"Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand": Als geschiedene Frau hat Käßmann die evangelische Kirche in die Gegenwart geführt. Doch nach nur 121 Tagen zerstörte Trunkenheit am Steuer ihre eindrucksvolle Karriere - und zwang sie zum Rücktritt von allen ihren Ämtern.
Margot Käßmann hat sich entschieden. Die evangelische Bischöfin tritt von ihren Ämtern als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als hannoversche Landesbischöfin zurück. Nur 121 Tage lang war Käßmann die oberste Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Deutschland - dann zerstörte eine Autofahrt ihre eindrucksvolle Karriere.
Zieht die Konsequenzen aus ihrer Alkoholfahrt und tritt als Landesbischöfin und EKD-Vorsitzende zurück: Margot Käßmann (© Foto: dpa)
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"Am vergangenen Samstag habe ich einen schweren Fehler gemacht, den ich zutiefst bereue", sagte die sichtlich bewegte Käßmann am Mittwochnachmittag vor Journalisten. Sie könne und wolle nicht darüber hinwegsehen, dass durch ihr Verhalten "das Amt und meine Autorität beschädigt sind". Dann der entscheidende Satz: "Hiermit erkläre ich, dass ich mit sofortiger Wirkung von allen meinen kirchlichen Ämtern zurücktrete". Käßmann bestätigt somit, was die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Kirchenkreise zuvor schon berichtet hatte.
Käßmann entschuldigte sich bei ihren Unterstützern. "Es tut mir leid, dass ich viele enttäusche, die mich weiter im Amt sehen wollten". Die Theologin kündigte aber an, weiter als Pastorin der hannoverschen Landeskirche zu arbeiten. Trost spende ihr natürlich Gott - "Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand".
Der tiefe Fall der Margot Käßmann begann vergangenen Samstagabend. Die Polizei stoppte die 51-Jährige mit ihrem Dienstwagen, nachdem sie im Zentrum von Hannover eine rote Ampel missachtet hatte. Der Alkoholtest ergab: Käßmann saß mit 1,54 Promille im Blut am Steuer.
Zwei Tage später erklärte die Pastorin, sie habe einen schlimmen Fehler begangen. "Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist", sagte Käßmann der Bild, die zuerst von dem Vorfall berichtete. Käßmann ergänzte: "Den rechtlichen Konsequenzen werde ich mich selbstverständlich stellen."
Dass ihr Fehler nicht nur rechtliche Konsequenzen haben wird, ahnte Käßmann wohl schon am Montag, noch bevor der Fall publik wurde. "Egal was ich sage, vielleicht auch heute Abend, ich finde jeden Satz wieder", beklagte sich die Landesbischöfin in einer Podiumsdiskussion. Am nächsten Morgen berichtete Bild dann auf Seite eins von Käßmanns Alkoholfahrt.
Im Video: Die Alkoholfahrt der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann beschäftigt die Öffentlichkeit weiter.
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Russland unter Putin
Sehr geehrte Damen und Herrn,
den Rücktritt von Frau Bischöfin Margot Käßmann halte ich für richtig und ziehe vor Frau Käßmann in tiefer Verbeugung meinen Hut.
Die letzten Jahre haben leider sehr oft gezeigt, dass gesprochene Worte und Handlungen oft sehr weit auseinander liegen.
Verantwortliche aus Wirtschaft und Politik betonen zwar sehr häufig, speziell gegenüber der Jugend, dass Wertevorstellungen ein wesentlicher Bestandteil unserer Lebensgemeinschaften sind. Dies trifft jedoch nur für andere zu und nie für sie selber. Es hindert sie nicht andere zu hintergehen, zu betrügen oder ihren persönlichen Vorteil in den als Maß aller Dinge zu betrachten.
Frau Margot Käßmann hat diesen Leuten ungewollt eine schallende Ohrfeige verpaßt und jungen Menschen aufgezeigt, dass Verantwortung zu übernehmen für eigenes tun oder unterlassen, keine lehre Phrase ist.
Frau Käßmann ich bedanke mich für Ihren sicherlich sehr schweren Entschluß.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Runge
Käßmann geht und Rüttgers bleibt?
Tja, nicht jeder hat den Mumm, für seine Fehler gerade zu stehen.
Die Steilvorlage zum unrühmlichen und sehr flotten Abgang nach 121 Amtstagen hat Frau Kässmann geliefert. Leider - und das zeigt, das Joris mit seiner Feststellung, wonach das Amt offensichtlich zu gross war, richtig liegt.
Niederlagen, so sehr sie einen schmerzen - und noch mehr, wenn man sie selbst verursacht hat - gehören dazu. Frau Kässmann hat sich doch am Ende ganz gut verabschiedet.
Ihre Insinuierungen aber, wonach der "Zufall" - besser Fall der Frau K von irgendwelchen raunenden Mächten herbeigeführt wurde, ist wohl eher nicht haltbar.
Ich teile ihren Optimismus leider nicht. Meines Erachtens funktioniert die Welt nicht so. Wir Christen leben nicht mehr als kleine, verfolgte Gruppe in einer fremden Gesellschaft, an der wir nicht mitarbeiten können. Was wir tun, zeigt Wirkung - und auch was wir zu tun oder zu sagen versäumen. Wenn wir handeln, können wir etwas bewirken, und wenn wir die Stimme erheben, dann hört man uns. Zumindest, wenn einer da steht, wo Frau Käßmann - stand. Jetzt hat sie sich edel und aufrecht ins Gemeindeleben zurückgezogen ... Hören Sie meinen traurigen Sarkasmus? Frau Käßmann, die weiter hätte reden und handeln müssen, ist jetzt zu denen zurückgegangen, die über ihren kleinen Kreis hinaus keine öffentliche Stimme mehr haben. Sie wissen doch: der Klügere gibt nach - damit sich die Dümmeren durchsetzen.
"...kann man solchen "Zufällen" auch nachhelfen, oder anders gesagt solche Zufälle gibt es nicht..."
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Irgendwann wird auch herauskommen, wer da im Hintergrund gearbeitet hat.
Fünfte Kollonen und Petzen gibt es überall.
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