Forsa-Umfrage SPD stürzt mit Steinbrück auf neues Tief

Absturz für Peer Steinbrück und die SPD: Einer aktuellen Forsa-Erhebung zufolge kämen die Sozialdemokraten bundesweit nur noch auf 23 Prozent der Stimmen, so wenig wie bei der desaströsen Bundestagswahl 2009. Die Union würden dagegen derzeit 43 Prozent wählen. Auch eine zweite Umfrage dürfte Steinbrück nicht gefallen.

Die Union nähert sich dem neuen "Stern-RTL-Wahltrend" zufolge auf Bundesebene einer absoluten Mehrheit im Parlament. Der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage zufolge könnte die CDU/CSU bei einer Bundestagswahl derzeit mit 43 Prozent der Stimmen rechnen, ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Das wären nur noch zwei Prozentpunkte weniger als für die übrigen dann im Bundestag vertretenen Parteien zusammen.

Die SPD würde der Umfrage zufolge erneut zwei Prozentpunkte verlieren und mit nur noch 23 Prozent auf den niedrigsten Wert seit Mitte 2011 zurückfallen. Genauso wenig hatten die Sozialdemokraten bei der für sie desaströsen Bundestagswahl im Jahr 2009 erreicht. Die Grünen verschlechtern sich demnach um einen Punkt auf 14 Prozent. Die Linke würde ebenfalls einen Punkt verlieren und noch acht Prozent erreichen. Die Piraten mit vier Prozent und die FDP mit drei Prozent wären nicht im Bundestag vertreten. Für die Umfrage befragte Forsa vom 7. bis 11. Januar insgesamt 2507 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

Auch im direkten Vergleich zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück verliert der SPD-Kanzlerkandidat weiter an Boden. Laut Forsa würden sich nur noch 18 Prozent für Steinbrück entscheiden, vier Punkte weniger als in der Vorwoche. Für Merkel würden bei einer Kanzler-Direktwahl demnach 59 Prozent stimmen.

"Die ducken sich weg"

Der Chef des Marktforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, führte den Abwärtstrend der SPD auf die anhaltende Debatte um ihren Kanzlerkandidaten zurück: "Die ducken sich weg und mögen sich nicht zu ihrer Partei bekennen." Für Kritik hatte vor allem die von Steinbrück ausgelöste Debatte über das Kanzlergehalt gesorgt. Punkten wollte die Partei zuletzt mit Vorstößen zu bezahlbarem Wohnraum, einer Reform des Kindergelds und dem Kampf gegen Steuerbetrüger.

Auch eine weitere Umfrage des Instituts YouGov dürfte dem Steinbrück nicht gefallen: Demnach halten die Bürger SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier für einen geeigneteren Kanzlerkandidaten. 27 Prozent der Befragten sprachen sich für Steinmeier aus, jeweils 17 Prozent halten Steinbrück und den Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel für die beste Wahl.

Allerdings überwiegt der Umfrage zufolge eher die Ratlosigkeit: 39 Prozent können sich nicht entscheiden, wen sie aus der einstigen Troika für den besten Kanzlerkandidaten halten sollen.