Führungswechsel – Zhang Dejiang

Zhang Dejiang

Wenn der Sohn eines ehemaligen Luftwaffengenerals in den Ständigen Ausschuss der KP aufrückt, könnte dies viel über die künftige Ausrichtung des Landes verraten: Bereits zehn Jahre ist Zhang Mitglied des Politbüros, er gilt weder ökonomisch noch in Fragen der freien Meinungsäußerung als progressiv.

Auch sein politisches Wirken ist umstritten: Während seiner Zeit in Guangdong informierte Zhang die Öffentlichkeit nur unzureichend über die Sars-Epidemie; als Vizepremier machte er keine gute Figur, als er den öffentlichen Wutsturm nach dem schweren Eisenbahnunglück in der Provinz Zhejiang unterschätzte.

Zhang wird allerdings offenbar zugetraut, für Stabilität zu sorgen. In Chongqing übernahm er den Parteichef-Posten des entmachteten Spitzenpolitiker Bo Xilai, um vor Ort für Ruhe zu sorgen. An der koreanischen Grenze aufgewachsen gilt er als Kenner Nordkoreas, wo er auch eine Zeit lang studiert hat.

Bild: dpa 8. November 2012, 10:092012-11-08 10:09:48 © Süddeutsche.de/joku/josc/bavo