Bischof Müller verweigert Entschuldigung "Einfach ein schreckliches Geschehen"

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller lehnt es ab, sich für den sexuellen Kindesmissbrauch durch einen seiner Pfarrer zu entschuldigen. Kritik daran dürfe nur der Papst üben.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller lehnt eine Entschuldigung für den sexuellen Kindesmissbrauch durch einen seiner Pfarrer weiter ab. "Es geht nicht darum, mich zu entschuldigen oder Fehler einzugestehen", sagte Müller am Freitag dem Radiosender Bayern2. Nach seiner Ansicht sei im Umgang mit dem bereits einschlägig vorbestraften Geistlichen getan worden, "was menschenmöglich war".

Lehnt Entschuldigung ab: Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller.

(Foto: Foto: ddp)

Müller verteidigte die Entscheidung, den Mann in der Gemeinde Riekofen erneut als Seelsorger einzusetzen. Das Gutachten eines Psychiaters habe eine pädophile Fixierung ausgeschlossen. Dennoch wurde der Pfarrer rückfällig und verging sich erneut an einem Buben. Er sitzt deshalb derzeit in Untersuchungshaft.

Der Bischof betonte, Kindesmissbrauch sei "einfach ein schreckliches Geschehen". Gleichzeitig warb Müller aber auch um Mitgefühl für die Eltern des beschuldigten Geistlichen, für die "eine Welt zusammengebrochen" sei.

Zur Kritik an seiner Amtsführung sagte der Regensburger Bischof, er brauche keine "Belehrungen von Leuten, die in der Pastoral gar nichts zu tun haben". Der einzige Vorgesetzte eines Bischofs sei der Papst, "und von dieser Seite habe ich noch keine Kritik gehört", sagte Müller.