Bundespräsident Wulff Mallorca-Urlaub bei Freunden

Bundespräsident Wulff hat seine Ferien im Domizil des Unternehmers Maschmeyer verbracht. Ein anrüchiger Freundschaftsdienst? Das Bundespräsidialamt bemüht sich nach Kräften, diesen Eindruck zu zerstreuen.

Von Nico Fried

Dem neuen Bundespräsidenten Christian Wulff droht eine Diskussion über seinen jüngsten Sommerurlaub. Wulff verbrachte seine Ferien Mitte Juli auf der spanischen Ferieninsel Mallorca auf einem Anwesen, das einer Firma des Unternehmers Carsten Maschmeyer gehören soll. Maschmeyer, Gründer und bis 2009 auch Vorstand des Finanzdienstleisters AWD und heute Vorstandsmitglied des Beratungsunternehmens Maschmeyer Rürup, ist mit Wulff befreundet. Das Bundespräsidialamt bemühte sich am Donnerstag, Mutmaßungen zu zerstreuen, es handele sich um einen anrüchigen Freundschaftsdienst.

Die Zeitschrift Bunte hatte in ihrer aktuellen Ausgabe bereits über den Urlaub Wulffs im Hause eines "bekannten deutschen Unternehmers" berichtet. Die auf der Insel erscheinende Mallorca-Zeitung beruft sich nun auf Auszüge aus dem Grundbuch und dem Handelsregister, wonach der Eigentümer des Anwesens die Firma Paradise Castle sei und deren alleiniger Inhaber Carsten Maschmeyer. Das Bundespräsidialamt wollte sich zu der Frage, wem das Anwesen gehöre, nicht äußern. Ein Sprecher sagte dazu lediglich, über Einzelheiten des Urlaubsortes des Bundespräsidenten würden schon aus Sicherheitsgründen keine Angaben gemacht.

Der Sprecher des Bundespräsidialamts wies darauf hin, dass Wulff mit seiner Familie in einer Chartermaschine auf die Mittelmeerinsel geflogen sei, obwohl ihm die Flugbereitschaft der Bundeswehr zur Verfügung gestanden hätte. Die Familie habe auf Mallorca ein Appartement gemietet, das zu einem größeren Anwesen gehöre, und dafür einen "angemessenen" Preis bezahlt, sagte der Sprecher weiter. Die Höhe des Preises oder andere Einzelheiten wollte er aber nicht nennen.

Erst vor wenigen Monaten hatte Wulff, damals noch in seinem Amt als niedersächsischer Ministerpräsident, einräumen müssen, bei einer Privat-Reise in die USA ein sogenanntes kostenloses Upgrade akzeptiert zu haben, das ihm ermöglicht hatte, statt in der Tourist Class in der Business Class zu fliegen. Der Chef der Airline hatte dieses Upgrade nach einem Gespräch mit Wulffs Ehefrau veranlasst. Wulff selbst sprach später von einem Fehler und bezahlte den Differenzbetrag von 3056 Euro.

Sein Leben in Bildern

mehr...