Die mächtigste Frau der Welt heißt nicht mehr Angela Merkel - sondern "Tina". Sie regiert die Politik und dirigiert die Kanzlerin.
Angela Merkel gilt als die mächtigste Frau der Welt; aber das stimmt nicht. Die mächtigste Frau heißt Tina, sie wird auch von der Kanzlerin gern in Anspruch genommen. Tina ist das Kürzel für there is no alternative.
Das neue Basta: "There is no alternative" (© Foto: Reuters)
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Die Behauptung, dass es keine Alternative zu einer Entscheidung gibt, ist eine Ausrede, die Diskussionen unterbinden soll. Sie ist neuerdings die Begründung für die rasende Eile, mit der folgenreichste Beschlüsse gefasst werden. Wenn Milliardenpakete gepackt und der Börse vor die Tür gestellt werden - dann lautet die Begründung: es gibt keine Alternative. So wird das Parlament entparlamentarisiert und vor vollendete Tatsachen gestellt. Es gibt ja, angeblich, keine Alternative.
Deutschland und die EU stehen am Beginn einer Woche, in der es ständig heißen wird there ist no alternative. Tina regiert die Politik, Tina dirigiert Angela Merkel, Tina macht aber nicht nur die CDU/CSU rebellisch; es macht die Bevölkerung misstrauisch. Tina ist das neue Wort für Basta. Mit Basta hat einst Kanzler Schröder Hartz IV eingeführt. Und dieses Hartz IV war damals für die Führung der SPD so "alternativlos" wie der Kosovo-Krieg und die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch.
Aber verglichen mit den neuen finanzwirtschaftlichen Großentscheidungen waren die genannten militärischen Großentscheidungen sorgfältig gereift. Das Parlament war und ist zwar bei der Entscheidung über die Kriegseinsätze unter Druck, aber es redet und streitet immerhin. Seit dem Bankenrettungspaket nickt es Milliardenausgaben nur noch ab Es gibt, sagt die Regierung, keine Alternative.
Das ist, mit Verlaub, Unfug. Es gibt sicherlich nicht Tatas, nicht also tausende von Alternativen (there are thousands of alternatives). Aber ein paar Alternativen gibt es immer: Anstelle eines gewaltigen Milliarden-Paketes für Euro, Griechenland & Co hätte man sich, zum Beispiel, einen (Teil-)Schuldenerlass für Griechenland vorstellen können. Sicherlich: Die EU-Regierungen mögen den Zeitdruck als so groß empfunden haben, dass für sie eine solche Lösung nicht in Frage kam. Aber dann müssen sie das sagen, und sich nicht hinter der angeblichen "Alternativlosigkeit" verschanzen. Das Parlament ist das Getriebe der demokratischen Politik. Wenn es ausgeschaltet wird, entsteht der Eindruck einer getriebenen Politik.
Die Milliardenrettungspakete sind der Versuch der exekutivischen Politik, mit dem Tempo und der Brutalität von ökonomischen Prozessen zu konkurrieren. Das kann sinnvoll sein, aber die Politik muss dann für diese Sinnhaftigkeit werben. Das Wort "alternativlos" ist das Gegenteil von solcher Werbung. Demokratische Politik besteht darin, Entscheidungen auf der Grundlage des Abwägens der Alternativen zu treffen und zu begründen. Der Ort dafür ist das Parlament: Es ist der Ort, wo Vertrauen des Volks gesät wird. Ohne dieses Vertrauen hält auch der weltgrößte Rettungsschirm nicht. Dieses Vertrauen der Bürge - es ist wirklich alternativlos für die Demokratie.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 18.05.2010/woja)
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Lautstark beklagt Prantl das Demokratiedefizit in der EU. Und macht auch gleich die (Haupt-) Schuldige dafür aus. Und bejammert die Entparlamentarisierung.
Die Weichen wurden doch schon unter dem Basta-Kanzler Schröder und seiner rotgrünen Regierung falsch gestellt. Griechenland musste unbedingt in die Euro-Zone. Warum eigentlich?
Immer mehr Entscheidungen werden Deutschland von Brüssel, von der dortigen Expertokratie übergestülpt. DAS erzeugt Unmut.
Betrittsfragen zur EU - da kann es für Prantl nicht schnell genug gehen, um die Türkei hereinzuholen. Gerade hier aber müsste nicht nur das Parlament, sondern das Volk abstimmen können.
Das dumpfe Grollen und Poltern gegen Angela Merkel ist kein Beitrag zur Klärung der Problematik. Mit seiner linken Polemik springt Prantl wieder einmal deutlich zu kurz - und blamiert sich nur selber.
den Bundeskanzler Schröder. Der sagte immer wieder BASTA und alles war beschlossene Sache.
dass das Mädl aus dem Osten ein paar, aber gar so unerhebliche
Defizite hat, die erst sichtbar werden, wenns hart auf hart geht und vor allem in Situationen, wo es gilt, einen kühlen Kopf zu bewahren???
....wird sich halt nie entscheiden können, eine Linie zu verfolgen über mehr als 24 Stunden.
War Frau Merkel zu entscheidungsschwach und lame duck gestern, ist sie zu nassforsch heute.
Hauptsache es wird gegrantelt entlang eigener politischer Gräben....
Paging