Pannenserie beim Berliner Großflughafen Ramsauer räumt Fehler ein

Dem Flughafen-Management hätte man mehr misstrauen müssen, sagt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und gesteht damit Versäumnisse beim Bau des Berliner Großflughafens ein. Der Nachfolger des geschassten Flughafenchefs Schwarz muss laut Ramsauer über ein ganz spezielles Attribut verfügen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat Fehler beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens BER eingeräumt. "Vielleicht wäre es besser gewesen, dem Flughafenmanagement eher zu misstrauen und nicht immer neue Starttermine zu nennen", sagte Ramsauer der Rheinischen Post.

Auch der Bundesverkehrsminister war angesichts der massiven Probleme bei dem Milliardenprojekt zunehmend in die Kritik geraten. Der Bund gehört neben Berlin und Brandenburg zur Flughafengesellschaft.

Nach der Entlassung des bisherigen Flughafen-Chefs Rainer Schwarz muss ein Nachfolger gefunden werden. Im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland brauche die neue Spitzenkraft eine "patriotische Berufung", sagte Minister Ramsauer.

Ex-Fraportchef als BER-Geschäftsführer im Gespräch

Der neue Geschäftsführer müsse zudem "hervorragende Management-Fähigkeiten sowie wirtschaftliche, technische und soziale Kompetenz" mitbringen. Derzeit ist der frühere Fraportchef Wilhelm Bender als Nachfolger von Schwarz im Gespräch.

Beim Bau des Großflughafens war es bereits mehrfach zu Verzögerungen gekommen. Zuletzt war bekannt geworden, dass auch der angepeilte Eröffnungstermin in diesem Oktober nicht zu halten sein wird. Mitte Januar Gegner der geplanten Flugrouten zudem einen juristischen Erfolg errungen: Das gemeinsame Oberverwaltungsgericht (OVG) der Länder Berlin und Brandenburg kippte die Wannsee-Flugroute.