Katholische Kirche Franziskus ernennt Bischof Müller zum Kardinal

Aufstieg in Rom: Glaubenspräfekt Gerhard Ludwig Müller wird Kardinal.

Karrieresprung in Rom: Gerhard Ludwig Müller wird Kardinal. Zusammen mit 18 anderen Kirchenmännern wird Papst Franziskus den ehemaligen Bischof von Regensburg und Präfekt der Glaubenskongregation zum Purpurträger erheben.

Papst Franziskus erhebt den ehemaligen Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller in den Stand eines Kardinals. Müller, der seit Juli 2012 Präfekt der Glaubenskongregation in Rom ist, soll am 22. Februar - zusammen mit 18 weiteren Kirchenmännern - bei einem Konsistorium Kardinal werden. Der Papst gab die Namen der neuen Purpurträger an diesem Sonntag beim Angelusgebet auf dem Petersplatz in Rom bekannt. 16 der neuen Kardinäle sind unter 80 Jahre alt und können somit bei einem Konklave einen neuen Papst wählen.

Unter den neuen Kardinälen sind auch Pietro Parolin, Staatssekretär und Nummer zwei des Vatikans, sowie Lorenzo Baldisseri, der Generalsekretär der Bischofssynode. Auch der Erzbischof von Westminster, Vincent Nichols wird Purpurträger. Die Mehrheit der neuen Kardinäle kommt jedoch aus Ländern außerhalb Europas.

Für Gerhard Ludwig Müller, den aus Mainz stammenden ehemaligen Bischof von Regensburg, war die Ernennung zum Kardinal nur eine Frage der Zeit. Er galt immer als enger Vertrauter des ehemaligen Papsts Benedikt XVI., der ihn als Chef der Glaubenskongregation in den Vatikan holte.

Müller gilt als streng und konservativ - als Bischof von Regensburg war er durchaus umstritten. Scharfe Kritik gab es, als das Bistum einen Pädophilen in der Gemeinde Riekofen erneut als Seelsorger einsetzte. Der Mann wurde rückfällig und verging sich an einem Jungen. Müller lehnte es danach ab, sich zu entschuldigen. Der einzige Vorgesetzte eines Bischofs sei der Papst, so seine Reaktion. "Und von dieser Seite habe ich noch keine Kritik gehört." Die Prügel-Vorwürfe gegen seinen damaligen Augsburger Kollegen Walter Mixa bezeichnete Müller im Jahr 2010 als "nicht so gravierend".

Für Widerspruch sorgten auch seine Aussagen zu der Amtsführung des Limburgers Bischofs. Die Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst seien eine "Erfindung von Journalisten" und der Kirchenmann Opfer einer Medienkampagne.

Andererseits ist Müller auch ein anerkannter Theologe, er ist eng befreundet mit einem lateinamerikanischen Befreiungstheologen, spricht viele Sprachen und gilt nicht als Reaktionär. Seinen Ärger zogen nicht nur Kirchenreformer auf sich, sondern auch die erzkonservativen Piusbrüder, die im Jahr 2010 in ihrem Seminar drei Priester weihen lassen wollten. Am Ende ignorierten die Piusbrüder jedoch die Warnungen aus Regensburg und Rom.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnete die Kardinalserhebung Müllers neben dem Bezug zu dessen hohem Amt im Vatikan auch als persönliche Auszeichnung von dessen Wirken als Theologe. "Deine langjährige Verantwortung als Professor für Dogmatik und Deine mittlerweile über 400 wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Theologie zeigen Deine Schaffenskraft und Dein reiches theologisches Wissen. Deine wissenschaftlichen Erkenntnisse bringst Du in Deine verantwortungsvolle Arbeit in der Kurie ein", schrieb Zollitsch.

Linktipps:

Eine Liste mit allen neuen Kardinälen finden Sie hier.

Die SZ-Kollegen Andrea Bachstein, Matthias Drobinski und Wolfgang Wittl haben Bischof Müller anlässlich seines Wechsels nach Rom 2012 porträtiert.

Hier lesen Sie ein Porträt von Müller im Spiegel zu seinem Antritt als Präfekt der Glaubenskongregation.