Es ging alles so schnell: erst Landesvater und schwupps, schon Bundespräsident. Deshalb, sagt Christian Wulff im Fernsehinterview bei ARD und ZDF, habe er Fehler gemacht. Doch die von ihm Bedrohten sehen die Sache ganz anders. Protokoll eines Erklärversuchs - und an welchen Punkten die Bemühungen wohl gescheitert sind.
Am Anfang ist der Präsident eine Kugel. Ein bisschen ungesund sitzt er da, die Schultern nach vorne gebeugt. Den Kopf gesenkt, die Ellbogen auf der braunen Tischplatte, die Hände ineinander gefaltet. Ein Experte für Körpersprache will in dieser Haltung Anspannung, Unwohlsein und mangelnden Glauben an sich selbst erkannt haben. Aber stimmt das?
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In Wulffs Worten ist an diesem Mittwochabend jedenfalls kaum ein Selbstzweifel festzustellen. Er würzt ein Bekenntnis zum Amt mit einer kräftigen Prise Reue und bleibt im Fernsehinterview (eine Zusammenfassung seiner Aussagen finden Sie hier) mit Bettina Schausten vom ZDF und Ulrich Deppendorf von der ARD ansonsten bei der Sprachregelung: "Ich weiß, dass ich nichts Unrechtes getan habe, aber nicht alles richtig war, was ich getan habe."
Das mag einer der Gründe sein, warum die Opposition weiterhin Aufklärung fordert. Und warum die Debatte um seine Kreditaffäre, die Drohanrufe bei kritischen Journalisten und die enge Freundschaft zu Unternehmern womöglich noch nicht beendet ist.
Genau das - einen Schlussstrich ziehen - hat Wulff allerdings im Sinn, als er um kurz vor 17 Uhr im Fernsehstudio in Berlin eintrifft. Es ist womöglich der wichtigste Moment in seiner Karriere. Einen weiteren Rückschlag würde die wohl nicht vertragen.
Der Druck war immer größer geworden, zuletzt hatte selbst die Kanzlerin vom Präsidenten Antworten verlangt. Da war der Termin mit den öffentlich-rechtlichen Sendern wohl schon beschlossen, Wulffs Auftritt schon geplant. Dagewesene berichten von Zetteln, die der Präsident im Auto studiert habe. Von seinem Jackett, das er erst spät angezogen habe, um vor den Fotografen am Eingang des Studios hemdsärmelig zu wirken.
Das Interview machte den Eindruck, als sei es komplett einstudiert, was aber nicht an Schausten und Deppendorf liegt. Die Journalisten arbeiten zahlreiche offene Fragen mit Nachdruck ab. Sie fallen Wulff ins Wort, wenn es nötig ist. Und Schausten erlaubt sich zu Beginn sogar einen bitteren Scherz, als sie sagt, es gebe viele Fragen - "beginnen wir doch vielleicht einfach mal". Als wäre es so simpel gewesen, den Präsidenten ins Studio zu bekommen.
"Große Unterstützung"
Zu Beginn kommt die Frage nach dem Rücktritt, und Wulff blinzelt plötzlich, als sähe er in die Sonne. Er atmet hörbar ein und aus, dann sagt er: "Nein." Er habe in den "ganzen Wochen" die "große Unterstützung meiner Freunde und Mitarbeiter" gespürt. Er nehme die Verantwortung gerne wahr, "ich habe sie für fünf Jahre übernommen". Und erst dann wolle er eine Bilanz vorlegen, "dass ich ein guter, erfolgreicher Bundespräsident war".
Wulff macht einen Anfängerbonus geltend, er spricht von einem "Lernprozess". "Ohne Karenzzeit, ohne Vorbereitungszeit", sei er vom niedersächsischen Ministerpräsidenten zum Bundespräsidenten aufgestiegen. Und er sei "aus Hannover nach Berlin" gekommen. Als wäre schon der Umzug in die Hauptstadt eine Entschuldigung für Fehler. Als hätte ihn niemand vorgewarnt. Als sei sein Vorgänger Horst Köhler nicht wegen harscher Kritik an seiner Person zurückgetreten.
Und erst die Reisen! Vier Länder in fünf Tagen. Und dann habe ihn die Nachricht erreicht, die Bild-Zeitung plane die Veröffentlichung über ein Detail aus seinem Privatleben. Er habe lediglich um einen Tag Aufschub gebeten, den habe man ihm verwehrt. Der Anruf beim Bild-Chefredakteur Kai Diekmann sei dennoch "ein schwerer Fehler gewesen", räumt Wulff ein. Er entschuldige sich, wie er das zuvor schon persönlich getan habe. "Es ist auch akzeptiert worden", sagt Wulff.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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ICE-Strecke
Dieser Mann hat ein merkwürdiges Moralverständnis und bildet sich ein weiter lügen zu können.
Aber lassen wir ihn weiter lügen damit nimmt er der CDU viel Stimmen bei der nächsten Wahl. Zumal die Bundeskanzlerine diesen Lügner stets einen Persilschein ausstellt.
