten die dreistündige Unterredung in der tunesischen Hauptstadt Tunis "ein einmaliges Treffen war, um eine klare Botschaft zu senden" und kein Beginn von Verhandlungen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP nahmen auch der US-Assistenzstaatssekretär für den Nahen Osten, Jeffrey Feltman, sowie der aus Tripolis abgezogene US-Botschafter, Gene Cretz, an dem Treffen teil.

Kämpfe um Ölhafen Al-Brega

Der Vormarsch der Rebellen im Osten Libyens geriet am Montag ins Stocken. Die Aufständischen meldeten Straßenkämpfe aus der Ortschaft Al-Brega, wo einer der Ölhäfen des Landes liegt. Berichte, wonach die Truppen Gaddafis bereits die Flucht gen Westen, in Richtung Ras Lanuf und Sirte, angetreten haben sollen, konnten von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden.

Die Medien der Aufständischen behaupteten auch, dass einer der Söhne von Gaddafi, Mutassim, am Wochenende zusammen mit etlichen Offizieren von Al-Brega nach Sirte geflohen sei. Gleichzeitig warfen die Rebellen den Truppen von Gaddafi den illegalen Einsatz von Landminen vor, die ihren Vormarsch behinderten. Die Regierungstruppen hätten in der Wüste rund um Al-Brega Zehntausende Minen verlegt, hieß es.

Die russische Regierung betonte unterdessen, sie werde den Übergangsrat der Rebellen weiterhin nicht als einzige legitime Volksvertretung ansehen. "Dies würde bedeuten, in einem Bürgerkrieg Partei zu ergreifen und gleichzeitig die Regierung in Tripolis zu isolieren", sagte Außenminister Sergej Lawrow. Die USA hatten sich in der vergangenen Woche eindeutig auf die Seite der Rebellenvertretung in Bengasi gestellt.