Papst Franziskus auf Asien-Rückreise Katholiken müssen sich nicht "wie Kaninchen" vermehren

  • Auf dem Rückflug von seiner einwöchigen Asienreise hat Papst Franziskus für die mitreisenden Journalisten eine Pressekonferenz gegeben.
  • Angesprochen auf Geburtenkontrolle sagte der Papst, man müsse sich nicht "wie die Kaninchen" verhalten, um ein guter Katholik zu sein.
  • Für 2015 kündigte Franziskus weitere Reisen nach Afrika und Lateinamerika an.

Papst äußert sich zu Geburtenkontrolle

Tropenstürme, Dauerregen und ein Weltrekord: Papst Franziskus hat abenteuerliche Tage in Asien hinter sich. An diesem Montag ging dann der Flieger von Manila zurück nach Rom. Und auch auf dem Rückflug hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche noch einige prägnante Zitate für die mitreisenden Journalisten parat.

Für besonders große Freude unter den Pressevertretern dürften Franziskus' Einlassungen zu Sexualleben und Verhütungsmethoden gesorgt haben. "Manche glauben, um gute Katholiken zu sein, müsse man, entschuldigt das Wort, sein wie Kaninchen. Nein!", sagte der Papst wörtlich, wie die Catholic News Agency und die Nachrichtenagentur AP berichten.

Ein deutscher Journalist hatte sich demnach erkundigt, ob die Kirche sich Methoden der Geburtenkontrolle öffnen werde, um Maßnahmen gegen zu großes Bevölkerungswachstum und wachsende Armut zu ergreifen. Der Papst sagte darauf, er setze auf "verantwortungsvolle Elternschaft".

Als Beispiel für Verantwortungslosigkeit führte er eine Frau an, die bereits sieben Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht hatte und nun ein achtes erwarte. "Wollen Sie sieben Waisen zurücklassen? Das heißt Gott herausfordern", habe er der Schwangeren gesagt.

Bislang steht die Kirche künstlichen Verhütungsmethoden wie Kondomen oder der Antibabypille ablehnend gegenüber, sieht aber natürliche Maßnahmen wie Enthaltsamkeit während der fruchtbaren Tage der Frau als zulässig an.

Kritik an der "ideologischen Kolonisierung"

Während des etwa einstündigen Gesprächs äußerte sich Franziskus auch noch einmal zur "ideologischen Kolonisierung", wie Radio Vatikan berichtet. Dieses Schlagwort hatte der Papst bei einem Treffen mit Familien in Manila gebraucht. Hiermit meine er, den Menschen bestimmte Ideen anzutragen, "die nichts mit ihnen zu tun haben". Solches Vorgehen, mit dem Ziel Mentalität und Kultur von Menschen zu beeinflussen, verglich Franziskus mit den faschistischen Jugendbewegungen im Nationalsozialismus.

Papst der Armen

Auf den Philippinen zeigt der Pontifex, wie ernst er es mit seiner Kritik am westlichen Kapitalismus meint. Eine Kirche, die immer bei den Armen ist und mit lauter Stimme für sie eintritt - das ist Franziskus' Vision. Doch damit verlagert der Papst die Gewichte in der katholischen Kirche weg von Europa. Ein Kommentar von Matthias Drobinski mehr ... Meinung

Reisepläne für Afrika und Lateinamerika

Wie Radio Vatikan berichtet, hat Papst Franziskus Reisen nach Afrika angekündigt. Er plane noch dieses Jahr in die Zentralafrikanische Republik und nach Uganda zu reisen. Der Termin komme wegen Ebola relativ spät. In den beiden genannten Ländern gebe es jedoch keine Gefahr.

Für den lateinamerikanischen Raum nannte Franziskus Ecuador, Bolivien und Paraguay als weitere Reiseziele für 2015.