Die Öko-Propaganda der Koalition von Kanzlerin Merkel ist geradezu unverfroren. Nach den AKW-Entscheidungen zu längeren Laufzeiten steht fest: Saubere Energien leiden, Stromkonzerne profitieren, Minister Röttgen scheitert. So kann Deutschland seinen Frieden mit der Kernenergie nicht schließen.
In Sachen Atom mutet die Bundesregierung dem gesunden Menschenverstand derzeit eine ganze Menge zu: Ausgerechnet längere Laufzeiten für Kernkraftwerke, so werben Union und FDP, sollen den erneuerbaren Energien ganz neue Perspektiven verschaffen. AKWs für den Ökostrom? Das ist ungefähr so, als wollte sie den Bau neuer Autobahnen als Durchbruch für Radfahrer feiern. Mit anderen Worten: blanker Unsinn.
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Die Atom-Strategie von Angela Merkel geht hinten und vorne nicht auf. Doch sie setzte sich durch. Der Einzige in ihrer Koalition, der die Chancen eines schnelleren Umstiegs auf regenerative Energien erkannte, war ihr Umweltminister Norbert Röttgen (links), doch er unterlag. (© ddp)
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Die seltsamen Pirouetten illustrieren die Lage, in die sich Angela Merkels Koalition bei der Kernkraft manövriert hat. Einerseits sehen weder Union noch FDP in Atomkraftwerken die Zukunft, andererseits haben sie ihren Wählern eben diese Zukunft versprochen. Diesen Gegensatz wollten sie überwinden mit dem Wort vom "regenerativen Zeitalter", das diese Regierung einleiten werde. Die Atomkraft müsse die Brücke dahin bauen. Und wer würde gegen eine Ära sauberer Energie etwas einwenden wollen?
Nur geht die Strategie vorne und hinten nicht auf. Zum einen wird die Koalition nach der Atomnacht im Kanzleramt kaum schlüssig darlegen können, dass es ihr um Öko-Energien ging. Faktisch haben Kanzlerin, Minister und Parteichefs nur um Laufzeiten gepokert. Sie suchten weniger nach der idealen Länge ihrer Öko-Atom-Brücke, sondern nach einer gesichtswahrenden Lösung für alle Beteiligten. Und zum anderen entscheidet über die Zukunft der erneuerbaren Energien nicht die Frage, wie viel Geld die Bundesregierung den Konzernen abknöpft. Sondern ganz allein, ob sich Investitionen in Windparks und Biomassekraftwerke rechnen. Die Aussicht darauf hat sich in der Nacht zum Montag nicht gebessert, sie hat sich verdüstert.
Denn bis weit in die Mitte des Jahrhunderts hinein wird Ökostrom nun mit Atomstrom konkurrieren müssen. Immer häufiger wird der erneuerbare Strom mit dem konventionellen um Platz im Netz konkurrieren. Bislang kann Ökostrom grenzenlos eingespeist werden, er hat stets Vorrang vor Kohle- oder Atomstrom. Doch schon wachsen die Zweifel an diesem Privileg - schließlich verträgt sich der schwankende Windstrom schlecht mit den wenig flexiblen Kohle- und Atomkraftwerken.
Flexible, kleine Gaskraftwerke? Die werden erst einmal nicht gebaut: Es gibt ja noch die Atomkraft. Im Norden hätte die Abschaltung älterer Reaktoren neue Wege eröffnet für Windstrom von der See. Und jetzt? Der Pannenmeiler Brunsbüttel darf fast bis 2020 Strom erzeugen, sein jüngerer Bruder Krümmel sogar bis 2030. Ein Durchbruch für Öko-Energien? Lachhaft.
Die Bundesrepublik wird an dieser Entscheidung wenig Freude haben, denn Frieden wird dieses Land so nicht mit der Atomkraft schließen. Dabei lag gerade da die Chance dieser Koalition. Sie hätte mit einer Verlängerung um fünf oder sechs Jahre und einer überzeugenden Gesamtstrategie tatsächlich Brücken bauen können - nicht nur für den Umbau der Stromversorgung, sondern auch zu Gegnern der Kernkraft. Dafür allerdings hätten Union und FDP darlegen müssen, wie konkret die Kernkraft durch regenerative Energien abgelöst werden soll. Der Einzige, der diese Chance erkannte, war Umweltminister Norbert Röttgen. Er unterlag.
Was bleibt, ist ein Kompromiss entlang des Längstmöglichen. Liegen die Ministerien für Inneres und Justiz richtig, dann sind zwölf Jahre zusätzliche Laufzeiten hart an der Grenze des Verfassungsmäßigen; gerade noch so ließen sich die Bundesländer aus der Entscheidung heraushalten. Ob das Bundesverfassungsgericht dies auch so sieht, wird sich zeigen müssen; Klagen sind sicher.
