USA Sektenchef wegen Kindesmissbrauch verurteilt

Seine Anhänger verehren ihn als Propheten: Der Führer einer Polygamie-Sekte aus Texas ist schuldig befunden worden, zwei Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Es ist nicht das erste Urteil gegen den Mann.

Der Anführer einer Polygamie-Sekte im US-Bundesstaat Texas ist wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen worden. Ein Geschworenengericht sah es als erwiesen an, dass Warren Jeffs zwei Mädchen sexuell missbraucht hat.

Jeffs verging sich demnach in den Jahren 2005 und 2006 an einer Zwölfjährigen und zeugte mit einer 15-Jährigen ein Kind. Das Strafmaß soll in den kommenden Tagen verkündet werden, dem Sektenführer drohen bis zu 119 Jahre Haft.

Der Fall der Fundamentalistischen Kirche der Heiligen der Letzten Tage (FLDS) hatte 2008 weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als die Behörden mehr als 400 Kinder und Jugendliche von der Ranch der Sekte in Texas geholt hatten.

Begründet wurde der Einsatz mit dem Verdacht, dass bei der Sekte minderjährige Mädchen systematisch mit älteren Männern zwangsverheiratet würden. Ein texanisches Gericht entschied aber schließlich, dass die Behörden ihre Kompetenzen überschritten hätten und die Kinder bei ihren Eltern besser aufgehoben seien als in Pflegeeinrichtungen.

Die FLDS hatte die Ranch im Jahr 2003 gekauft. FLDS-Führer Jeffs, den seine Anhänger als Prophet verehren, war 2006 bereits wegen der Zwangsverheiratung eines minderjährigen Mädchens mit einem Cousin wegen Beihilfe zur Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt worden.