Krieg in Libyen Gaddafi droht Europa mit Anschlägen

Hohle Drohung oder ernstgemeinter Akt der Verzweiflung? Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi hält in Tripolis eine wirre Rede, in der er die Nato-Staaten vor einer "Katastrophe" warnt.

In einer wirren Rede hat der libysche Machthaber Muammar al- Gaddafi die Nato-Staaten und ihre Mächtigen bedroht. Das libysche Volk werde ihnen eine "Katastrophe" bescheren, sagte er in einer Audio-Botschaft.

Er wolle die Schlacht von Libyen ins Mittelmeer und nach Europa tragen, sagte Gaddafi. Den Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Italien und Großbritannien drohte er mit Angriffen auf ihre Amtssitze, Familien und Privathäuser: "Wenn wir es beschließen, können wir ihn (den Kampf) auch nach Europa bringen."

Gaddafis Rede wurde vor Tausenden seiner Anhänger auf dem zentralen Grünen Platz in Tripolis übertragen. Sie schwenkten grüne Landesfahnen. Gaddafi versicherte ihnen, er denke nicht daran, aufzugeben. Die Nato forderte er auf, ihre Luftangriffe einzustellen. "Verhandeln Sie mit dem libyschen Volk", sagte er.

Libyen ist de facto ein geteiltes Land. Die Rebellen kontrollieren große Gebiete, vor allem im Osten des Landes, Gaddafi den Rest inklusive der Hauptstadt Tripolis. Die Nato fliegt seit März Luftangriffe gegen Regierungstruppen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat inzwischen Haftbefehle gegen Gaddafi, seinen Sohn Saif al-Islam und den libyschen Geheimdienstchef Abdullah al-Sanussi erlassen.