Ein Krippenplatz reicht nicht - das reale, ungelöste Drama der Alleinerziehenden ist das der mühsamen Existenzsicherung in einer familienfeindlichen Arbeitswelt. Der Vollständigkeit halber: Dass in Deutschland eine Million Kinder in Armut aufwachsen, liegt auch an verantwortungslosen Vätern.
Vermutlich sind wenige Alleinerziehende so wohlhabend und zufrieden wie Pippi Langstrumpf. Glühend beneidet von den Nachbarskindern Thomas und Annika, die höchst brav mit Mutter und Vater aufwachsen, erzieht sie sich selbst und ganz allein, wohnt in einer Villa, besitzt einen Koffer voller Gold und lebt das Leben, wie es ihr gefällt.
Heute leben 1,6 Millionen Alleinerziehende in Deutschland, 90 Prozent von ihnen sind Frauen. Alleinerziehend zu sein ist aber nicht zwangsläufig ein Opfergang, eine Leidensgeschichte; der Schritt ist oft selbst gewählt und gut überlegt. (© Foto: ddp)
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Astrid Lindgren hatte die Abenteuer der heiteren Pippi einst auch zur Bewältigung des eigenen Traumas und als Absolution für sich selbst erfunden: Sie war mit 18 schwanger geworden, mochte den Vater des Kindes nicht heiraten, konnte das Kind nicht allein ernähren - und gab es fort in eine Pflegefamilie.
Vor 90 Jahren war das eine ungeheuer mutige und zugleich traurige Entscheidung; noch die Generation der Frauen, die heute im Rentenalter sind, hat unglückliche Ehen aufrechterhalten und Trennungen vermieden, weil sie es sich nicht leisten konnte oder aber nicht wagte, allein dazustehen mit Kindern, oft ohne Job, ohne Status und Versorgung.
Heute leben 1,6 Millionen Alleinerziehende in Deutschland, 90 Prozent von ihnen sind Frauen. Und auch wenn Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen jetzt die vielen Hartz-IV-Empfängerinnen unter ihnen zur Chefsache macht und dafür sorgen will, dass Arbeitsämter sie besser fördern und im Notfall auch bei der Suche nach einer Kinderbetreuung unterstützen, so gilt doch zu allererst: Alleinerziehend zu sein ist nicht zwangsläufig ein Opfergang, eine Leidensgeschichte; der Schritt ist oft selbst gewählt und gut überlegt.
Die Mütter, die heute Großmütter sind, haben ihre Töchter wohlweislich dazu erzogen, die Wahlfreiheit zu nutzen, die eine gute Ausbildung, Selbstachtung und auch die Hilfen der öffentlichen Hand bieten. Viele Frauen entscheiden sich aus freien Stücken dazu, ihre Kinder allein großzuziehen - und sie haben Spaß dabei.
Ohnehin geht es bei der aktuellen Debatte um Ein-Eltern-Familien und ihre Nöte nicht in erster Linie darum, ob jemand ohne Partner seine Kinder erzieht und welche Lasten sie - oder er - zu tragen hat. Dass diese immens sind, ist ja nicht neu: Wo nur eine(r) Schulbrote schmiert und Fenster putzt, zum Chor fährt und Wäsche macht, Geld verdient und Salbe auf die Windpocken aufträgt, bleibt wenig bis keine Zeit für das eigene Leben. Der Satz: "Bring du doch bitte heute unser Kind ins Bett, ich bin todmüde", bleibt ungesagt; Erschöpfung, Krankheit, Verzweiflung sind tabu.
Die Töchter der Mütter von heute, zumal der alleinerziehenden, finden diese stressige Doppelrolle eher uncool; der Trend geht wieder zu Ehe, Sicherheit und Versorgung oder aber zu einer Karriere ohne Kinder; das Rollback vollzieht sich schleichend, ungeachtet der Tatsache, dass die jungen Frauen ihren männlichen Geschlechtsgenossen bei Bildung und Ehrgeiz längst den Rang ablaufen.
Andererseits: Auch da, wo Väter in Familien leben, entziehen sie sich nicht selten; die vaterlose Gesellschaft des 20. Jahrhunderts verwandelt sich nur sehr zögerlich in eine Welt der geteilten Verantwortung und der gemeinsamen Sorge.
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kann keine artikel mehr über angelich benachteiligte alleinerziehende lesen die deppen sind die unterhaltspflichtigen u ihre zweitfamilie
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Frau Cathrin Kahlweit hat recht wenn sie benennt, dass auch Väter - oder Väter auch - verantwortungslos handeln.
Nur an der sachlich korrekten Quotierung hierüber hapert es gewaltig.