In punkto Sicherheit ist zwar die Frage aufgeworfen, warum die gefährlichsten Anlagen dieses Landes keinen Schutz vor Terroranschlägen aus der Luft aufweisen müssen; seit dem 11. September 2001 ist diese Frage wohl berechtigt. Beantwortet ist sie aber nicht. Die Auflagen werden nun so gestrickt, dass selbst die ältesten Meiler ihre acht Jahre extra erhalten. Echte Sicherheit sieht anders aus.
Auch kann der Bund nun zwar gleich zweifach bei den Energiekonzernen kassieren, einmal per Steuer, einmal durch einen "freiwilligen" Beitrag der Unternehmen. Aber selbst bei vorsichtiger Berechnung wird sich das kaum auf die eigentlich angepeilte Hälfte der zusätzlichen Gewinne summieren. Anders ausgedrückt: Der Bund, letztlich auch der Steuerzahler, hat den vier größten Stromkonzernen ein Milliardengeschenk gemacht. Es ist nicht das erste seiner Art. Die Börsen danken es auch diesmal.
All das macht die Ökoenergie-Propaganda dieser Koalition geradezu unverfroren. Sie hat sich der Modernisierung verschrieben, doch sie fördert das Althergebrachte. Sie redet neuen, dezentralen Energieformen das Wort, macht aber deren schärfste Konkurrenten stärker. Schwerer noch wiegt, dass diese Entscheidung wieder nur eine auf Zeit ist.
Welche Zukunft die Atomkraft hat, darüber werden Verfassungsrichter befinden und vermutlich auch die nächste Koalition. So lange wird die Unsicherheit über die Zukunft des deutschen Strommarkts fortdauern, sie macht jede ordentliche Kalkulation unmöglich und verhindert so Investitionen in saubere Energien. Nutzen daraus zieht nur das Quartett der Atomkonzerne.
Sinti und Roma als Nachbarn? Bloß nicht, sagen zwei von drei Deutschen. Über Menschen, die im eigenen Land Fremde sind. Seite Drei. Jetzt lesen ...
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(SZ vom 07.09.2010/jab)
Lafontaine verzichtet auf Kandidatur
Ich kann Ihnen und anderen nur zurufen, wer liest, ist weniger überrascht!
Allein in deutschen Kernkraftwerken fallen jährlich mehrere hundert Tonnen ausgedienter Brennelemente an. Ursprünglich sah die Nutzung der Kernenergie unter Wiederaufbereitung der Kernbrennstoffe den so genannten Brennstoffkreislauf vor. Nach mehr als 50 Jahren Nutzung von Kernenergie ist dies aber selbst mit heutiger Technik nicht mehr als eine Utopie.
In einer Wiederaufbereitungsanlage werden Brennelemente mechanisch zerkleinert und in Salpetersäure aufgelöst. Mittels chemischen Prozessen wird Plutonium vom übrigen Atommüll ausgefällt. Diese Prozesse müssen allerdings aufgrund extrem hoher Strahlungsbelastung teilweise vollautomatisch hinter meterdicken Betonwänden ablaufen.
Auch wird die ursprüngliche Menge des Atommülls durch Wiederaufbereitung noch erheblich vergrößert und zudem seine Handhabbarkeit erschwert.
Der größte Teil der Reststoffe fällt nach der Aufbereitung als radioaktive Flüssigkeit an. Dieses Gemisch ist stark ätzend und reichlichst radioaktiv, so dass im ersten Schritt eine Trocknung dieser "Suppe" erfolgt. Daduch kann sie nicht mehr ätzen, sofern sie nicht mit Wasser in Berührung kommt - es fehlt ja die Möglichkeit der Bildung einer Wasserstoffionenkonzentration, die mit dem pH-Wert gemessen wird.
Nun wird dieses feststoffliche, höchstradioaktive Gemisch in einem Spezialofen, der auf 1180 °C erhitzt ist, überführt. So können diverse Stoffe durch ausglühen der Masse - wie in einem Muffelofen - von ehemals gebundenem Sauerstoff oder Kohlendioxid zum Beispiel befreit werden, was die Gesamtmasse leicht reduziert.
Nun werden Glaskügelchen zugefügt, die sich bei der Schmelze mit dem radioaktiven Abfall zusammen tun. In Glaswürfeln gebannt, landen diese radioaktiven Reststoffe für die nächsten 30 Jahre in Stahlbehältern, bevor sie der Endlagerung überstellt werden.
Von Recycling oder einem Kreislauf zu sprechen entbehrt also jeglicher Realität.
