Eine weitere Hilfsgüter-Flottille für den Gaza-Streifen könnte Israel bald vor neue Herausforderungen stellen. Diesmal schicken Iran und der Libanon Schiffe.
Eine weitere Hilfsgüter-Flottille für den Gaza-Streifen könnte Israel schon bald vor neue Herausforderungen stellen. Denn die Boote sind von heikler Herkunft: Sowohl aus Iran als auch aus dem Libanon wird gemeldet, dass entsprechend ausgerüstete Schiffe startklar seien. Offenbar haben Israels ärgste Feinde nun die hohe See als schwache Flanke erkannt, an der sie dem jüdischen Staat vor den Augen einer kritischen Weltöffentlichkeit heftig zusetzen können. Israels Militär jedoch will sich nicht in die Enge treiben lassen. Gewohnt deutlich werden die potentiellen Blockadebrecher gewarnt.
Bild vergrößern
Die Situation nach dem blutigen Sturm auf das türkische Hilfsschiff Mavi Marmara (im Hintergrund) ist immer noch aufgeheizt. Doch was jetzt am Horizont erscheint, zeigt Israels Regierung, dass das Flottillen-Fiasko noch längst nicht durchgestanden ist. (© afp)
Anzeige
Nach einigem propagandistischen Getrommel, bei dem die Teheraner Führung ursprünglich sogar die Begleitung der Schiffe durch die paramilitärischen Revolutionsgarden angekündigt hatte, hat sich nun herauskristallisiert, dass der Iranische Rote Halbmond allein verantwortlich zeichnen soll für die maritime Hilfslieferung an die Palästinenser. Zweimal bereits hatte diese Organisation in der Vergangenheit erfolglos versucht, Schiffe mit Hilfsgütern nach Gaza zu schicken, zuletzt kurz nach dem Krieg im Januar 2009. Nun soll ein erster Frachter - Teheraner Angaben zufolge beladen mit gespendeten Lebensmitteln und Arzneien - den Hafen von Bandar-Abbas bereits verlassen und Kurs auf den Gaza-Streifen genommen haben. Ein zweites Schiff soll noch in der Türkei Zwischenstation machen.
In Israel wird das als pure Provokation verstanden. Der Iranische Rote Halbmond gilt der Regierung nicht als Hilfsorganisation, sondern als Handlanger der Geheimdienste. Als Beleg dafür wird auf einen CIA-Bericht aus dem Jahr 1996 verwiesen. Überdies stünde zum Beispiel das Schiff Iran Shahed (Iranischer Märtyrer), das 2009 die Blockade brechen sollte, wegen Waffenschmuggels auf einer Schwarzen Liste der USA. Die israelische Marine erklärt, sie sei gerüstet für den Einsatz gegen "Provokateure" an Bord. Doch die Gegenseite zeigt sich davon wenig beeindruckt. "Wir fürchten die israelischen Drohungen nicht", wird einer der iranischen Organisatoren zitiert. "Sie können höchstens unser Schiff konfiszieren, oder wir sterben als Märtyrer."
So aufgeheizt ist die Lage immer noch nach dem blutigen Sturm auf das türkische Hilfsschiff Mavi Marmara, dass sich selbst mit Gerüchten trefflich Stimmung machen lässt. Zur Flottille, die in den nächsten Tagen schon aus dem Libanon nach Gaza schippern soll, könnte auch ein Hisbollah-Schiff gehören, meldet die israelische Zeitung Jedioth Ahronot. Der besondere Clou: Es sollen nur Frauen an Bord sein. Das israelische Militär wird demnach von den Islamisten nun mit allen Waffen bekämpft, auch mit weiblichen.
In Gaza träumt die Hamas unterdessen von einem großen Flottillen-Finale zum Ende des Fastenmonats Ramadan im September. Aus aller Welt sollen dann Hilfsschiffe vor Gazas Küste auftauchen. Bis dahin ist es noch eine Weile hin. Doch was nun bereits am Horizont erscheint, zeigt Israels Regierung, dass das Flottillen-Fiasko noch längst nicht durchgestanden ist.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Nahost-Konflikt UN-Gesandter: Israels Politik ist gescheitert 16.06.2010
- Gaza-Blockade Blair: Israel will Gaza-Blockade lockern 14.06.2010
- Israelischer Angriff auf Gazakonvoi Biden sieht Israel im Recht 03.06.2010
- Israel entert Frachter Voll auf Angriff 05.06.2010
- Netanjahu nach Angriff auf Hilfskonvoi "Es war eine Flotte des Hasses" 03.06.2010
- Politik kompakt Trittin: Merkel soll die Vertrauensfrage stellen 14.06.2010
- Politik kompakt Zwei Bundeswehrsoldaten bei Anschlag verletzt 13.06.2010
(SZ vom 16.06.2010/segi)
Russland unter Putin
Und ich fürchte IHNEN scheint entgangen zu sein, dass das nicht stimmt sondern eine reine Propagandabehauptung Israels ist. Die UN hat in Gaza zwei Dinge festgestellt:
1. Es gibt keinerlei Beweise für die Behauptung, die Palästinenser würden Frauen und Kinder als Schutzschilder missbrauchen
2. dagegen gibt es unwiderlegbare Beweise, dass das von den Israelis praktiziert wird. Googeln sie mal unter "Johnny-Prozedur" oder lesen sie hier nach www.hagalil.com/archiv/2009/08/10/schweigen-brechen-2/
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
"WAS bitteschön, soll man denn tun, damit Israel zufrieden ist?"
Das woran sie ja seit Staatgründung arbeiten, raub ganz Palästinas, Gründung Grossisraels und Deportation aller Palästinnenser in die Nachbarländer sowie feige zu schweigen und keine Kritik zu üben um diesem Treiben weiter tatenlos zusehen, indme Opgfer des 2WK längst selbst zum Täter geworden sind.
"Ploxystar schreibt So so"
Nun, die "Helden" der IDF waren ja auch in GAza so mutig aus 3000m Bomben auf zivile Häuser, Frauen und Kinder abzuwerfen oder diese, aus sicherer Entfernung mit Panzern zu beschiessen und bei lebendigem Leibe mit Phoshorgnanaten zu verbrennen.
Die Taten der moralischten Armee der Welt, wie der ISR Verteidigungsminister meinte, oder eher nicht?.
"Und ob "demonstrieren" so aussieht, mehrmals wöchentlich Raketen nach Israel zu schießen, bin ich mir auch nicht ganz sicher."
Wieso sind sie sich da nicht sicher? Raketen schiessen hat doch mit demonstrieren nichts zu tun!
Wenn sie friedliche Demonstrationen sehen wollen, dann müssen sie beispielsweise nach Bilin schauen, wo seit 2005 wöchentlich Demonstrationen gegen die illegale Mauer stattfinden, die Israel trotz eines gegenteiligen Urteils des IGH´s munter hochzieht.
In Billin wurde der prominente israelische Aktivist Jonathan Pollak vom israelischen Militär erschossen, die irirsche Friedennobelpreisträgerin Mairead Maguire wurde angeschossen, die italienische EU-Abgeordnete Luisa Morgantini und der italienische Richter Julio wurden von den verletzt.
Paging