Wieso eine Fehlbesetzung? Bin weder ein von Geiz und Gier zerfressener Schnäppchen Jäger, noch überfordert. Wozu habe ich als Mensch wohl reiche einflussreiche Freunde? Wollte doch nur ein paar Zigtausend sparen. Meine Frau und ich - wir haben schließlich unsere Ansprüche. Natürlich muss es so sein, dass der normale Bürger zu sparen hat, gerade auch für seinen Billigurlaub auf Mallorca. Aber sollen wir uns etwa auf eine Stufe mit einer kleinen Sekretärin oder einem einfachen Handwerker stellen? Wenn diese armen Menschen keine Lust zum Sparen haben, brauchen die doch nur aus ihren einfachen Milieus herauszuwachsen. So habe ich es wenigstens gemacht. Mitgliedschaft in der CDU kann auch helfen. Sucht euch wohlhabende Gönner. Ein Brückenschlag zwischen arm und reich ist nicht zuletzt auch wichtig für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Erinnert euch an meine trostreichen Worte zu Weihnachten.
Und was heißt schon Pressefreiheit. Kann ja schlecht jeden Tag und dann noch beim Emir im Grundgesetz blättern. Da würde mir ganz wirr im Kopf. Habe mit Gesetzen generell aber kein Problem. Auch ich finde, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sein sollten. Natürlich sind manche gleicher, wie das Oberschwein richtig anmerkte. Das ist nun mal so.
Als Bundespräsident bin ich draußen im Lande sehr beliebt. Mehr als 5% meiner Mitbürger sind wie ich mit mir sehr zufrieden. Und erst meine Freunde, z.B. der Große Vorsitzende der Partei der Besserverdienenden / GVPBV. Habe seine volle, vielleicht sogar seine vollste Unterstützung. Auch Frau Haselmeier von der CSU ist für mich. Gutti natürlich auch. Sind schließlich Wesens- und Seelenverwandt.
Und erst Mutti. Ein klares „hervorragend“ für mich, in Kürze sicherlich ein „überragend“. Habe ihr volles, neuerdings sogar ihr vollstes Vertrauen. Was will ich mehr. War immer und werde immer gerne Bundespräsident unter ihr sein. Das ist der Kern meines Amtsverständnisses. Dieses Amt mit seiner Vorbildfunktion gefällt mir sehr. Einige Beobachter bezeichnen es zuweilen ja als ein recht verantwortungsvolles Amt. Ob ich es wenigstens in Zukunft ausfüllen kann? Weiß ich wirklich nicht, ist ja auch egal. Aber bekleiden kann ich es schon, denk ich mal. Mit Maßanzügen bin ich jedenfalls gut bevorratet.
Warum hat mir eigentlich keiner gesagt , daß Bundespräsident ein anerkannter Lehrlingsberuf ist. Bei der Vergütung und den Privilegien hätt ich mich doch glatt beworben.
"Ich musste ja auch einen Lernprozess machen. Ich bin vom Ministerpräsidenten ohne Karenzzeit zum Bundespräsidenten geworden."
Wer hat den armen Kerl in ein Amt gezwungen, das ihm zu groß ist ???
Das hat "man" nun davon, wenn "man" einen politischen Benimm-Lehrling zum Bundespräsidenten macht...
Er fordert für sich die ganze Amtszeit, damit er zeigen kann, wie gut er als Präsident ist. Bei seiner Lern-"Schnelligkeit", die er seit einem Monat an den Tag legt, sollte "man" ihm besser gleich auch die zweite Amtszeit garantieren...
"Ich möchte nicht Präsident in einem Land sein, wo sich jemand von Freunden kein Geld mehr leihen kann."
Den Punkt hat "man" anscheinend nicht begriffen:
Wenn Lieschen Müller sich von einer Freundin 10 Euro leiht, fühlt sie sich ihrer Freundin verpflichtet!
Wenn "man" aber Bundespräsident spielt, sollte "man" nur seinem Gewissen verpflichtet sein. Aber das Gewissen scheint bei Lieschen Müller weit größer, als bei "man" das in öffentlichen Ämtern hat...
Frau Schausten hätte die Frage, ob sie dafür bezahlt, wenn sie bei Freunden übernachtet, besser so beantwortet:
Nein, aber ich berichte im Gegenzug gut über meine Freunde. Was bieten Sie Ihren Freunden als Gegenleistungen, Herr Bundespräsident? Und was haben Sie als Ministerpräsident als Gegenleistungen geboten?
DARUM geht es nämlich.
In der Basler Zeitung hat man es auf den Punkt gebracht: Eine Hand wäscht die andere - aber man wird davon nicht sauberer.
heute ist er ein Ersatz-Präsident."
Treffender wäre : " Früher schon war der Präsident ein entbehrlicher Ersatz-Kaiser. Wulff ist nur noch ein peinlicher Ersatz-Präsident."
Es wäre Zeit darüber nachzudenken , das - demokratisch gesehen - überflüssige Verfassungsorgan "Staatsoberhaupt" abzuschaffen . Allein schon wegen des politischen Geschachers bei der Besetzung des Postens wirkt es nur lächerlich , dem Amt selber eine fetischhafte "Würde" anzudichten . Zumal der Demos , das Volk. bei der Wahl nichts zu melden hat .
"Der Kaiser hat ja keine Kleider an ! " ruft das Kind im bekannten Märchen .
Bei Wulff ist das garnicht zu übersehen , das er nackt ist ...
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