Die Flut in Pakistan ist schlimmer als viele andere Katastrophen, doch es hat lange gedauert, bis die Deutschen spendeten. Maria Rüther von der "Aktion Deutschland Hilft" erklärt, warum.
Maria Rüther ist Sprecherin der "Aktion Deutschland Hilft", einem Zusammenschluss von zehn deutschen Hilfsorganisationen. Nicht nur bei ihrer Organisation sind bisher weniger Spenden eingegangen als sonst bei solchen Katastrophen. Beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) schätzt man, dass in Deutschland bisher nur bis zu zwei Millionen Euro Spenden zusammengekommen sind. Beim Tsunami in Asien vor sechs Jahren seien dagegen dreistellige Millionensummen zusammengekommen - ähnlich soll es bei dem Erdbeben in Haiti gewesen sein.
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Tür ins Nichts: Ein Mann in Pakistan sucht in den Resten seines Hauses nach dem, was übrig geblieben ist von seinem alten Leben. (© dpa)
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sueddeutsche.de: Nach Ihren Angaben haben die Deutschen bisher wesentlich weniger für die Flutopfer in Pakistan gespendet als für die Erdbebenopfer dort im Jahr 2005. Warum reagieren die Spender bei einer Flut zurückhaltender?
Maria Rüther: Erstens zeichnet sich das Ausmaß der Katastrophe im Gegensatz zu Erdbeben oder einem Tsunami nur langsam ab. Auch für die Hilfsorganisationen waren die Dimensionen anfangs nicht absehbar - 20 Millionen Menschen sind von der Flut betroffen, ein Viertel der Landesfläche steht unter Wasser. So etwas Extremes haben wir noch nie erlebt. Zweitens ist gerade Urlaubszeit, viele Menschen haben schon Geld für Haiti gespendet - und durch das Unglück bei der Loveparade, das Hochwasser in Ostdeutschland und die Bränden in Russland bekam Pakistan nicht so viel Aufmerksamkeit. Drittens ist das Image des Landes wohl noch schlechter geworden, jeder denkt bei Pakistan erst einmal an eine korrupte Regierung, an Atomwaffen und die Taliban.
sueddeutsche.de: Seit einigen Tagen melden Hilfsorganisationen immerhin steigende Spendeneinnahmen. Womit ist das zu begründen?
Rüther: Wir führen das vor allem auf die Fernsehbilder zurück. Am Anfang sah man in erster Linie Fotos aus dem Krisengebiet. Aber ein Bild ist nie so packend wie ein Film. Wenn man sieht, wie ein Hubschrauber über überschwemmtes Gebiet fliegt und die Menschen ihm die Hände entgegenstrecken und um Hilfe rufen, rührt das ganz anders an.
sueddeutsche.de: Was bedeutet es, wenn ein pakistanischer Bauer erzählt, dass er sein ganzes Vieh verloren hat und seine Felder unter Wasser stehen? Hat er eine Chance, aus eigener Kraft neu anzufangen?
Rüther: Nein. Natürlich versuchen Verwandte und Nachbarn, sich gegenseitig zu helfen. Aber anders als in Deutschland sind viele Pakistaner selbst so arm, dass sie nichts oder nicht viel spenden können. Außerdem ist die Lebensgrundlage einer ganzen Region zerstört: 80 Prozent des Einkommens in den überschwemmten Gebieten stammen aus der Landwirtschaft. Die Ernte dieses Jahres ist vernichtet und das Saatgut fürs kommende Jahr auch. Aber jetzt ist noch keine Zeit, über den Aufbau nachzudenken, jetzt müssen die Leute erst einmal die nächsten Tage überleben. Dazu brauchen sie vor allem etwas zu essen.
sueddeutsche.de: Wie wichtig sind private Spenden im Vergleich zu den staatlichen Hilfen?
Rüther: Ich schätze, dass bei dieser Katastrophe ein Großteil der Spenden von staatlicher Seite kommen werden. Allerdings ist es viel leichter, private Spenden zu verteilen, weil das unbürokratischer und schneller geht.
sueddeutsche.de: Könnte eine schnelle EU-Eingreiftruppe für Naturkatastrophen, wie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sie fordert, dazu beitragen, die Hilfen effizienter zu organisieren?
Rüther: Wenn es gut gemacht ist, vielleicht. Ich persönlich fürchte allerdings, dass da wieder eine Struktur geschaffen würde, die die bereits vorhandenen überlagert, also noch mehr Bürokratie bringt. Wichtiger wäre, bestehende Strukturen besser zu nutzen. Die UN zum Beispiel haben vor zwei Jahren beschlossen, für solche Fälle einen Nothilfefonds von zwei Milliarden Dollar einzurichten. Nur: Das Geld ist bis heute nicht eingezahlt worden.
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(sueddeutsche.de/dpa/gba)
ICE-Strecke
Der Westen soll Pakistan helfen bzw. die dummen Europäer sollen Spenden? Also bitte, wenn sich Pakistan ein eigenes, milliardenschweres Atombombenprogramm und Raketen leisten kann, dann kann es auch dem eigenen Volk helfen!
Nein, Sie verstehen mich falsch, so wie Sie es wollen!
Sie sind halt eher der Typ der an einem Autounfall vorbei fährt und dies als Anlass nimmt mit seinem Beifahrer darüber zu diskutieren ob Alkohol am Steuer stärker sanktioniert werden musste. Ich dagegen mag solche Menschen nicht, Menschen die nicht wissen wann es Zeit ist zu Handeln und wann es Zeit ist zu Reden.
Leider ist es in öffentlichen Foren nicht anders als in der Politik. Wer am lautesten Brüllt wird gehört und je einfacher die Logik einer Aussage, desto schneller sind Menschen bereit sie anzunehmen.
Ich verabschiede mich und wünsche euch noch einen schönen Tag :)
(Meine Informationen werde ich natürlich weiterhin aus dem sehr gut recherchierten Angebot der sueddeutsche.de entnehmen)
Leider ist die Formatierung der Tabelle in meinem letzten Beitrag verloren gegangen. Zur Erläuterung: Nach dem Namen des Landes ist die erste Zahl das Geld, das dieses Land versprochen hat. Die zweite Zahl ist das Geld, das Pakistan tatsächlich bisher erhalten hat. Sicher sind nicht alle Länder aufgeführt aber von dieser Information kann man ein Bild machen, daß die kulturelle Nähe bei der Spendenbereitschaft eine große Rolle spielt. Wenn Saudi Arabien 44M ausgeben kann, dann sind 55M von USA nicht verhältnisentsprend, und die 10M von EU schon mal gar nicht.
Zitat: "Es ist schon erstaunlich wie viele Zeitgenossen sich einen Sitzplatz im Himmel erkaufen möchten. Löblich, löblich!"
und das ist an ekel nicht zu überbieten. wirklich. widerlichst. aber was halte ich mich hier überhaupt auf? warum geb ich mich mit ihnen überhaupt ab? das hat keinen wert.
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