Die Bundesregierung setzt die Laufzeitverlängerung für deutsche AKW aus - und plötzlich zeigt sich auch die Atomlobby gesprächsbereit. Atomforum-Präsident Ralf Güldner hält jetzt das Aus für Altreaktoren für möglich.
Als Cheflobbyist und Präsident des Deutschen Atomforums vertritt Ralf Güldner die deutsche Kernenergiebranche. Der Spitzenmanager des Eon-Konzerns gilt als Sprachrohr der Kernkraftbetreiber RWE, Eon, Vattenfall und EnBW. Nach der Katastrophe in Japan hält er das Aus alter Meiler für möglich und räumt ein: "Auch wir sind in Sorge."
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Ralf Güldner leitet das Deutsche Atomforum. (© picture alliance / dpa)
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SZ: Die drohende Atomkatastrophe in Japan hat in Deutschland die Debatte über die Zukunft der Kernenergie neu entfacht. Wird es eng für die Branche?
Ralf Güldner: Die Debatte ist nachvollziehbar. Dass in einem Industrieland wie Japan mit höchsten Sicherheitsstandards Dinge passieren, die eine Kontrolle von Atomkraftwerken schwierig machen, ist auch für uns besorgniserregend. Die Bilder der Explosionen, Kollegen, die Probleme haben, die Situation im Kraftwerk unter Kontrolle zu bringen: Auch wir sehen das mit großer Besorgnis.
SZ: Das Atomunglück zwingt die Politik zum Umdenken. Die Bundesregierung setzt die Laufzeitverlängerung für drei Monate aus. Bedeutet dies das endgültige Aus für ältere Meiler wie Biblis A, Krümmel oder Brunsbüttel?
Güldner: Wir werden jetzt Anlage für Anlage im Sinne der Risikobeherrschung prüfen müssen, welche Konsequenzen zu ziehen sind. Im Einzelfall kann das bedeuten, dass es Einfluss auf den Betrieb hat. Auch das Stilllegen einzelner Anlagen kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Aber wir dürfen jetzt auch nicht überstürzt das gesamte Energiekonzept der Regierung in Frage stellen. Die Atomkraft bleibt auch in Zukunft wichtig für die Energieversorgung in Deutschland.
SZ: Der Unfall zeigt, dass wir eine Technik nutzen, die sich in Extremsituationen nicht beherrschen lässt. Kann er das Ende des Atomzeitalters einläuten?
Güldner: Nein, die Situation in Japan ist ein einmaliges Ereignis. Da kamen zwei Naturkatastrophen zusammen. Ein Jahrhundertbeben und der Tsunami. Daraufhin brach die gesamte Infrastruktur zusammen. Eine solche Verkettung ist in Deutschland nicht vorstellbar. Möglicherweise müssen aber Auslegungswerte gegen Ereignisse wie Erdbeben oder Überflutung überprüft werden.
SZ: Die Situation in Japan spitzt sich zu. Wie bewertet der Krisenstab der Branche die Lage in Fukushima? Droht dem Land eine nukleare Katastrophe?
Güldner: Nach allem, was wir darüber erfahren, ist die Situation sehr schwierig. Der Kern des Reaktors 1 war zeitweise nicht mehr vollständig von Wasser bedeckt, die Brennstäbe überhitzten. Bei Temperaturen von 1000 Grad kommt es zu Schäden an den Brennstäben, die zur Freisetzung von radioaktiven Stoffen im inneren Kern führen. Von einer Kernschmelze ist man dann aber noch weit entfernt. Es gibt Hinweise, dass es gelingt, den größten Teil des radioaktiven Inventars in der Anlage zu halten. So sind die Mitarbeiter vor Ort zwar erhöhten Strahlenbelastungen ausgesetzt. Aber sie können weiter reagieren. Eine Katastrophe wie in Tschernobyl halte ich derzeit auch deshalb für nicht wahrscheinlich.
SZ: Erhöhte Strahlenbelastung, tagelanger Einsatz ohne Pause - und das im Katastrophengebiet. Wie lange halten das die Ingenieure und Techniker eines solchen Kraftwerks durch?
