Chronologie zum Ersten Weltkrieg Von Sarajevo bis Versailles - dazwischen das große Sterben

Der Erste Weltkrieg hat die Landkarte Europas grundlegend verändert und das 20. Jahrhundert geprägt. Eine Übersicht der wichtigsten Daten eines bis dahin nie da gewesenen Gewaltausbruchs.

Deutscher und britischer Soldat an der Westfront, 1918 Ein deutscher Gefangener gibt einem britischen Verwundeten (re.) Feuer.

28. Juni 1914: Der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand wird in Sarajevo von einem serbischen Nationalisten erschossen.

28. Juli 1914: Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg. In den darauf folgenden Tagen greifen Bündnismechanismen - der Konflikt weitet sich zu einem Weltkrieg aus.

1./3. August 1914: Das Deutsche Reich erklärt zunächst Russland und zwei Tage später Frankreich den Krieg.

4. August 1914: Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die neutralen Staaten Belgien und Luxemburg erklärt Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg.

Mit Hurra ins große Gemetzel

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August-September 1914: Die Schlachten an den Masurischen Seen und bei Tannenberg markieren den Beginn der deutschen Offensive im Osten.

September-November 1914: Nach den Schlachten an der Marne, an der Yser und vor Ypern wird die deutsche Offensive im Westen gestoppt.

29. Oktober 1914: Zwei Kriegsschiffe, die von den Deutschen an das Osmanische Reich übereignet worden waren, aber noch unter deutschem Befehl standen, beschießen russische Küstenstädte im Schwarzen Meer. Wenige Tage später erklären Russland, Großbritannien und Frankreich dem Osmanischen Reich den Krieg.

15. Februar 1915: Beginn der Schlacht von Gallipoli, in der Briten, Franzosen und deren Verbündete aus Übersee versuchen, bei den Dardanellen zu landen, um auf die osmanische Hauptstadt Konstantinopel (heute Istanbul) vorzurücken. Die Invasoren scheitern, am Ende sind 100.000 Menschen tot.

22. Februar 1915: Deutschland beginnt einen massiven U-Boot-Krieg, schränkt ihn nach Versenkung des britischen Passagierschiffes Lusitania mit 1198 Todesopfern aber wieder ein.

April-Mai 1915: Die deutschen Truppen setzen bei einer Offensive gegen die Alliierten nahe Ypern erstmals Giftgas ein.

Als die Welt brannte

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, der das alte Europa einstürzen ließ. Dem Gemetzel ging das Machtgerangel auf dem Balkan voraus. Jenseits der Großreiche von Kaiser, Zar und Sultan konkurrierten dort junge Nationalstaaten. Kein Wunder, dass sich ein Krieg entzündete - ausgelöst durch die Schüsse auf den österreichischen Thronfolger. Von Kurt Kister, Wien mehr ...

Februar-Juni 1916: Trotz enormen Materialaufwands gelingt dem deutschen Heer bei der Schlacht um Verdun kein Durchbruch.

23. Mai 1915: Italien erklärt Österreich-Ungarn den Krieg - nachdem es im geheimen Londoner Vertrag weitgehende Gebietsgewinne von den Entente-Mächten zugesichert bekommen hatte.

31. Mai 1916: Die einzige große Seeschlacht des Weltkriegs im Skagerrak zwischen Deutschland und Großbritannien bringt keine Wende.

Wahnsinn Westfront

Bald nach Kriegsbeginn 1914 erstarrte die Westfront. Von der Kanalküste bis zur Schweizer Grenze gruben sich die Deutschen ein, ebenso Franzosen, Briten und deren Verbündete auf der anderen Seite. Was folgte, war ein Novum: Der Einsatz von Giftgas, Panzern und Artillerie tötete Hunderttausende. mehr...

Juni 1916: Mit einer britischen Großoffensive beginnt die Schlacht an der französischen Somme, die bis November dauert. Die Briten setzen erstmals Panzer ein.

12. Dezember 1916: Die Mittelmächte unterbreiten den Alliierten ein Friedensangebot, das diese aber am 30. Dezember zurückweisen.

8. März 1917: Ende der Zarenherrschaft in Russland. In der "Februarrevolution" (nach dem damals in Russland noch geltende Julianischen Kalender fiel der Beginn des Aufstands auf den 23. Februar) wurde Nikolaus II. entmachtet, das Parlament (Duma) setzt eine provisorische Regierung ein, daneben bilden sich Arbeiter- und Soldatenräte. Formell dankt der Zar am 14./15. März ab. Russland führte den Krieg weiter.

Zar Nikolaus II. (Mitte) während eines Manövers in Krasnoje Selo. Die Aufnahme entstand vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

6. April 1917: Nach dem Wiederbeginn des U-Boot-Krieges treten die USA in den Krieg ein.

6./7. November 1917: In der Oktoberrevolution übernehmen in Russland die Bolschewiki die Macht.

8. Januar 1918: US-Präsident Woodrow Wilson legt vor dem Kongress ein 14-Punkte-Programm für eine Friedensordnung für Europa vor.

3. März 1918: Die neue Sowjetregierung schließt mit den Mittelmächten den Friedensvertrag von Brest-Litowsk.

12. April 1918: Die geheimen Verhandlungen werden bekannt (und deren Erfolg damit vereitelt), die Österreich-Ungarn mit der Entente seit 1917 geführt hatte - ohne das Wissen der Deutschen.

8. August 1918: Beginn der Schlussoffensive von Briten, Franzosen und US-Amerikanern.

29. September 1918: Angesichts des drohenden militärischen Zusammenbruchs drängt die Obersten Heeresleitung die Reichsregierung, Verhandlungen über einen Waffenstillstand zu beginnen. Gesprächsbasis: die 14 Punkte von US-Präsident Wilson. Gleichzeitig initiiert die Oberste Heeresleitung die "Dolchstoßlegende", wonach die unbesiegte Armee von Zivilisten verraten worden sei.

"Blut muss fließen, viel Blut"

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9. November 1918: Kaiser Wilhelm II. dankt ab, in Berlin wird die Republik wird ausgerufen.

11. November 1918: In für Deutschland auswegloser militärischer Lage wird im französischen Compiègne das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet.

28. Juni 1919: Das Deutsche Reich unterzeichnet den Versailler Vertrag, der unter anderem die alleinige Kriegsschuld Deutschlands festschreibt.

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