Bürgerkrieg in Syrien 16-Jährige aus Deutschland ziehen in den Dschihad

Im Bann der Hassprediger: Junge Islamisten aus Deutschland zieht es zunehmend nach Syrien. Mehr als 210 sind bereits ausgereist, um im Bürgerkrieg zu kämpfen, sagt Verfassungschutzchef Maaßen. Die Mehrheit von ihnen ist sogar minderjährig. Sie können auch für Deutschland zur Gefahr werden.

Verfassungsschützer beobachten mit Sorge den wachsenden Reisestrom deutscher Islamisten Richtung Syrien. Auch Frauen zieht es demnach in das Bürgerkriegsland. "Weit über 210 Leute, die wir kennen, sind nach Syrien gegangen. Das Dunkelfeld kennen wir nicht", sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen der Nachrichtenagentur dpa.

Es sei anzunehmen, dass die Zahl noch wesentlich größer sei. Etwa 60 Prozent der mehr als 200 Kämpfer seien deutsche Staatsangehörige. Im September hatte der Verfassungsschutz noch von 170 ausgereisten deutschen Islamisten gesprochen, die in Syrien idologisch aufgeladen würden. Vermehrt seien auch Frauen eine Zielgruppe für die Rekrutierung für den Bürgerkrieg in Syrien, sagte Maaßen.

"Mindestens zehn Frauen sind mit Männern dort hingegangen." Durch Benefizveranstaltungen, Seminar und Predigten versuchen Hassprediger junge Leute für den Dschihad zu begeistern.

Der überwiegende Teil der Islamisten, die aus Deutschland nach Syrien reisten, sei jünger als 25 Jahre. Erschreckend sei, "dass es vermehrt Minderjährige gibt, auch 16-Jährige, die dorthin gehen und quasi verheizt werden sollen für den Dschihad".

Zehn Personen, die aus Deutschland kamen, seien bei Kämpfen in Syrien ums Leben gekommen. Mehrere Dutzend seien wieder in Deutschland. "Ich gehe davon aus, etwa 50 Personen sind zurückgekehrt. Aber vermutlich sind es 15 oder 16, die definitiv mit Kampferfahrung zu uns zurückgekommen sind."