8. Mai-Parade in Moskau Aserbaidschan retuschiert armenische Flagge weg

Zum Weltkriegs-Gedenken marschierten armenische und aserbaidschanische Soldaten in Moskau hintereinander. Dem Verteidigungsministerium Aserbaidschans ist es offenbar lieber, wenn das niemand sieht.

Aserbaidschan hat Fotos von der russischen Militärparade zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs digital bearbeitet und eine armenische Flagge wegretuschiert. Ein Foto auf der Internetseite des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums zeigt zwar die armenischen und aserbaidschanischen Soldaten auf der Parade, doch die Flagge fehlt.

Während der Live-Übertragung sah man hingegen Soldaten beider Länder ihre jeweiligen Flaggen in die Höhe recken, während sie hintereinander marschierten.

Der aserbaidschanische Militärexperte Uzeyir Jafarov sagte der BBC, dass er keinen Zweifel habe, dass das Bild bearbeitet wurde. "Quellen im Ministerium zufolge haben sie nicht erwartet, dass die Soldaten Armeniens und Aserbaidschans direkt hintereinander marschieren würden", sagte Jafarov demnach. In den Proben hätten sich die Soldaten noch in in unterschiedlichen Arealen aufgehalten.

Eine armenische Nachrichtenagentur erkannte, dass dem russischen Museum der Geschichte auf dem bearbeiteten Foto ein Fenster fehlt. Davor marschierten die Soldaten. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert.

Der historische Hintergrund

Hintergrund des kleinen Skandals sind die schlechten Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Armenien. Seit fast hundert Jahren belastet der Konflikt um Berg-Karabach das Verhältnis der Länder. Nach dem Ersten Weltkrieg erklärten Armenien und Aserbaidschan ihre Unabhängigkeit und gleichzeitig ihren Anspruch auf die Region. Mit dem Ende der sowjetischen Ära brach der Konflikt wieder auf und wurde zu einem Krieg, in dem mindestens 25 000 Menschen ums Leben kamen und mehr als eine Million vertrieben wurden.