Was bedeutet der Tod Osama bin Ladens für al-Qaida? Die Organisation wird sich rächen, sagt Bernd Greiner. Der Historiker und Politologe erklärt, warum das Netzwerk keinen Nachfolger braucht, wieso er die Tötung für durch das Kriegsrecht gedeckt hält - und bin Ladens Seebestattung für einen Fehler.
Vom saudi-arabischen Milliardärssohn zum Staatsfeind Nummer eins der USA: Der Tod Osama bin Ladens markiert das Ende eines ungewöhnlichen Lebenslaufs. Der Historiker und Politologe Bernd Greiner hat den Aufstieg bin Ladens zum Anführer der "Terror-Holding" al-Qaida in seinem Buch "9/11 - Der Tag, die Angst, die Folgen" beschrieben. Greiner, 58, ist Leiter des Arbeitsbereichs "Theorie und Geschichte der Gewalt" am Hamburger Institut für Sozialforschung.
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sueddeutsche.de: Herr Greiner, eine US-Spezialeinheit hat Osama bin Laden in Pakistan getötet. Ist al-Qaida jetzt am Ende?
Bernd Greiner: Mit Sicherheit nicht. Osama bin Laden war nur noch das Aushängeschild eines weltweit agierenden Unternehmens des Terrors, eine kommunikative Ikone. Aber beileibe nicht mehr der Terrorpate, der bei al-Qaida alle Fäden in der Hand hält. Das war Mitte der neunziger Jahre anders, als er Verbindungen knüpfte und sein Netzwerk in Afghanistan aufbaute. Mittlerweile besteht al-Qaida aus vielen voneinander unabhängigen Zellen, die keiner Weisungen aus der Zentrale bedürfen.
sueddeutsche.de: Sie schreiben in Ihrem Buch, US-Präsident Bill Clinton habe schon 1997 eine Festnahme oder Tötung bin Ladens angeordnet. Wieso vergingen 14 Jahre?
Greiner: Erstens hatten die USA in Pakistan einen sehr unzuverlässigen Verbündeten, der immer das Spiel über Bande suchte: Man wollte es sich nicht mit den Amerikanern verscherzen, brauchte aber die Taliban in Afghanistan als Gegengewicht zum verfeindeten Indien. In diesem Kontext duldeten die Pakistaner, dass die Taliban mit al-Qaida verbandelt waren. Mit so einem Partner ist kein Staat zu machen. Dass Osama bin Laden zuletzt in einer Gegend lebte, die von hochrangigen pakistanischen Militärs bewohnt war, spricht ja Bände.
sueddeutsche.de: Und der zweite Grund?
Greiner: Schon im Februar 2002 zogen die USA wichtige Einheiten des Geheimdiensts und der Special Forces aus Afghanistan ab, um sie in den Irakkrieg zu schicken. Das hat dazu geführt, dass die USA bei der Suche nach Al-Qaida-Terroristen lange Zeit buchstäblich blind waren, was auch ranghohe Geheimdienstler immer wieder beklagt haben.
sueddeutsche.de: Bin Laden wurde vom FBI gesucht, stand aber nie vor Gericht. Ist seine Tötung völkerrechtlich gedeckt?
Greiner: Bin Laden hat sich selbst zur Kriegspartei erklärt, er bezeichnete sich als Kämpfer des Dschihad. Deshalb bewegt sich die Tötung durchaus in den Grenzen des internationalen Kriegsrechts. Zumindest lässt sich das Recht entsprechend dehnen. Wenn sich jemand selbst so klassifiziert, muss er mit den Folgen rechnen.
sueddeutsche.de: Die Leiche wurde US-Angaben zufolge nach "islamischer Tradition" behandelt. Ist das ein Zeichen der Amerikaner an die muslimische Welt?
Greiner: Mag sein, dass es als Symbol gedacht war. Aber Verschwörungstheoretikern wird durch die Seebestattung Material frei Haus geliefert: Sie werden behaupten, dass die USA nur so getan haben als ob.
sueddeutsche.de: Die US-Regierung warnt Bürger im Ausland davor, ihre Häuser zu verlassen. Wie groß ist die Gefahr eines Vergeltungsanschlags?
Greiner: Ich will keine Warnungen aussprechen, aber dass die Gefahr nicht reduziert wurde, erscheint mir offensichtlich. Al-Qaida wird jetzt dazu aufrufen, Rache zu begehen.
sueddeutsche.de: Der in Guantanamo unter Folter verhörte Al-Qaida-Terrorist Khalid Scheich Mohammed soll mit der Explosion einer schmutzigen Bombe gedroht haben, für den Fall dass bin Laden gefasst wird - also mit einer Bombe, die mit radioaktiven Partikeln durchsetzt ist.
