In seiner Rücktrittserklärung hatte Guttenberg seinen Einsatz für die Bundeswehr-Reform noch einmal gelobt. Doch der zurückgetretene Verteidigungsminister hinterlässt mehr offene als geklärte Fragen.
Soldaten sind an schlechte Nachrichten gewöhnt. Dennoch herrschte am Dienstag im Bendlerblock, dem Berliner Sitz des Verteidigungsministeriums, Weltuntergangsstimmung. Überall auf den Fluren des verschachtelten Bürokomplexes sah man verstörte Mienen, gesprochen wurde fast nur im Flüsterton. Keine Frage: In dieser Truppe hatte Karl-Theodor zu Guttenberg viele Fans. Natürlich war auch den Soldaten im Ministerium klar, dass die Plagiatsaffäre noch keineswegs ausgestanden war. Und viele waren unsicher, ob nicht am Ende des Wegs doch noch der Rücktritt des Ministers stehen würde. Nur so kurzfristig wie eben jetzt - damit hatten bis in die Führungsetage hinein die wenigsten gerechnet.
Guttenberg-Nachfolger: Es wird de Maizière
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Mehr noch als die Trauer über den Verlust eines beliebten Oberbefehlshabers treibt die Soldaten die Sorge um die Zukunft ihres "Unternehmens" um. Die Bundeswehr steht vor der größten Reform in ihrer Geschichte, die noch weit schwieriger werden dürfte als die Herkules-Aufgabe, welche die Verschmelzung mit der Nationalen Volksarmee nach dem Ende der DDR darstellte. Aus der Wehrpflicht- soll eine Freiwilligen-Armee werden. Insgesamt sollen 65.000 Dienstposten für Soldaten und bis zu 150.00 Stellen für zivile Beschäftigte abgebaut werden. Dutzende Standorte müssen geschlossen werden, was für manche Gemeinde in strukturschwachen Gebieten eine Katastrophe bedeutet. Und über allem schwebt das Spardiktat des Finanzministers, auch wenn das gerade ein wenig gelockert wurde.
Guttenberg hat sich in seiner Rücktrittserklärung noch einmal selbst gelobt. Er hinterlasse ein weitgehend bestelltes Haus, sagte er. Mit seinem Rücktritt habe er nicht zuletzt deshalb bis zum Dienstag gewartet, weil er vorige Woche "noch einmal viel Kraft auf den nächsten entscheidenden Reformschritt verwandt" habe, "der nun von meinem Nachfolger, bestens vorbereitet, verabschiedet werden kann. Das Konzept der Reform steht", versicherte Guttenberg.
Alle Planungen basieren auf Erwartungen
Das Konzept wohl, aber auch nicht mehr. Nicht einmal die angestrebte Aussetzung der Wehrpflicht ist schon Gesetz. Alle Planungen in der Bundeswehr basieren bislang auf Erwartungen. Das gilt vor allem für jene Leistungen, mit denen die Bundeswehr sich im Wettbewerb um Freiwillige als attraktiver Arbeitgeber präsentieren will. Höherer Wehrsold für junge Männer und Frauen, die als sogenannte freiwillig Wehrdienstleistende bis zu 23 Monate lang die bisherigen Wehrpflichtigen ersetzen sollen, Anwerbe- und Verpflichtungsprämien sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Dienst und Familie stehen bislang nur im Gesetzentwurf. Kein Wunder, dass bislang erst wenige tausend der rund 160.000 jungen Männer und Frauen, die von der Bundeswehr angeschrieben worden sind, Interesse an den Streitkräften gezeigt haben.
Eng verbunden mit der Personalfrage ist die künftige Struktur der Streitkräfte. Wo werden Einheiten verkleinert, weil ihre Aufgaben nicht mehr oder nicht im bisherigen Umfang benötigt werden? Wo kann die Bundeswehr auf Fähigkeiten vielleicht ganz verzichten, weil sie in der Nato oder in der EU von Bündnispartnern dauerhaft und zuverlässig miterledigt werden können? Und wie schafft man es, mehr Soldaten für Einsätze freizubekommen und gleichzeitig den gewaltigen Wasserkopf an militärischen wie zivilen Stabsstellen zu verschlanken? All das kann nicht ohne Auswirkungen auf das Stationierungskonzept bleiben.
Dabei geht es dann allerdings nicht nur um militärische oder organisatorische Erfordernisse. Denn es kommen auch die Landes- und die Kommunalpolitik mit ins Spiel. Da ist einerseits Standfestigkeit und andererseits Fingerspitzengefühl gefordert. Mehr denn je ist das Amt des Verteidigungsministers ein Minenfeld. Wer immer es übernimmt, muss auch schnell die Herzen seiner Soldaten gewinnen. Und das wird nicht leicht, wie ein Insider des Ministeriums weiß: "Jeder Nachfolger wird in drei Wochen vom großen Geist seines Vorgängers durch das Gebäude gejagt."
