Castor-Transporte – Die Ausweicher

Als Minister für Umweltschutz und Reaktorsicherheit ist Norbert Röttgen (CDU) politisch verantwortlich für die Castor-Transporte. Angesichts der größten Demonstrationen, die es je im Wendland gegeben hat, fordern Atomkraftgegner, Röttgen müsse sich vor Ort der Diskussion stellen - und Kanzlerin Merkel natürlich auch.

Röttgen ist einverstanden und will kommen - irgendwann, aber zumindest noch in diesem Jahr. Viel zu diskutieren scheint es für ihn ohnehin nicht zu geben in Sachen Laufzeitverlängerung, Gorleben-Erkundung und Endlagerung: Die Demonstrationen seien "verantwortungslos", sagt er, die Transporte "alternativlos". Immerhin bestünden "Verpflichtungen aus vergangenem Tun."

Auch FDP-Chef Guido Westerwelle weist darauf hin, dass die Regierung gar nicht anders könne, als das in Frankreich aufbereitete radioaktive Material zurückzunehmen - und geht einer Diskussion über die Suche nach anderen Endlagerstätten so aus dem Weg. Genussvoll führt Westerwelle aus, dass die Grünen eigentlich nicht mitdemonstrieren dürften. Ihr Fraktionschef Jürgen Trittin habe in seiner Zeit als Bundesumweltminister immer wieder betont, dass die Castor-Transporte wegen rechtlicher Verpflichtungen nicht zu vermeiden seien.

Bild: dpa 8. November 2010, 12:592010-11-08 12:59:33 © sueddeutsche.de