Simple Hygienemaßnahmen sind kein Firlefanz, sondern retten Leben. Das ist altbekannt, doch haben Ärzte und Politiker das Problem unterschätzt. Der Ruf nach verbindlichen Regeln kommt Jahrzehnte zu spät.
Es ist nicht falsch, dass Gesundheitspolitiker nun bundesweit verbindliche Hygieneregeln für Krankenhäuser fordern. Nur: Es ist Jahrzehnte zu spät. Bereits vor mehr als 160 Jahren entdeckte der Arzt Ignaz Semmelweis, dass einfachste Sauberkeits-Maßnahmen über Leben und Tod von Patienten entscheiden.
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Auch wenn es lästig ist: Ständiges Desinfizieren der Hände ist kein zeitfressender Firlefanz. (© dpa)
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In Deutschland werde dem Thema wenig Bedeutung beigemessen, beklagen Fachleute seit Jahren, und zwar von Seiten der Politik ebenso wie von Seiten vieler Ärzte und Pfleger. Nun mussten drei Säuglinge sterben, damit die Brisanz des Themas öffentlich wird und man nun hoffen darf, es möge sich endlich etwas ändern.
Die um Jahre verzögerte Reaktion der Politik zeigt aber auch: In Deutschland mangelt es nicht nur an Verordnungen. Viel mehr fehlt es noch immer an dem Bewusstsein, das Semmelweis seinen Kollegen schon Mitte des 19. Jahrhunderts zu vermitteln versuchte: die Einsicht, dass Hygiene mehr ist als ein Luxus, den sich nur gut ausgestattete Kliniken leisten können.
Ärzte und Pfleger, die ohnehin nicht wissen, wie sie all ihre Patienten versorgen sollen, halten das ständige Desinfizieren der Hände oder das häufige Wechseln des Kittels oft für zeitfressenden Firlefanz, den sie sich im hektischen Arbeitsalltag nicht leisten können. Das ist angesichts der hohen Arbeitsbelastung einerseits verständlich: Natürlich ist es lästig, nach jedem Handgriff zum Desinfektionsmittel zu greifen. Doch zu Recht erwartet der Patient vom Arzt oder Pfleger nicht nur, dass die Arbeit irgendwie erledigt wird; sondern dass alles getan wird, um Heilung zu beschleunigen - und um zu verhindern, dass die Behandlungen ihn noch kränker machen.
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... ist es die hoch komprimierte ignorante arroganz eines ganzen berufstandes der sich auf einem niveau befindet dem es nicht eimal im aller geringsten gerecht wird.
dass der Arbeitstag zum Dauerlauf mit stündlichem Endspurt wird und schon hat man eine super Bilanz, das die Gewinnorientierung des privatisierten "Gesundheits"wesens bestens beschreibt, da die Anschlussbehandlungen ins Uferlose wachsen... besser kann man doch nicht vorsorgen.. durch Kostenreduzierung auf Kosten der Arbeitnehmer und eingebaute Selbstversorgungsmechnismen mit ausgelasteter Bettenzahl, so verdient man am besten in der durchprivatisierten Ökonomie - o.k. mit gelegentlichen Abgängen,über die die Medien sich leider ohne Kenntnis der tieferliegenden Kosten-Nutzen-Rechnung ereifern.
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... dass die aus Hygienefehlern entstehenden Behandlungskosten das Haus nicht belasten (oder ihm sogar Geld bringen) würden, stimmt im Zeitalter der Fallpauschalen und der KH-Hygiene nicht mehr, im Gegenteil: genau diese Kosten sind die einzigen (und zunehmend scharfen) Waffen, die die Hygieniker haben.
Was den Staatsanwalt angeht, lassen Sie den in den meisten Fällen mal lieber zuhause. Wenn über molekularbiologische Beweisketten überprüft würde, wer da im Einzelfall den Finger nicht rechtzeitig aus dem A...h genommen hat, würde auf einer Normalstation regelmäßig herauskommen, dass die Patienten sich gegenseitig (oder sogar selber) umbringen ... hinter manchen Menschen kann man überhaupt nicht effektiv hinterherputzen, sei es eine verwirrte Person, die die Finger an sich selber überall hat, sei es ein Mensch mit von Haus aus mangelhaften Hygiene-Standards.
Nur müssen die nicht vom Krankenhaus bezahlt werden, sondern werden von den Krankenkassen übernommen. Ein Patient muss 8 Wochen im Krankenhaus liegen wegen einer MRS-Infektion? Muss die Krankenkasse halt mehr bezahlen (und nicht nur den Aufenthalt im Krankenhaus, auch die Medikamente, Verdienstausfall, ggfs. auch Witwen- und Waisenrenten etc.)
Würden die Krankenhäuser für diese Kosten in Regress genommen, dann würde jeder Krankenhausmanager auf seine Hygiene-Spezialisten hören.
Und wenn bei jedem Todesfall die Staatsanwaltschaft ermitteln würde, und die ersten 3 Ärzte und Pfleger wegen Mord verurteilt werden, dann würden sich auch die Ärzte und Pfleger an die Anweisungen halten.
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