Güldner: Das ist schwer zu sagen. Die Belastung für die Kollegen vor Ort könnte jedenfalls nicht größer sein. Sie müssen in einer völlig zerstörten Infrastruktur unter extremen Bedingungen retten, was zu retten ist. Sie sind seit dem Ereignis am Freitag sicher pausenlos im Einsatz. Ich hoffe sehr, dass es die Möglichkeit gibt, die Kollegen auszutauschen. Denn irgendwann sind menschliche Kräfte einfach erschöpft.
SZ: Deutschland ist kein Erdbebengebiet. Aber nach Meinung von Experten reicht der Schutz vor Terroranschlägen nicht aus. Dem Absturz eines Verkehrsflugzeugs wäre kein Meiler gewappnet.
Güldner: Wir müssen uns jetzt natürlich fragen, was wir für Deutschland lernen können. Wir sind da in der Bewertung. Terroranschläge, wie wir sie in den vergangenen Jahren erlebt haben, konnten noch nicht bei der Auslegung unserer Kraftwerke berücksichtigt werden. Zu den Zeiten, als sie gebaut wurden, ging man im schlimmsten Fall vom Absturz einer Militärmaschine aus. Gegen die sind wir geschützt. Die Sicherheitsmechanismen erlauben aber, die Anlagen auch bei einem Terroranschlag kontrolliert abzufangen. Auch gegen Anschläge mit Verkehrsflugzeugen gibt es Sicherungen. Die im Detail zu erläutern, käme allerdings einer Einladung zum Anschlag gleich. Außerdem sind Atomkraftwerke klein und ohnehin schwer zu treffen.
SZ: Die Kanzlerin hat dennoch eine Überprüfung angekündigt. Wo sehen sie selbst Verbesserungsbedarf?
Güldner: Das Sicherheitsniveau wird mit der Laufzeitverlängerung ohnehin angehoben. Die Erkenntnisse aus Japan werden einfließen. Wir werden sicher die Kühlwasserkreisläufe und die Notstromversorgung verbessern und Sicherheitsmechanismen an unterschiedlichen Stellen auf dem Gelände aufbauen, sodass ein Brand verschiedene Versorgungsstränge nicht gleichzeitig treffen kann.
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(SZ vom 15.03.2011/jab)
Bilder des Tages
Der Atomgau in Japan ist eine riesige Katastrophe und unsere Merkelianer wollen
wollen im" Ernst " ein dreimonatliches Moratoriom und nach den Wahlen geht es wie
gehabt weiter. Die Verstrahlung wird noch Jahrzehnte bestehen und es werden viele Menschen elendlich hinsiechen und sterben.
Was sind das nur für gewissenlose Politiker die das Restrisiko in Kauf nehmen.
Ich würde mich ganz gern verschulden, denn ich würde den Merkelianer,Mappus
und Konsorten den Flug nach Japan bezahlen, damit diese bei der Entseuchung
der Bevölkerung behilflich sind und sich ihre verdiente Strahlung verdienen.
Das Restrisiko ist in Deutschland ebenfalls mehr wie gegeben.
Rheingraben, AKW `an Flüssen Norddeutschland dann noch Sturmfluten, Kühlung fällt aus und der Gau lässt grüßen.
Ich freue mich schon auf die Landtagswahlen - der Gau in Japan - ist der Riesengau der CDU/CSU und F.D.P...
Nur schlimm für unsere Freunde in Japan.
"Als Cheflobbyist und Präsident des Deutschen Atomforums vertritt Ralf Güldner die deutsche Kernenergiebranche. Der Spitzenmanager des Eon-Konzerns gilt als Sprachrohr der Kernkraftbetreiber RWE, Eon, Vattenfall und EnBW. Nach der Katastrophe in Japan hält er das Aus alter Meiler für möglich und räumt ein: "Auch wir sind in Sorge."
Herr Güldner, nehmen Sie bitte Ihre Erfahrungen und Meinungen mit nach Japan ins AKW Fukushima und den Herrn Großmann(RWE) nehmen Sie am besten gleich mit. Ich denke Ihre Meinung und Ihre "Sorge" stößt dort bei den Betroffenen Menschen auf "grosses" Interesse.
