Ausländerfeindlichkeit Unbekannte greifen Ausländer in Köln an

Situation am Hauptbahnhof in Köln Polizisten stehen am 10.01.2016 in Köln (Nordrhein-Westfalen) vor dem Hauptbahnhof neben dem Dom. Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht verstärkt die Polizei die Präsenz am Hauptbahnhof. Foto: Maja Hitij/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

(Foto: dpa)
  • In Köln kommt es zu Attacken auf Ausländer. Mehrere Menschen werden verletzt.
  • Angeblich sollen sich die Angreifer auf Facebook zu den fremdenfeindlichen Taten verabredet haben.
  • Bereits am Samstag hatten 1700 Rechtsextremisten und Hooligans in Köln demonstriert und dabei Polizeibeamte mit Flaschen, Steinen und Knallkörpern beworfen.

Angreifer verabreden sich auf Facebook

In Gruppen haben unbekannte Täter in der Kölner Innenstadt mehrere Ausländer angegriffen und verletzt. Zwei Pakistaner mussten nach den Attacken am Sonntagabend ins Krankenhaus gebracht werden, ein Syrer wurde leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Ob die Angriffe einen fremdenfeindlichen Hintergrund hatten und direkt mit den Geschehnissen der Silvesternacht in Köln zusammenhängen, wird laut einem Polizeisprecher noch geprüft.

Nach Informationen des Kölner Express hatte sich eine Gruppe aus Rockern, Hooligans und Türstehern über Facebook verabredet, um in der Kölner Innenstadt "auf Menschenjagd" zu gehen. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht wolle man "ordentlich aufräumen", zitierte das Blatt aus einer nicht öffentlichen Facebook-Gruppe. Ob zwischen dem Aufruf und den Angriffen ein Zusammenhang besteht, war zunächst unklar.

Gezielt Provokationen gesucht

Der erste Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 18:40 Uhr. Eine Gruppe von etwa 20 Menschen ging in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofes auf sechs Pakistaner los. Rund zwanzig Minuten später kam es nicht weit entfernt zu einer zweiten Attacke: Fünf Täter griffen einen Mann aus Frechen mit syrischer Staatsangehörigkeit an. Der 39-Jährige wurde verletzt, musste aber nicht ärztlich behandelt werden. Ob es zwischen den Taten eine Verbindung gibt, war zunächst offen.

Bereits am Nachmittag habe die Polizei Hinweise "auf Personengruppen erhalten, die gezielt Provokationen suchen würden". Daraufhin sei die Polizei in der Innenstadt mit starken Kräften im Einsatz gewesen. In der Nacht sei die Präsenz nach mehreren Personenkontrollen dann wieder zurückgefahren worden, sagte ein Polizeisprecher. Mehr als 100 Personen wurden von den Beamten kontrolliert.

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Im Zuge der Kontrollen seien vier Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, die ausgesprochene Platzverweise nicht befolgt hätten. Ob diese Personen zu den Angreifern gehörten, konnte ein Polizeisprecher nicht sagen. Es wurden zwei Strafanzeigen gestellt.

Kundgebung von Rechtsextremisten und Hooligans

Am Samstag hatte die Kölner Polizei eine Kundgebung von Hooligans und Rechtsextremisten aufgelöst. Die Beamten seien aus der Menge der rund 1700 Demonstranten immer wieder mit Flaschen, Knallkörpern und Steinen beworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei setzte schließlich Wasserwerfer und Reizgas ein und nahm 15 Personen vorübergehend in Gewahrsam.

Hintergrund der Demonstration waren die massiven Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in der Domstadt, für die Opfer und Zeugen vor allem Täter nordafrikanischer oder arabischer Herkunft verantwortlich gemacht hatten.