Grenzmauer Mexikos Präsident und Donald Trump geraten aneinander

Probesegmente der geplanten Mauer zwischen den USA und Mexiko.

(Foto: AP)
  • Ein geplanter Besuch des mexikanischen Präsidenten in den USA wurde vorerst abgesagt.
  • Grund soll ein hitziges Telefonat der beiden Staatschefs Trump und Peña Nieto gewesen sein.
  • Die Staatschefs fanden dabei keinen gemeinsamen Standpunkt zum Bau einer Grenzmauer. Trump soll laut mexikanischen Offiziellen die Fassung verloren haben.

Nach einem hitzigen Telefonat zwischen US-Präsident Trump und seinem Amtskollegen Peña Nieto ist ein für kommende Woche geplanter Staatsbesuch von mexikanischer Seite vorerst abgesagt worden. "Die beiden Staatschefs sind übereingekommen, dass derzeit nicht der geeignete Zeitpunkt für einen Besuch ist", erklärte ein ranghoher amerikanischer Regierungsbeamter laut der mexikanischen Tageszeitung La Jornada. Beide Seiten blieben aber weiterhin in Kontakt.

Wie die Washington Post berichtet, soll es während des etwa 50 Minuten langen Telefonats zu einem Eklat gekommen sein. Trump soll sich geweigert haben, öffentlich die mexikanische Haltung anzuerkennen, dass das Land nicht für die Grenzmauer zahlen werde. Trump habe daraufhin die Fassung verloren, schreibt das Blatt unter Berufung auf einen mexikanischen Offiziellen. Die US-Seite beschrieb Trump nach dem Gespräch als frustriert und verärgert.

Im Juli wählt Mexiko einen neuen Präsidenten

Der Bau einer Grenzmauer war eines von Trumps zentralen Wahlkampfversprechen. In seinem Haushaltsentwurf an den Kongress hatte er 23 Milliarden Dollar für die Grenzsicherung zu Mexiko beantragt. Trump hatte angekündigt, dass er Mexiko in irgendeiner Form an den Kosten für den Mauerbau beteiligen werde, was Peña Nieto mehrfach kategorisch ablehnte. Trump drohte daraufhin mit einer Strafsteuer auf mexikanische Produkte zur Finanzierung der Grenzmauer.

Peña Nieto hatte bereits im vergangenen Jahr eine geplante Reise nach Washington abgesagt. Auch damals war der Streit über den geplanten Mauerbau der Grund. Mit der sich nähernden Präsidentschaftswahl in Mexiko im Juli dürfte die Debatte um die Mauer nicht einfacher werden. Jedes Zugeständnis gegenüber Trump könnte den Erfolg der hinter Peña Nieto stehenden Partei gefährden. Er selbst kann nicht erneut gewählt werden. Das verbietet die mexikanische Verfassung.

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