Greiner: Es hat seitens al-Qaidas immer wieder Versuche gegeben, über pakistanische Wissenschaftler an atomwaffenfähiges Uran zu kommen. Die Beweise dafür sind sehr ernst zu nehmen. Ich weiß jedoch nicht, wie weit die Terroristen in ihren Bemühungen gekommen sind. Auch unter Geheimdienstlern ist das umstritten.
sueddeutsche.de: Wird der islamistische Terrorismus mittelfristig abklingen oder durch den Tod bin Ladens eher noch schlimmer?
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Protest gegen dritte Startbahn
Denn fast alle Anschläge (weit über 90%) haben Moslems als Opfer gehabt: auf Marktplätzen, auf Plätzen vor Moscheen, auf Plätzen, wo moslemische Hilfssoldaten Kanonenfutter für die USA und ihre Vasallen spielen mussten. Viele nehmen daher an, dass Al-Kaida eine Gruppierung ist, die von den USA und ihren Vasallen (GBR usw.) gebildet und unterstützt wird.
Es ist auch ein Märchen, dass man eine Ausbildung in einem Al-Kaida-Camp braucht, um Anschläge auf US-Bürger oder Bürger ihrer Vasallen durchführen zu können.
Jeder, der eine Waffe einstecken kann, auch jeder Forumsteilnehmer und jeder Journalist, könnte auf öffentlichen Plätzen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, z.B. in der Straßenbahn, bei Sportveranstaltungen usw., rund um die Welt, auch in Deutschland, Österreich usw., ein Massaker unter US-Bürgern anrichten. Auch unter Juden, die in der Stadt fallweise erkennbar sind und sicher auch nicht ausreichend bewacht werden. Noch dazu, wenn einem egal wäre, dass man dabei selbst umkommt.
Und man muss ja auch nicht zum Flughafen fahren, damit der eventuell selbst gebastelte Sprengstoff (vielleicht) gefunden wird.
Wirklich in erster Linie gefährdet sind vor allem Politiker und Militärs, die ständig islamische Länder kurz und klein bomben bzw. dort zu Kolonial- bzw. Plünderungsfeldzügen unterwegs sind. Aber diese Politiker und Militärs lassen sich sowieso bestens schützen. Sie versuchen aber, möglich viele wirklich superradikale Islamisten zu produzieren, die tatsächlich gegen alles Westliche vorgehen würden.
Eigentlich haben sie die Radikalisierung der Moslems bis jetzt sowieso nur in einem sehr geringen Umfang geschafft, was wohl mit der großen Duldsamkeit der Moslems in den USA (wo sich sowieso jeder mit belieb vielen Waffen eindecken kann) und in anderen westlichen Ländern zusammenhängt.
Da wären die Rechten, vor allem die US-Cowboys, sicher nicht so duldsam, wenn man ihnen das Gleiche ihnen antun würde. Die würden gleich rund um die Welt alles kurz und klein bomben.
Das Nachdenken über das Deckmäntelchen für Recht und Ordnung wird in den USA nach getaner Arbeit nun wieder hervorgeholt um es der zivilisierten Bevölkerung zu präsentieren.
Es könnte ja sonst sein, dass irgendein Bürger auf die gleiche Idee käme, wenn er meint, es hätte sich im eigenen Lande ein Politiker außerhalb von Recht und Ordnung gestellt und sei infolgedessen vogelfrei.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bann_%28Recht%29
Obama hat es jahrelang für nicht nötig gehalten, seine Geburtsurkunde der Öffentlichkeit zugängich zu machen.
Nun war er der Meinung, es sei ausreichend, wenn lediglich eine Hand voll Amerikaner Zeuge des Todes von Osama bin Laden sein konnte.
Dies sind nur 2 Beispielen von unzähligen Beispielen, bei denen unsere Führungsschichten meinen, ihr Handeln bedürfe keiner Transparenz.
Merkel ist übrigens auch nicht besser: So treten jeden Tag neue Zahlen hinsichtlich des sog. Rettungsschirmes an die Öffentlichkeit, die unsere Regierung dem Volk bis dato verschweigen wollte.
Glücklicherweise sind jetzt mit dem Libyen-Feldzug friedensstiftende Maßnahmen eingeleitet worden, die ganz sicher zur endgültigen Befriedung führen werden.
Ich fand das übrigens bemerkenswert, dass der Herr Bundesaußenminister, unseren Gesetzen verpflichtet, die Tötungsaktion des "Kill Team" ausdrücklich begrüßt hat.
"Darf ein Mensch alles tuen, tausende Menschen umbringen lassen, "
Klar darf er das! Es kommt nur auf seine Nationität an, ob er straffrei bleibt oder nicht. Die Amis haben insgesamt 2.5 Millionen Iraker ermodet. Haben sie einen der Verantwortlichen in Den Haag gesichtet? Nö, oder? Und NATO-Bomben regnets denen auch nicht aufs Dach. Da verwundert es nicht, wenn dies Menschen zu, nennen wir es mal, etwas eigenmächtigen Versuchen verleitet, doch noch so etwas wie Gerechtigkeit zu schaffen.
Paging