Gott in Islam und Christentum Malaysia reserviert das Wort "Allah" für Muslime

Kein Wort für Gott mehr: Ein Urteil verbietet malaysischen Christen den Gebrauch des Wortes "Allah". Das Gericht bricht damit eine jahrhundertealte Tradition.

In Malaysia dürfen Christen ihren Gott nicht mehr beim Namen nennen. Ein Berufungsgericht hat die Rechtmäßigkeit einer Anordnung bestätigt, die es zum Beispiel Katholiken verbietet, in Broschüren das arabische Wort "Allah" für Gott zu verwenden. Neben den Muslimen, die etwa zwei Drittel der malaysischen Bevölkerung ausmachen, nennen dort auch Christen ihren Gott "Allah".

Richter Mohamed Apandi sagte nach dem Urteil: "Wir kommen zu dem Schluss, dass der Gebrauch von 'Allah' kein integraler Bestandteil des katholischen Glaubens ist." Das Gericht finde "deshalb keine Rechtfertigung dafür, dass sie darauf bestehen, diesen Namen in ihren Schriften zu verwenden." Wenn Nicht-Muslime das Wort "Allah" verwendeten, könne das die Menschen verwirren.

Anlass zu dem Streit gab die Zeitung Herald, die "Allah" als Synonym für Gott benutzt. Das sei seit Jahrhunderten in Malaysia üblich, argumentierte die katholische Zeitung. Lawrence Andrew vom Herald sagte der BBC, er sei "enttäuscht und bestürzt". Das Urteil sei ein Rückschritt in der Entwicklung der Rechte religiöser Minderheiten.

Im Gegensatz zu ethnischen Malaien können ethnische Chinesen und Inder ihre Religion frei wählen. Nach offizieller Lesart der Regierung ist Malaysia "ein weltlicher Staat mit dem Islam als offizieller Religion".