Während sich Guido Westerwelle noch über den Wahlsieg freut, markiert die Kanzlerin ihre Positionen. Der Spielraum für die FDP verringert sich.
Es war schon fast rührend anzusehen, wie sehr sich Guido Westerwelle freuen kann. Mit seligem Lächeln durchmaß er am Montag das Bundeskanzleramt, und für einen kurzen Moment schien es so, als ließe er durch Mimik und Gestik einen tiefen Blick in sein Gefühlsleben zu: Endlich angekommen!
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Zwei Politiker in unterschiedlichen Aggregatszuständen: Angela Merkel und Guido Westerwelle. (© Foto: dpa)
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Endlich im Zentrum der Macht - nicht mehr als Oppositionsführer, der auf die Gnade einer Einladung hoffen muss, sondern als angehendes Regierungsmitglied, als künftiger Vizekanzler, als Stellvertreter der Hausherrin sozusagen.
Was hatte er nicht alles unternommen in den vergangenen elf Jahren, welche Irrungen und Wirrungen machte er durch - alles nur für diesen Moment.
Neben Westerwelle schritt Angela Merkel. Auch sie lächelte den Fotografen und Kamerateams zu - und doch waren da zwei Politiker zu besichtigen, die sich in völlig unterschiedlichen Aggregatzuständen befanden: hier der von Glückshormonen behrrschte FDP-Chef, dort die CDU-Vorsitzende, bei der längst das Macht-Gen wieder Regie führte.
Man könnte vermuten, dass die Union geschwächt in die Koalitionsverhandlungen mit der FDP geht, weil Westerwelle ein grandioses Wahlergebnis erzielt hat, während vor allem die CSU Stimmen einbüßte.
Doch wie schon 2005, als sich Merkel sofort nach ihrer Beinahe-Wahlpleite als Fraktionschefin im Amt bestätigen ließ und damit Kritiker überrumpelte, reagierte sie auch diesmal als Erste: Noch am Wahlabend erklärte sie, dass sie nicht allein Interessenvertreterin der Union, sondern "Kanzlerin aller Deutschen" sein wolle.
Das klang wie eine Politiker-Plattitüde, war in Wahrheit aber eine deutliche Botschaft an die Wirtschaftsliberalen in den eigenen Reihen wie in der FDP: Einen substantiellen Abbau von Arbeitnehmerrechten werde es mit ihr nicht geben - ebenso wenig wie eine Sparorgie.
Seit diesem Auftritt im Adenauer-Haus hat die Kanzlerin beinahe im Stundentakt weitere Pflöcke eingerammt, weshalb Westerwelles Hormonpegel mittlerweile eine andere Richtung eingeschlagen haben dürfte: Die geltenden Mindestlöhne bleiben ebenso bestehen wie der Gesundheitsfonds; Steuernachlässe sind nur scheibchenweise möglich, am Atomausstieg wird nicht gerüttelt, jedenfalls nicht grundsätzlich.
Damit hat sich der Spielraum für den FDP-Chef, in den Koalitionsverhandlungen inhaltlich in großem Stil zu punkten, spürbar verringert.
Naürlich ist Merkel klug genug zu wissen, dass sie Westerwelle ein paar Erfolge wird gönnen müssen. Dafür bieten sich etwa die Unternehmen- und die Erbschaftsteuerreform an, die die Liberalen überarbeiten oder auch zurückdrehen wollen.
Auch gegen eine erste kleine Steuersenkung, sogar schon zum 1.Januar 2010, wird sich die Regierungschefin nicht wehren. Der "Politikwechsel" aber, den FDP-Lautsprecher wie Brüderle und Niebel unverdrossen proklamieren, wird ausfallen.
Westerwelle sprach am Dienstag schon nicht mehr davon.
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(SZ vom 30.09.2009/holz)
Ui, auch Teil II meiner Vorhersage nähert sich!
Teil I war: Guido wird mit einem Superminister-Amt gebauchpinselt. Teil II: Er wird - Dschungelcampmäßig - dafür freiwillig die von Mitarbeitern der Hauptabteilung "Sachzwänge" gereichten Kröten schlucken (igitt!).
Einige davon sind giftig - und werden im Giftschrank von Schäuble aufbewahrt!
Manch FDP-Wähler, der einerseits neoliberalen Heilsversprechen nachhängt, andererseits aber in Gewalt mündende soziale Verwerfungen fürchtet, die eher durch Staatsgewalt denn soziale Reformen verhindert werden sollen, wird sich ähnliches gedacht haben!
Und wird von den zwei Seiten der Kluft, welche unsere Gesellschaft spaltet, jene gewählt haben, auf der die Kanonen schon bereit stehen!
Sprich: BW im Innern und eine Stasi 2.0-Komplett-Überwachung der Bevölkerung...
Good morning Germany!!!
Ich kann mich der Vorahnung nicht entziehen, dass die FDP politische einen ganz schön großen Einfluss ausüben wird, denn immerhin stehen ja die wahren Beherrscher des Landes - Banken und Industrie - voll hinter ihr, wollen keine Wacke-SPD in der Regierung und helfen den Liberalen, wo sie nur können. Hat man doch spätestens im Wahlkampf erkennen können, wie hier geschmiert wird, was das Zeug hält: Es gab keine einzige kleinere Partei, die derartig aufwändige Plakate wie die FDP hatte. Dass hier was nicht koscher läuft, muss doch eigentlich jeder merken, der im Besitz einer gesunden Intelligenz ist.
Und wie war das gleich vor Jahren mit der CDU und ihrem Stimmensicherungs-programm in den Altersheimen, als da Kleinbusse vorfuhren und die alten Leute abholten, die gar nicht begriffen, dass sie nur Stimmfutter waren?
Ich möchte nicht wissen, wieviele Firmenchefs "sanften Druck" auf die Mitarbeiter ausgeübt haben, damit sie "die Richtigen", sprich FDP wählten. Man darf hier nicht vergessen, dass eine große Anzahl von Bundesbürgern sich im Grunde genommen überhaupt nicht interessiert für Politik und sich da auch gern manipulieren und "überreden" lässt. Sprechen Sie einfach mal mit Ihrem Friseur. Da stehen ihnen die Haare zu Berge vor so viel politischer Unkenntnis.
der Guido Westerwelle Partei stehen nicht unter Denkmalschutz!
ist, was ich meinte - "Nebel-Niebel" etc. Niveaulose Verunglimpfung. Nahe an der Diffamierung des politischen Gegners durch Tierdarstellungen. Und genau so inhaltsleer wie ein Anti-Wahlkampf "gegen schwarz-gelb". Die höchste Glaubwürdigkeit haben daher heute Grüne und FDP, die stehen wenigstens für etwas. Das kann man mögen oder nicht, aber immerhin. Vielleicht eignen sie sich daher so gut zum Abreagieren. Bei den ehemaligen Volksparteien wüsste man ja kaum, worüber man sich aufregen soll ...
daß ein Großteil der Beiträge für diesen Artikel in der Abteilung "geistiger Müll" gut aufgehoben wäre.
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