Anthony Weiner und Sexting-Prozess "Ich habe eine Krankheit, aber ich habe keine Entschuldigung"

Anthony Weiner vor dem Gericht in New York.

(Foto: AFP)
  • Der frühere US-Abgeordnete Weiner bekannte sich im Sexting-Prozess schuldig.
  • Er hatte einer Minderjährigen Sex-Nachrichten geschickt. Vor Gericht bat er diese nun um Entschuldigung.
  • Das FBI hatte im vergangenen September mit den Ermittlungen gegen den Politiker begonnen.

Der frühere demokratische US-Abgeordnete Anthony Weiner hat eingestanden, einer 15-Jährigen Sex-Nachrichten geschickt zu haben. Vor Gericht bekannte sich Weiner schuldig und erklärte, er würde gegen eine Haftstrafe von bis zu 27 Monaten keine Berufung einlegen. Unter Tränen bat er das Mädchen um Vergebung. Er hatte ihr monatelang explizite Nachrichten geschickt. "Ich habe eine Krankheit, aber ich habe keine Entschuldigung", sagte er. Weiner war unter dem Pseudonym "Carlos Danger" im Netz unterwegs.

Das FBI hatte im vergangenen September mit den Ermittlungen gegen den Politiker begonnen, nachdem die 15-Jährige öffentlich gemacht hatte, dass sie und Weiner sich Nachrichten geschickt hatten. Außerdem hätte er sie gebeten, sich vor der Kamera auszuziehen.

Die Durchsuchung seines Laptops hatte auch Einfluss auf den US-Wahlkampf. Denn Weiners getrennt lebende Frau Huma Abedin ist die rechte Hand von Hillary Clinton. Auf dem Rechner wurden damals E-Mails von Clinton gefunden, die das FBI unmittelbar vor der Wahl zu neuen - letztlich ergebnislosen - Ermittlungen in der E-Mail-Affäre um die Demokratin veranlassten.

Weiner, der von 1999 bis 2011 im Kongress saß, hatte den Abgeordnetenposten bereits wegen Sex-Nachrichten an andere Frauen aufgeben müssen. 2013 versuchte er ein Comeback und kandidierte als Bürgermeister von New York - doch im Wahlkampf kamen weitere Sex-SMS ans Licht.

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