Zudem geben Wiederaufbereitungsanlagen im störungsfreien Normalbetrieb erhebliche Mengen radioaktiver Substanzen an die Umwelt ab. Allein in La Hague (Frankreich) werden pro Tag 1,5 Millionen Liter radioaktiven Abwassers in den Ärmelkanal geleitet und gelangen von dort aus in die Nordsee. In Sellafield (Großbritannien) waren es vor der Stillegung der zweiten Wiederaufbereitungsanlage des Komplexes sogar täglich 9 Millionen Liter. Nach Angaben des Betreibers wurden jährlich 27,8 Millionen Curie von der gesamten Anlage an die Umwelt abgegeben. Bei der Ts
Mit dem Übergang zu liberalisierten Strommärkten bilden sich die Strompreise nach dem Prinzip der Grenzkosten. Die Großhandelspreise für Elektrizität richten sich damit im Idealfall an den kurzfristigen Grenzkosten (variable Kosten, d.h. im Wesentlichen den Brennstoffkosten) desjenigen Kraftwerks aus, das zur Deckung des Strombedarfs gerade noch herangezogen werden muss. Diese Grenzkraftwerke sind – je nach Last-bereich – für Deutschland im Mittel ältere Steinkohlen- oder Erdgaskraftwerke, deren kurzfristige Grenzkosten vor allem von den Preisentwicklungen auf den globalen Ener-giemärkten bestimmt werden.Wenn also Kernkraftwerke durch marktgängige Kohle- oder Gaskraftwerke ersetzt wer-den oder andere Stromerzeugungsoptionen durch politische Interventionen (Förderung durch EEG etc.) in den Markt gebracht werden, deren Kosten im wettbewerblichen Teil des Stromsystems nicht wirksam werden, wird sich an den kurzfristigen Grenzkosten des letzten benötigten Kraftwerks nur wenig ändern, die Strompreise blieben durch die Abschaltung und den Ersatz der KKW weitgehend unberührt. Sofern die Stromerzeugung der auslaufenden Kernkraftwerke nicht durch neue Kraftwerke, sondern vor allem durch eine höhere Auslastung vorhandener Kraftwerke ersetzt wird, könnte dagegen der Strompreis steigen, da in zunehmendem Maße Kraftwerke mit höheren Betriebskosten zur Deckung der Stromnachfrage herangezogen werden müssten. Eine komplexere – und hier nicht weiter darstellbare – Dynamik ergibt sich mit Blick auf die Strompreise, wenn die Entwicklung von Brennstoff- und CO2-Preisen in Betracht gezogen wird, die sich zumindest hinsichtlich der CO2-Preise teilweise auch aus der Entwicklung des Stromerzeugungsmix im Ganzen ergeben können.()Auch vor diesem Hintergrund ist es als keineswegs sicher anzusehen, dass eine Verlängerung von Laufzeiten der deutschen KKW zu signifikanten und richtungssicheren Veränderungen der Strompreisniveaus und –volatilitäten führen wird.
Mit hoher Sicherheit kann dagegen davon ausgegangen werden, dass von Laufzeitverlängerungen vor allem die entsprechenden KKW-Betreiber profitieren würden, die ohneweitere oder mit nur geringen Investitionen die Differenz zwischen (hohen) Strompreisen und niedrigen Betriebskosten der Kernkraftwerke als Zusatzgewinne realisieren könnten.
Bleiben Sie schön in Ihrem Kämmerlein und halten den Rand!
Mit Ihresgleichen geht auch keine Demokratie.
Was wollen Sie bei den Erneuerbaren Energien großes an Forschungsausgaben investieren? Biogasanlagen und Windmüllen sind bekannte Technologien. Das ist Low- bzw.. Medium-Tech. Da gibt es Verbesserungspotentiale im Rahmen einer evolutionären Entwicklung bekannter Technologien bzw. Verfahren. Was soll da noch großes erforscht werden?
Forschungspotential gibt es im Bereich der Photovoltaik zur Kostenreduzierung und vereinfachter Prozesse insbeondere bei Substratherstellung. Das ist überwiegend Anwendungsforschung aber auch noch ein Stück Grundlagenforschung.
Dann gibt Entwicklungsleistungen im Bereich der Software für Netzsteuerungen. Das ist auch im Prinzip bekannte Technologie und daher ein Industriethema.
Polizeieinsätze sind nicht der Kernenergie zuzurechen. Die Rechnung für Polizeieinsätze haben die militanten Krawallmacher und deren Organisationen zu bezahlen, nicht die Steuerzahler! Denn sie provozieren erst die Polizeieinsätze in dem Ausmaß!
Das gilt im übrigen auch bei Sportereignisse wie Fußballspiele. Wer Krawall macht, sich ankettet, etc. hat die Kosten zu berappen.
Heute müssen das leider alle die Steuerzahler bezahlen die sich sich nicht für Fußballspiele interessieren bzw. die nicht militant gegen Kernkraft Krawall machen.
Paging