Duisburger Oberbürgermeister Tausche Rumänen und Bulgaren gegen Syrer

  • Duisburgs OB Link muss sich heftige Kritik gefallen lassen. Er hatte in der Flüchtlingsdebatte gesagt, er nehme gerne doppelt so viele Syrer auf, wenn er dafür "ein paar Osteuropäer abgeben könnte".
  • Oppositionspolitiker nennen die Aussage "entsetzlich" und werfen ihm "Nützlichkeitsrassismus" vor.
  • Der SPD-Politiker hat sich entschuldigt.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link hat mit einer Aussage in der Flüchtlingsdebatte schwere Kritik auf sich gezogen. "Ich hätte gerne das Doppelte an Syrern, wenn ich dafür ein paar Osteuropäer abgeben könnte", sagte Link am Dienstag auf einer Flüchtlingskonferenz von SPD-Kommunalpolitikern in Berlin, zu der Parteichef Sigmar Gabriel geladen hatte.

Link bezog sich auf die Probleme, vor die sich die Stadt durch den Zuzug von mehr als 10 000 Bulgaren und Rumänen in den vergangenen beiden Jahren gestellt sieht. Seit Anfang 2014 dürfen Bulgaren und Rumänen ihren Wohnsitz in der EU frei wählen.

"Unmenschlich und entsetzlich"

Die Opposition im Duisburger Rathaus und Hilfsorganisationen kritisierten Links Aussage. Sie sei "unmenschlich und entsetzlich", sagte der Duisburger Linken-Chef Lukas Hirtz den Ruhr-Nachrichten. "Das ist Nützlichkeitsrassismus, wenn man in gute und schlechte Ausländer unterteilt."

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Der Sprecher der Grünen sagte, Link vertrete Duisburg nicht, "wenn er Roma gegen syrische Flüchtlinge schachern" wolle. "Menschen nach Herkunft und ethnischer Zugehörigkeit zu sortieren", sei "ganz üble Propaganda".

Link entschuldigte sich für seine Aussage

Link entschuldigte sich am Mittwoch für seine Aussage. "Ich bedaure, dass ich für meine Botschaft in einer emotionalen Debatte nicht die richtigen Worte gefunden habe", sagte er den Ruhr-Nachrichten. "Ich wollte durch meine Aussage niemanden persönlich treffen."

Es steht außer Frage, "dass wir alle Asylbewerber in Duisburg willkommen heißen wollen, egal woher sie kommen", sagte Link. Er habe aber auf auf die zusätzliche Belastung hinweisen wollen, die Duisburg zu stemmen habe. "Anders als in anderen Städten leben hier mittlerweile 12 500 Bulgaren und Rumänen, die im Rahmen der EU-Freizügigkeit kommen. Die meisten von ihnen haben keine Arbeit und durch fehlende Deutschkenntnisse auch kaum Möglichkeiten, eine zu finden", sagte Link.