Absturz in den Meinungsumfragen, Demütigungen von der Union: FDP-Chef Guido Westerwelle sehnt sich nach den unbeschwerten Tagen in der Opposition - und irritiert seine liberalen Anhänger.
Sie loben Joachim Gauck, aber in diesem Lob steckt eine gehörige Portion Missfallen am eigenen Vorsitzenden. Mitunter klingt es so, als würde der rot-grüne Präsidentschaftskandidat zum Katalysator für den Frust in der FDP. Seit Monaten gärt es in der Partei, vieles kommt zusammen: der Absturz in den Meinungsumfragen; der Abschied vom Versprechen, die Steuern zu senken; das Gefühl, von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein ums andere Mal vorgeführt zu werden; die Demütigungen des netten Gesundheitsministers Philipp Rösler durch die CSU. Und für all das macht das Parteivolk seinen Vorsitzenden zumindest mitverantwortlich.
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Guido Westerwelle sinniert über das Leben in der Opposition. (© getty)
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Guido Westerwelle ist angeschlagen. In diesen Tagen kann man einem FDP-Vorsitzenden und Außenminister begegnen, der mit grauem Gesicht und rot geränderten Augen von Termin zu Termin hetzt und dabei den Zuschauern weismachen will, er sei auf gutem Weg. Der die Riesenkonflikte in der Koalition kleinredet, und die Risiken bei der Wahl des Bundespräsidenten am 30. Juni verharmlost. "Die Nerven liegen blank", sagt ein langjähriger Mitstreiter, der sich zu Westerwelles Freunden zählt. So deprimiert habe er den FDP-Chef zuvor nur zu Zeiten der Möllemann-Affäre 2002 erlebt, als der damalige nordrhein-westfälische Landesvorsitzende mit antisemitischen Ausfällen und Steuertricksereien die Liberalen an den Rand des Abgrunds manövriert hatte.
Gelegentlich kann man bereits einen Guido Westerwelle erleben, der über den Unterschied zwischen dem unbeschwerten Schwadronieren als Oppositionspolitiker und den drückenden Lasten der Verantwortung sinniert. So hart hat sich der 48-Jährige das Regieren offenbar nicht vorgestellt. Inzwischen räumt er auch Fehler ein. Er habe anfangs zu sehr aufs Tempo gedrückt, sagt Westerwelle im kleinen Kreis. "Wir wussten, es kommt der Sommer, aber wir haben schon im Januar die Badehose angezogen." Vertrauten sagt er auch, er habe zu stark auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen geschielt und den Zeitpunkt verpasst, als eine Abkehr von den Steuersenkungsplänen längst geboten gewesen wäre. Eine Trennung von Parteivorsitz und Ministeramt kommt für Westerwelle aber nicht in Frage.
Die Parteimitglieder in den Kreisverbänden schwanken zwischen der Enttäuschung über gebrochene Wahlversprechen und dem Frust darüber, dass die FDP als unsoziale Klientelpartei beschimpft wird. Die Parteiführung dringt bei den eigenen Leuten mit ihren Erklärungsversuchen kaum noch durch. In Hessen fordert der Kreisverband Limburg-Weilburg einen Sonderparteitag, "um für die Zukunft der FDP existentielle Fragen sowohl in programmatischer als auch in personeller Hinsicht zu erörtern". In Bayern macht der ehemalige Landtagsabgeordnete Dietrich von Gumppenberg mobil gegen "Fehler in der Führungsriege". Dazu gehöre, so Gumppenberg, die "mangelnde Bereitschaft, Fehlentscheidungen der Vergangenheit zu korrigieren".
Bestes Beispiel für die wachsende Kluft zwischen Westerwelle und seiner Partei ist die Kür des niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten Christian Wulff zum Präsidentschaftskandidaten der Koalition. Nicht nur wegen der Kürze der Zeit, sondern auch als Signal der Handlungsfähigkeit war eine schnelle Entscheidung geboten. Und ein eigener FDP-Kandidat hätte keine Chance gehabt; vielmehr hätte seine Nominierung die Koalition weiter beschädigt. An der Basis aber, vor allem in Ostdeutschland, verfangen diese rationalen Argumente nicht. Hier überwiegen die Emotionen.
Als Parteichef wurde Westerwelle politisch schon oft für tot erklärt. Bisher hat er auch deshalb überlebt, weil es weder einen Königsmörder noch einen Ersatzkönig gab. Das ist immer noch so. Die oft als Hoffnungsträger genannten, wie Rösler oder der neue Generalsekretär Christian Lindner, sind loyale Westerwelle-Gefolgsleute. Doch in der Politik hat Loyalität auch ihre Grenzen. Wenn - was weiterhin unwahrscheinlich ist - Wulff es nicht ins Präsidentenamt schafft, wäre dies wohl das Ende der Koalition. Und vermutlich auch das von Westerwelle als Parteichef.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 14.06.2010)
Russland unter Putin
Erst provoziert er, wie ein Halbstarker, der noch lernen muss, wo seine Grenzen sind, dann miemt man den "Gehetzten". Wie lange wir es uns noch leisten können, von so einer Regierung immer weiter ins Chaos "geführt" zu werden, darüber kann man Wetten abschließen, wenn man schon resigniert hat.
Danach sieht es unter den Menschen im Land nicht aus. Die Geister sind nun gerufen worden und kein noch so gekonntes Gefuchtel wird sie jetzt noch verscheuchen können.
Die politische Garde bewegt sich geschlossen immer mehr in Richtung Bedeutungslosigkeit. Da können wir uns bald das Wählen sparen.
Die FDP und Herr Westerwelle haben sich einfach Mass los Überschätzt, diese Partei kann nicht Verantwortung Übernehmen, am besten währe sie aufgehoben unter der 5% Hürde, da können sie dann ihrem Spaß freien Lauf lassen.
Die FDP ist Gift für alle Mühen einen Staat der sozialen Gerechtigkeit des würdevollen und selbstbestimmten Lebens und Friedens nach innen und außen zu erschaffen.Die FDP ist die politische Vertretung des Kapitals Akademiker Beamten und sonstigen Finanziell gut gestellter Querulanten.Viele Menschen meinen eine Politische Meinung zu haben das ist aber noch kein politisches Bewusstsein die 15% entstanden nicht durch Letzteres sondern durch Medien Lügen und Gezielte Irreführung der Bürger und Wähler.
ABER:
Die FDP ist eine Partei die Deutschland extrem gut Helfen könnte die Staatsverschuldung los zu werden, sie müsste ihre Wähler und Parteimitglieder nur dazu bringen mal ein Jahr auf Steuerhinterziehung und andere Kriminelle Handlungen in Verbindung mit Geld und Sachwerten zu verzichten!.
wie die es überhaupt noch einmal über die 5% geschafft haben...
So viele Hotelbesitzer gibt es doch gar nicht...
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In nur wenigen Monaten hat sich gezeigt, dass die radikale FDP nicht regierungsfähig ist. Dass sie jetzt bei 5 Prozent stehen, erfüllt mich mit einer gewissen Schadenfreude. Ich hoffe, das bleibt so. Man darf auch gespannt sein, ob diese Rumpelkoalition vier Jahre durchhalten wird.
Paging