Krawalle in Hamburg und Berlin Molotowcocktails gegen die Polizei

Vermummte haben im Hamburger Schanzenviertel eine Polizeiwache angegriffen. In Berlin flogen Brandsätze gegen ein BKA-Gebäude.

Nach mehreren Anschlägen in Hamburg und Berlin in der Nacht zum Freitag hat der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. In Hamburg war am Donnerstagabend eine Polizeiwache im Schanzenviertel von Vermummten angegriffen und ein Polizeiauto in Brand gesetzt worden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Am frühen Freitagmorgen wurden zudem im Stadtteil Hammerbrook zwei Dienstfahrzeuge des Zolls angezündet. Parallel ereigneten sich ähnliche Vorfälle in Berlin.

Dutzende Polizisten suchten nach dem Angriff auf eine Polizeiwache im Hamburger Schanzenviertel nach den bislang unbekannten Tätern.

(Foto: Foto: ddp)

Am späten Donnerstagabend waren Beamte des Polizeikommissariats 16 im Hamburger Schanzenviertel durch Geräusche aufgeschreckt worden. Vor der Wache stand ein Streifenwagen in Flammen - kurze Zeit später brannte ein zweites Dienstfahrzeug. Ob die Flammen auf das andere Auto übergesprungen waren oder es einen zweiten Brandsatz gab, war zunächst unklar.

Geplante Krawalle

"Vor der Tür warteten etwa zehn vermummte Personen, die die Kollegen massiv mit Steinen beworfen haben", betonte der Polizeisprecher. Außerdem warfen die Täter Scheiben im Erdgeschoss und im ersten Stock der Polizeiwache ein. Verletzt wurde niemand. Die Angreifer konnten zu Fuß entkommen.

In mehreren Straßen um die Polizeiwache hatten die Täter sogenannte Krähenfüße auf der Fahrbahn verteilt, deren eiserne Stifte Reifen zerstechen können. Auch Mülltonnen waren angezündet und als Barrikaden verwendet worden. Die Maßnahmen sollen bereits im Vorfeld der Attacke auf die Polizeiwache installiert worden sein, um Fahndung und Löscharbeiten zu erschweren, erklärte die Polizei.

Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung mit mehreren Dutzend Beamten im Schanzenviertel und St. Pauli waren bis zum Freitagvormittag keine Verdächtigen festgenommen worden.

"Neue Dimension linksautonomer Gewalt"

Am Freitagmorgen standen dann auch im Hamburger Stadtteil Hammerbrook zwei Dienstfahrzeuge des Zolls in Flammen. Eine Polizeistreife bemerkte die brennenden Autos, die vor dem Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge geparkt waren. Es habe sich um zivile Autos gehandelt, die an ihren Nummernschildern als Behördenwagen, nicht aber als Fahrzeuge des Zolls zu erkennen gewesen seien, sagte ein Beamter.

Beide Autos wurden nach den bisherigen Ermittlungen in kurzem Abstand von Brandstiftern entzündet - sie brannten vollständig aus. Auch hier blieb die Fahndung nach Tatverdächtigen zunächst ergebnislos.

Ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten im Schanzenviertel und in Hammerbrook gibt und ob von einem politischen Hintergrund der Täter auszugehen ist, wollte der Polizeisprecher mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht kommentieren.

Der Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft schrieb in einer Pressemitteilung derweil von einer "neuen Dimension linksautonomer Gewalt". In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz, da es sich um Angriffe auf staatliche Einrichtungen handelte.

Im Video: Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag autos angezündet und eine Polizeiwache angegriffen.

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SPD-Bürgerbüro in Berlin beschmiert

Unterdessen gab es auch in Berlin in der Nacht zum Freitag zwei Anschläge. Unbekannte warfen mehrere Molotowcocktails, Farbbeutel und Steine gegen die Außenstelle des Bundeskriminalamtes im Stadtteil Treptow. Verletzt wurde niemand. Der Schaden hielt sich in Grenzen, weil Sicherheitskräfte die Flammen rasch löschen konnten. Auch hier streuten die Täter bei ihrer Flucht Krähenfüße.

Am Freitagmorgen wurden zudem Farbschmierereien an einem SPD-Bürgerbüro in Charlottenburg entdeckt. Beschmiert wurde das Büro mit Aufschriften wie "Kriegstreiber" oder "Bundeswehr raus aus Afghanistan". Auch in den beiden Berliner Fällen hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.