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(SZ vom 02.03.2011/beu)
Also in puncto Luftangriff sind wir uns schon einmal einig.
"Lachnummern sind die Traumtänzer die meinen Soldaten könnten als Häuslebauer missionieren. Soldaten != Polizisten. Spähpanzer Luchs != Walther PPK. Aber was machte KTG? Sagte was 90% der Bevölkerung schon seit Jahren denken, "es ist Krieg" und alle blöken zu ihm auf und winseln "Hosianna""
Sehe ich ähnlich, die Bundeswehr wurde viel zu lange als bewaffnetes THW verkauft.
zu 3.: Schön dass auch Sie gediehnt haben, das ehrt Sie. Klar ist Krieg zu verabscheuen. Teile meiner Verwandtschaft stammen aus Ostpolen und wurden nach dem 2. Weltkrieg von dort vertrieben. Das wünsche ich niemandem!
"4. Das dumme Gequatsche kommt von den Apologeten von KTG die eine Null in den Himmel heben."
Also ich "hebe ihn nicht in den Himmel". Er hat, wie sich jetzt rausgestellt hat, ganz klar geistigen Diebstahl begangen. Dafür wurde / wird er noch bestraft.
Es geht mir einzig und allein um die Frage des "Wie". Anständig wäre es gewesen, wenn man zuerst die Untersuchungen der Bayreuther Universität abgewartet hätte, und dann die Konsequenzen gezogen hätte. Genau das ist aber nicht passiert. Statt dessen ist man gleich mit Knüppeln losgezogen und hat eine Hexenjagt veranstaltet, die ihres gleichen sucht. Und das geht meiner Meinung nach gar nicht.
Innocent until proven guilty ist auch in unserem Staat ein Rechtsgrundsatz, an dem nicht gerüttelt werden sollte.
1. Der Luftangriff war imho völlig ok. Schliesslich ist dort Krieg und wir haben unsere Armee dort. Lachnummern sind die Traumtänzer die meinen Soldaten könnten als Häuslebauer missionieren. Soldaten != Polizisten. Spähpanzer Luchs != Walther PPK. Aber was machte KTG? Sagte was 90% der Bevölkerung schon seit Jahren denken, "es ist Krieg" und alle blöken zu ihm auf und winseln "Hosianna"
2. Die Reform ist geplant und imho unschlüssig. Danke KTG
3. Ich habe selber "gedient" aber ich mache mir keine Illussionen darüber, dass es auch notwendig sein kann für sein Vaterland zu sterben. Vielleicht auch nur um dafür zu sorgen dass der Kamerad noch eine Granate werfen kann. Das ist aber für mich nur mit ausreichendem Zynismus erträglich, daher verwende ich "Kanonenfutter". Denn ich finde Krieg widerlich. Vielleicht auch weil ich weiss was eine Haubitzengranate anrichtet. Im Gegensatz zu den Schönbildern vom Gewehrreinigen am Hindukusch.
4. Das dumme Gequatsche kommt von den Apologeten von KTG die eine Null in den Himmel heben.
...wird man persönlich, wa? :-)
Also in den USA sind 3.000 US-Dollar pro Semester die Regel. Solche Verhältnisse haben wir hier in Deutschland nicht. Zu 2.: Die Bundeswehrreform ist schon längst in Gange. Ansonsten hätten wir immer noch keine Frauen ausserhalb der Sanitätstruppe.
Spekulation? Dass ich nicht lache! Sie haben keine Ahnung davon was in Afghanistan abgeht. Wie sonst ist zu erklären, dass deutsche Soldaten nach den Angriffen selbst in paschdunischen Dörfern mit Brot und Salz als Gäste begrüßt wurden? (Wissen Sie überhaupt was das heisst?)
"dürfen Leute wie Michel Friedman im Deutschen Fernsehen bei Frau Meischberger auftreten, und sich zum Thema "Guttenberg und Moral" äußern? Soweit ich mich erinnere wurde Friedman rechtskräftig verurteilt wegen des Besitzes von Kokain und weil er mit 3 illegalen, zu dem Zeitpunkt nach Deutschem Recht Minderjährigen ukrainischen Prostituierten verkehrte. DAS ist moralisch doch wohl verwerflicher als die Plagiatur zu Guttenbergs!"
Mit dem gleichen Recht wie es Ihnen möglich ist ihr krudes, abstruses und sinnfreies Geblubber abzusondern.
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