Hamburg Protokolle der Gewalt

Am 7. Juli brennen die Barrikaden im Hamburger Schanzenviertel

(Foto: Getty Images)

Bei den G-20-Protesten beherrschte das Chaos die Straßen. Nicht nur die Polizei verlor den Überblick bei den zahlreichen Ausschreitungen. Eine Rekonstruktion anhand der Einsatzberichte.

Von Veronika Wulf (Text) und Benedict Witzenberger (Grafik)

Während die Staats- und Regierungschefs der G 20 in der Elbphilharmonie Beethovens Neunter Sinfonie lauschten, in geschützten Kolonnen vom Hotel zum Tagungsort chauffiert wurden und in den Messehallen über die großen Themen der Welt debattierten, schien auf Hamburgs Straßen Anarchie ausgebrochen.

Die friedlichen Demonstrationen gingen unter zwischen gewaltsamen Krawallen linksautonomer Kräfte. Vermummte brannten Autos und Straßenbarrikaden nieder, schlugen Schaufenster ein, plünderten Geschäfte und lieferten sich Straßenkämpfe mit Polizisten. Molotowcocktails, Böller und Eisenstangen auf der einen Seite, Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer auf der anderen.

Die Dienstprotokolle der Polizei geben einen detaillierten Einblick, was, wo und wann an dem Wochenende der Ausschreitungen passierte.

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