Wir hätten dann hier in Deutschland zwei Sorgen weniger und vor Ihnen und dem Kollegen Großmann lägen eine "strahlende" Zukunft ,von jeder Sorge befreit.
Gute Reise wünscht
biggerB
Vielen Dank für Ihren Kommentar:"ich traue Merkel alles zu"
So eindeutig und wahr ist dieser Kommentar, leider ist der Michel dumm nein saudumm.
Wer hat wider besseren Wissen diese Regierung gewählt ? Es war doch erkennbar
wohin die Reise gehen wird..
Schickt doch bitte einige der Lobbyisten in die verseuchten Gegenden, verursacht
durch die Atomenergie, insbesonder die Beführworter dieser nicht beherrchenbaren
Technologie. Röttgen und Mappus z.B könnten dann mal erleben wie ein Sichtum
allen Lebens aussieht.
Es ist Zeit, das diese Regierung über Ihren gesprochenen Eidesformeln im Bundestag nachdenken und wegen Verletzung dieser zurück treten.
Eine Frau Dr.Merkel auch Dienerin der Diktatur des Proletariats hat es gelernt die
Menschen zu verdummen. Wie lange wird der Michel das noch dulden ?
Zitat: "Nein, die Situation in Japan ist ein einmaliges Ereignis. Da kamen zwei Naturkatastrophen zusammen. Ein Jahrhundertbeben und der Tsunami. Daraufhin brach die gesamte Infrastruktur zusammen. Eine solche Verkettung ist in Deutschland nicht vorstellbar."
Hier wird wieder ein Mal, wie so oft, Ursache und Problem durcheinadnergebracht. Der Tsunami war zwar die Ursache, dass das Kühlsystem ausgefallen sit, das Problem ist aber, dass es nicht und unter keinen Denkbaren Umständen, auch in Deutschland nicht, Auszuschließen ist, dass alle Notsysteme Gleichzeitig in einer Notsituation durch eine Naturkatastrophe glecihermaßen ausfallen. dagegen ist einfach kein Kraut gewachsen. Die Urschae für so einen Ausfall muss ja nicht unbedingt ein Tsunami sein. In Frabnkreich reichte vor ein paar Jahren ein Orkan (Lothar) aus, um ein fast identisches Problem auszulösen. Nur durch Glück konnte die Kühlung wieder schnell genug hergestellt werden, sodass es zu keiner Kernschmelze kam.
Zudem ist das Erdbeben offenbar nicht ursächlich für den ausfall. es war offenbar nur der Tsunami der den ausfall auslöste. Da Alle Deutschen AKW an großen Flüssen stehen besteht bei einem aussergewühnliche Hochwasser genau das gleiche Problem.
Ein Restrisiko ist immer und bei jeder Technologei vorhanden. Ein Windrad kann bei Sturm auch umfallen und jemanden erschlagen. der Unterschiet bei der Atomkraft und das tritt nun wieder deutlich zu Tage ist, dass die Folgen, sollte das schlimmste Fall durch das Restrisiko eintreten, nicht abschätzbar und nicht begrenzbar sind. Sich dies bewusst zu machen und endlich öffentlich zuzugeben, statt wie schon anch Tschernobyl zu sagen "das ist anders, bei uns kann so etwas nicht passieren" wäre die oft prokalmierte Transparenz der Atomindustrie. Dennoch beschränken sich die Lobbyisten mal wieder darauf zu beteuern, dass ein ind Deutschland auszuschleißen ist.
Zu meiner Schulzeit (also vor ca 7 Jahren) war die Erklärung, warum genau das was in Japan gerade passiert, technich und physikalisch ausgeschlossen ist, sogar noch Bestandteil des Physik-Leistungskurs Lehrbuchs.
...und die Herren Güldner und Mappus sind als tatkräftige Experten sicher die Richtigen um mit Dosimeter und Atemmaske bei der dortigen Kontamination zu helfen.
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