Italien Alles Schlechte kommt von oben

"Unsere Stadt, unser Volk, hat die Ungerechtigkeiten satt. Wir werden uns alles zurückholen, was ihr uns genommen habt", schreibt Neapels Bürgermeister Luigi De Magistris in einem Facebook-Post.

(Foto: Ciro Fusco/dpa)

Die Süditaliener sind überzeugt: Ob in der Politik, in der Wirtschaft, im Fußball - wir werden vom Norden nur betrogen. Über gefühlte Wahrheiten und gefährliche Spaltungen.

Von Oliver Meiler

Da kommt der Kardinal, wie in Zeitlupe. Lautlos gleitet sein schwarzer Dienstwagen über den großen Platz, vorbei am Gran Caffè Gambrinus und an den Sicherheitsschranken. In der Ferne steht der Vesuv in milchigem Dunst. Es ist viel zu heiß für die Jahreszeit, dreißig Grad schon vor Mittag. Zum Glück spielt die Blaskapelle der Carabinieri, sie schmettert die italienische Nationalhymne über die Piazza del Plebiscito. Nicht perfekt, oh nein, aber fröhlich beschwingt.

Nur für Abonnenten

Lesen Sie die besten Reportagen, Porträts, Essays und Interviews der letzten Wochen.

Hier geht es zu allen SZ-Plus-Texten.

Dann geht die Tür hinten links auf. Der Kardinal ...