Weltwirtschaftsforum Soldaten in Davos beim Koksen erwischt

Soldaten der Schweizer Armee patrouillieren am Sicherheitszaun, der die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums schützen soll.

(Foto: Bloomberg)
  • Zwölf Schweizer Soldaten sind während eines Einsatzes in Davos positiv auf Drogen getestet worden.
  • Sie haben Cannabis konsumiert, fünf von ihnen sollen außerdem gekokst haben. Bei einem der Soldaten fand die Militärpolizei drei Gramm Kokain.

Zu viel Schnee in Davos: Zwölf Soldaten, abgestellt um über die Sicherheit der etwa 2500 Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums zu wachen, sind positiv auf Drogen getestet worden.

Die Soldaten sind Teil der insgesamt 4500 Mann starken Truppe, die das Militär nach Davos entsandt hat. Alle zwölf hätten Cannabis konsumiert, sagte Armeesprecher Stefan Hofer dem Schweizer Tagesanzeiger. Fünf von ihnen hätten außerdem Kokain genommen.

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Anlass zu dem Test seien Hinweise von Kameraden an die Militärpolizei gewesen. Diese setzte neben dem Test dann auch Drogenhunde ein und wurde fündig: Einer der Soldaten hatte drei Gramm Kokain in seinem Besitz. Er wird sich vor Gericht verantworten müssen.

Auch die vier anderen Kokainkonsumenten wurden vom Dienst suspendiert und müssen mit Strafmaßnahmen rechnen. Die sieben Soldaten, die "nur" Cannabis konsumiert hatten, durften in Davos bleiben. Gegen sie werden disziplinarische Maßnahmen ergriffen, berichtet der Tagesanzeiger. Militärjustiz-Sprecher Tobias Kühne zufolge wird der Konsum von leichten Drogen durch den jeweiligen Truppenkommandanten geahndet: "Das kann bis zehn Tage Arrest bedeuten und Bussen bis zu 500 Franken."

Alle zwölf Soldaten gehörten derselben Einheit an. Sie kommen hauptsächlich aus den südlichen Schweizer Kantonen Tessin und Graubünden.

Gewehrschuss löst sich versehentlich

In der Nacht auf Donnerstag hat ein ebenfalls in Davos stationierter Soldat nur knapp an einem Dienstkollegen vorbeigeschossen. Aus seinem Gewehr hatte sich ein Schuss gelöst, vermutlich zufällig. Der knapp verfehlte Soldat sei zwar unverletzt geblieben, berichtet der Tagesanzeiger, habe aber einen Schock erlitten und beklage sich seither über Hörprobleme. Ob dieses Ereignis mit dem Drogenkonsum in Verbindung steht, ist bisher nicht bekannt.

Wegen des gelösten Schusses werde nun eine Untersuchung eingeleitet, sagte Kühne dem Tagesanzeiger. "Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich der Schuss im Zusammenhang mit dem Entladevorgang gelöst."