Frau Kahlweit bietet Zahlen zur Anzahl der Alleinerziehenden, quotiert zwischen alleinerziehenden Müttern und Vätern (mit nur bedingter Aussagekraft), unterlässt es aber (mutwillig?) die wahren Gründe für nichterfolgte Kindesunterhaltszahlungen anzugeben.
Ein Grund für unzureichenden Kindesunterhalt ist die Anzahl der Kinder, die im Haushalt eines AE leben.
Je mehr Kinder, je höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld nicht ausreicht.
Man spricht hier von Mangelfällen.
Weitere Mangelfälle ergeben sich aus den Einkommensverhältnissen der Pflichtigen.
Wer nichts hat, kann nichts verteilen.
Den dritten Punkt stellen die steigenden Zahlbeträge ( in 2010 13,2%).
Selbst OLG Richter und Vorsitzender der DDT-Verfasser Jürgen Soyka schwant, dass eine Katastrophe naht.
Wer nichts zu verteilen hat wird auch zukünftig nichts haben.
Die Rückholquoten für Unterhaltsvorschussleistungen stagnieren seit Jahren bei ca.15%, weil bei den Pflichtigen real nichts zu holen ist.
Vielen Pflichtigen (meist Vätern) werden sogenannte fiktive Einkünfte angerechnet, d.h. auf bis zu 48 Wochenstunden Erwerbstätigkeit.
Fakt ist auch: Frauen zahlen als Pflichtige seltener und weniger als Männer.
Väter übernehmen Betreuungsverantwortung bis 16%, über die Volljährigkeit der Kinder hinaus sogar auf 18%.
Der Anteil wäre weit höher, wenn man sie nur ließe.
Die genannten 10% entsprechen nur einem statistischen Mittelwert, über die gesamte Kindheitsspanne (0-18J.) hinweg.
Väter die nicht zahlen wollen, gibt es ganz gewiss in geringer Anzahl, aber auch hier wäre angemessen die Hintergründe genauer zu beleuchten.
Frau Kahlweit nennt die Arbeitswelt familienfeindlich und stellt gleichzeitig darauf ab, dass Alleinerziehende mit Kindern Familie darstellen.
Man nennt dies seit 1998 Ein-Eltern-Familie.
"Familie ist, wo Kinder sind!", sagte Christine Bergmann damals. Bis zum heutigen Tage wird jede berechtigte Kritik an dieser Aussage zurückgewiesen - egal, wie denn das hiermit für veraltet erklärte Grundgesetz den Begriff "Familie" verstanden wissen wollte.
Warum haben wir nicht endlich was die DDR schon lange hatte: jeder Arbeitgeber hatte für jedes Kind, das eine Mitarbeiterin hatte, einen Kindergartenplatz oder einen Krippenplatz zu Verfügung zu stellen, entweder auf seinem eigenen Gelände oder in unmittelbarer Nähe? Wann macht Frau von der Leyen endlich wahr, was sie schon vor Jahren angekündigt hat: einen Kindergartenplatz für jedes Kind?
zitat:
"Alleinerziehend zu sein ist nicht zwangsläufig ein Opfergang, eine Leidensgeschichte; der Schritt ist oft selbst gewählt und gut überlegt."
wir leben nun mal in einer zeit, wo es sozusagen "IN" ist, sein eigenes leben zu verwirklichen, eine art der selbstverwirklichung anzustreben. viel sind mit einem guten leben nicht zufrieden, denn wir menschen streben immer mehr nach höheren und besseren. und dass man dann den kindern ein elternteil vorenthält, das ist der tribut dafür. es ist doch prickelnder öfters den partner zu wechseln, als ständig mit ein und dem selben ins bett zu gehen. ich möchte den/diejenigen sehen, die jeden tag nur kartoffelsuppe essen wollen. wir sind eben menschen, brauchen abwechslung, auch nicht nur in sexueller hinsicht, in vielen hinsichten. medien sind doch unser ständiger begleiter und "tutschen" uns auch noch mit der nase darauf, dass das leben in freiheit besser wäre. ohne ballast, man braucht auf nix rücksicht zu nehmen. die katholische kirche würde von "soddom und gomorra" sprechen. aber auch nur deshalb weil die kirche sich dem fortschritt verschliesst. waren früher die spitzen aus politik, religion und Wirtschaft oftmasl massstäbe der moral, so hat sich auch dieses geändert. es gibt doch auch mittlerweile genügend fortschrittliche politiker, die öfters den partner wechseln als die unterhose. man könnte eigentlich von einer "swingeraera" reden, da die meisten partner eh nur hin -und hergewechselt werden. also warum sich dem fortschritt verschliessen???
PS: "soddom und gomorra" ist nichts zum essen, sondern lediglich ne redewendung von geistlichen
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