Äußerungen des Botschafters Russland warnt Dänemark vor Beteiligung an Nato-Schutzschild

Russischer Botschafter bringt dänische Kriegsschiffe als Ziel für Nuklearwaffen ins Spiel; Archivbild eines US-Lenkwaffen-Zerstörers

(Foto: Lolita Lewis/dpa)
  • Russland will den Raketenabwehrschild der Nato mit allen Mitteln verhindern. Moskaus Botschafter in Kopenhagen, Mikhail Vanin, bringt nun sogar Nuklearwaffen ins Spiel.
  • Vanin richtet seine Drohungen an Dänemark. Das Land will sich an dem Abwehrschild beteiligen.
  • Der dänische Außenminster Lidegaard weist die verbalen Attacken scharf zurück und nennt sie "inakzeptabel".

Was Russlands Botschafter in Dänemark gesagt hat

Die Nato-Pläne für ein europäisches Raketenabwehrschild verleitet den prominentesten Gegner des Projekts zu immer aggressiverer Rhetorik. Der russische Botschafter in Kopenhagen, Mikhail Vanin, soll Dänemark nun mit drastischen Worten davor gewarnt haben, das Vorhaben zu unterstützen: "Ich denke nicht, dass sich die Dänen komplett der Konsequenzen bewusst sind, falls sie sich dem amerikanisch geführten Raketenabwehrschild anschließen." Falls sie es dennoch täten, würden dänische Kriegsschiffe zu Zielen für russische Nuklearraketen. Das sagte Vanin der dänischen Zeitung Jyllands-Posten, die von mehreren Medien und Nachrichtenagenturen zitiert wird.

Laut der Onlineausgabe des britischen Telegraph baute Vanin in der dänischen Zeitung eine Drohkulisse auf. "Dänemark wäre Teil einer Bedrohung für Russland. Es wäre weniger friedlich und die Beziehungen zu Russland würden leiden", sagte er. Es sei natürlich Dänemarks eigene Entscheidung. Er wolle jedoch daran erinnern, dass Finanzen und Sicherheit des Landes leiden würden. "Zudem verfügt Russland über Raketen, die das geplante weltweite Raketenabwehrsystem durchbrechen könnten", sagte Vanin.

Dänemarks Reaktion

Dänemark ließ seinen Außenminister auf Vanins verbale Attacke antworten. "Falls er das wirklich so gesagt hat, dann ist das inakzeptabel", sagte Martin Lidegaard. "Russland weiß, dass die Raketenabwehr der Nato zur Verteidigung gedacht und nicht auf Russland gerichtet ist." Dänemark und Russland seien sich in vielen Punkten uneinig, aber es sei wichtig, dass der Ton zwischen beiden Ländern nicht eskaliere. Vanin habe "eine Linie überschritten".

Die Nato-Pläne für den Raketenabwehrschild

Im vergangenen Sommer hatte Dänemark zugesagt, den Abwehrschild der Nato mit mindestens einer Fregatte zu unterstützen. Russland lehnt den Raketenschild, dessen Landstützpunkte in Polen und Rumänien aufgebaut werden sollen, strikt ab.

Rufus Gifford, der amerikanische Botschafter in Dänemark, sagte dem skandinavischen Land in einer Twitter-Nachricht die Unterstützung seines Landes zu. "Solche Äußerungen führen nicht dazu, Vertrauen zu schaffen oder zu Frieden und Stabilität beizutragen", schrieb der Diplomat.