Japan:Lieferstopp für Rinder aus Fukushima

In mehreren Fällen gelangte verstrahltes Rindfleisch aus der Umgebung des Katastrophenmeilers Fukushima-1 in Umlauf. Die Behörden reagierten zunächst zurückhaltend - nun erwägen sie doch einen Lieferstopp für Rinder aus der Region.

Nach dem Bekanntwerden mehrerer Fälle von verstrahltem Rindfleisch überlegen die Japanischen Behörden nun einen Lieferstopp für Rinder aus der Region um das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima zu verhängen.

Nachdem mehrfach verseuchtes Rindfleisch in den Markt gelangte, erwägen Japans Behörden einen Lieferstopp für die Provinz Fukushima - er würde auch diesen Rindermarkt in Motomiya betreffen, der 50 Kilometer vom Unglücksmeiler entfernt stattfindet. (Foto: AFP)

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo könnte das Verkaufsverbot die gesamte Provinz Fukushima betreffen. Ein Bauernhof in der Region hatte seit April 42 mit verstrahltem Heu gefütterte Rinder an Schlachthöfe in ganz Japan geliefert, wie Behörden Behörden am Donnerstag mitteilten. Es ist jedoch nicht bekannt, ob verstrahltes Fleisch an Konsumenten verkauft wurde.

Gesundheitsminister Ritsuo Hosokawa sagte, die Regierung müsse ihre Inspektionen ausweiten, da verstrahltes Heu in Bauernhöfen mehr als 60 Kilometer vom Kraftwerk entdeckt wurde. Japanische Medien berichteten erstmals Anfang der Woche, dass Fleisch von sechs verstrahlten Rindern im Mai und Juni von einem Fleischverarbeitungsbetrieb in Tokio ausgeliefert wurde. Auch diese Tiere kamen von einem Bauernhof in der Nähe des Katastrophenmeilers in Fukushima.

Zunächst hatte die Regierung erklärt, bei den verseuchten Tieren handle es sich um Ausnahmefälle. Örtliche Behörden räumten ein, dass ihnen für umfassende Kontrollen der Futtermittel das Personal fehle.

Am 11. März hatten ein Erdbeben und ein Tsunami das Kerkraftwerk Fukushima zerstört. In mehreren Reaktorblöcken kam es zu einer Kernschmelze, die Region wurde radioaktiv verstrahlt.

© sueddeutsche.de/dpa/leja - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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