Royals Meghan Markle wird immer wieder Opfer von rassistischen Angriffen

Meghan Markle und ihr Verlobter Prinz Harry planen bei der Hochzeit eine Fahrt in der offenen Kutsche - die Sicherheitskräfte sind alarmiert.

(Foto: AP)
  • Prinz Harrys Verlobte Meghan Markle sieht sich in Großbritannien immer häufiger rassistischer Hetze ausgesetzt.
  • Zuletzt ist im St.-James-Palast in London ein Umschlag eingetroffen, der ein weißes Pulver sowie "Bemerkungen mit bösartigem Inhalt" enthielt.
  • Das Königshaus hat schon vor der Verlobung eine offizielle Erklärung zu der öffentlichen Hetze abgegeben.
Von Cathrin Kahlweit, London

Als "kriminellen Angriff mit rassistischem Hintergrund" behandelt die britische Polizei einen Brief, der im St.-James-Palast in London einging und an Prinz Harry und seine Verlobte, die US-Schauspielerin Meghan Markle, adressiert war. Der Brief enthielt weißes Pulver, das wie das Gift Anthrax aussah, sich aber später als harmlos herausstellte. Ein Sprecher von Scotland Yard sagte, der Brief enthalte "Bemerkungen mit bösartigem Inhalt" und werde als hate crime, als Hassverbrechen behandelt.

Das Paar will im Mai in Windsor heiraten, und Angriffe von Rassisten sind eines von vielen Horrorszenarien, mit denen sich die Polizei derzeit herumschlägt; schließlich wollen Prinz Harry und seine künftige Frau eine Fahrt in einer offenen Kutsche durch die Stadt unternehmen.

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Aber es sind mehr als Sicherheitsfragen, die die Briten umtreiben: Warum ist Markle, Tochter einer Afroamerikanerin und eines Weißen - und nach eigenen Angaben eine "starke, selbstbewusste, gemischtrassige Frau" - im liberalen Großbritannien so massiven rassistischen Übergriffen ausgesetzt, dass sich ein empörter und verletzter Harry über die Medien schon im November öffentlich dagegen verwahren musste?

Einerseits ist es das erste Mal, dass ein Mitglied des Königshauses eine Frau mit afroamerikanischen Wurzeln heiratet, andererseits halten sich die Briten als ehemalige Kolonialmacht und stärkste Nation im Commonwealth viel auf ihre Integrationsfähigkeit und ihrer multikulturelle Bevölkerung zugute.

Katholisch, geschieden - und eine seltsame Wahl

Und doch sind offene und versteckte Übergriffe an der Tagesordnung. Einen Shitstorm zog sich die Freundin des per Mitgliederentscheid geschassten Ukip-Parteichefs Henry Bolton zu, die per Twitter davor gewarnt hatte, dass Markle die DNA des Königshauses verschmutze und die Royals in den Dreck ziehe. Das ging denn doch zu weit.

Durchaus seriöse Medien wie der Spectator haben da subtilere Methoden: In einem Kommentar stellte die Kolumnistin Melanie McDonagh trocken fest, Markle sei nicht nur katholisch und geschieden, sondern auch sonst eine, nun ja, seltsame Wahl: "Vor 70 Jahren wäre Markle der Typ Frau gewesen, die der Prinz sich als Geliebte genommen, nicht aber zur Gattin erwählt hätte." Erschwerend komme hinzu, so McDonagh, dass Markle eine Menge peinlicher Verwandter habe.

Die Schwester des Außenministers, die Journalistin Rachel Johnson, stellte fest, Markle bringe eine "exotische DNA" in die königliche Familie und ihre Dreadlocks tragende Mutter komme von der "falschen Seite der Gleise", also aus einer schlechten Gegend.

Harry reagiert mit offizieller Erklärung

In den sozialen Netzwerken geht es derweil deftiger zu - so deftig, dass Harry sich genötigt sah, schon vor der Verlobung ein offizielles Statement herauszugeben. Er sei zwar dankbar für die Wärme und die Zuneigung, die er über die Jahre erfahren habe, ließ er wissen. Aber seine Freundin sei mittlerweile allzu oft das Objekt von "Belästigung und Herabsetzung" geworden.

Zeitungen führen regelrechte Schmierenkampagnen, im Netz lebten sich rassistische Trolle aus, Meghans Mutter werde bedroht, Boulevardblätter versuchten, Ex-Freunde von Markle zu bestechen, um sie zum Reden zu bringen - all das sei unerträglich geworden.

Stiller geworden sind die Rassisten seitdem nicht; es sieht so aus, als sei das erst der Anfang.

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